Angeln auf Huchen

Angeln auf Huchen ist definitiv ein Geduldsspiel, aber nicht nur. Hier verraten wir wertvolle Tricks und Tipps fürs Angeln auf die „Silberbarren“.

Der Lebensraum: Wo findet man Huchen?

Huchen (Hucho hucho) gelten mit einer maximalen Größe von bis zu über 1,50 m und einem Gewicht von mehr als 20 kg als größte Salmonidenart Europas. Sie leben ausschließlich im Süßwasser. Der dickste Huchen mit einem Gewicht von 58 kg wurde im Jahr 1938 in Bosnien gefangen. Doch wie, wo und wann überlistet man den oftmals launischen Fisch am besten? Das Verbreitungsgebiet der Huchen liegt in den Haupt- und Nebenarmen der Donau. In den Barben- und Äschenregionen, also allen Gebieten mit schwacher bis starker Strömung, klarem Wasser und sandigem, kiesigem Boden sind die Chancen den Fisch zu fangen gegeben.

Besonders beliebte Huchenstrecken befinden sich im Balkan, von Slowenien nach Montenegro. An einigen Gewässerabschnitten ist die Begleitung durch einen professionellen Guide Pflicht. Der Ausflug kostet dann einige hundert Euro pro Tag. Doch auch in Deutschland und Österreich gibt es Huchenstrecken. Kostenpflichtige Plätze sind durch den geringeren Angeldruck allerdings oft erfolgreicher. Der Fisch hält sich meist am Rand von Strömungen und Pools oder hinter Steinen auf, wo er auf Beute wartet. Die Suche nach Huchen ist mit viel Bewegung verbunden. Ähnlich der Lachse sind die ersten Würfe an einer Stelle die vielversprechendsten.

Schwere Ruten, große Köder – Welches Ausrüstung ist erforderlich?

Aufgrund der enormen Maximalgröße der Fische und der gelegentlichen Kopfschläge muss beim Huchenangeln ein schweres, zuverlässiges Gerät gewählt werden. Da diese Salmoniden-Art stark bedroht ist, ist an vielen Gebieten das Zurücksetzen (Catch and Release) und ein Angeln ohne Widerhaken (Barbless) vorgeschrieben.

Spinnfischen auf Huchen

Bei Spinnruten wählt man ein Wurfgewicht von 40 g aufwärts, eine mittelgroße bis große Rolle und eine Hauptschnur mit etwa 15 kg Tragkraft. Als Vorfach eignet sich ein dickeres Fluorocarbon- oder Monovorfach. Auf das Gerät sowie die Knoten muss absoluter Verlass sein.

Neben dem klassischen Huchenzopf erweisen sich Kunstköder wie Wobbler, Gummifische, Crankbaits, Swimbaits oder auch Mäuseattrappen als erfolgreich. Die Größe der Köder liegt bei 15 bis 25 cm. Mit der Farbgebung orientiert man sich an der Beute in der Region, z.B. Äschen. Die Köder werden langsam an den Rändern von Pools oder hinter Steinen im Wasser langgeführt. Auch Köderfischmontagen haben sich als erfolgreich entpuppt.

Fliegenfischen auf Huchen

Huchen

Huchen

Fliegenruten der Klasse 12 bieten genug Rückgrat, um auch die schwersten Huchen zu drillen. Neben Einhandruten setzen viele Angler wie beim Angeln auf Lachse auf die Zweihandrute. Eine hochwertige sinkende Schnur und starke Vorfächer bieten gute Absicherung bei großen Huchen. Beschwerte Köder ermöglichen das Fischen in tieferen Gewässern.

Als Köder sind Streamer und auch große Woolly Bugger oder Mäuseattrappen empfehlenswert. Wer es auf stattliche Exemplare abgesehen hat, wählt Streamer in einer Größe ab etwa 15 cm. Farblich orientiert man sich ebenfalls am natürlichen Nahrungsangebot. Stabile Haken zum Binden von Hechtstreamern sind zu bevorzugen, um ein Aufbiegen und den Verlust des Fisches zu vermeiden.

Beißzeit der Huchen – Wann sind die Chancen am besten?

Die beste Zeit für das Fischen auf Huchen liegt in den kalten Jahreszeiten von Ende Oktober bis in den Februar. Kurz vor der Laichzeit (März bis April) geraten die Huchen in einen wahren Fressrausch. Tage, an denen sich kaltes Wasser leicht aufwärmt, wie z.B. zur Schneeschmelze, sind sehr beliebt. Einige Angler sprechen allerdings auch an warmen bis heißen Tagen von guten Fangerfolgen.

Huchen beißen am Tag und in der Nacht, wobei an einigen Huchenstrecken das Angeln in der Nacht verboten ist. Aufgrund der guten Sehkraft der Huchen werden die Fische schnell verschreckt. Es empfehlen sich wolkige Tage und eine leichte Gewässertrübung, z.B. nach einem Regenschauer. Bei Hochwasser gelten die Ränder, bei Niedrigwasser die Mitte der Gewässer als vielversprechend, da sich an diesen Stellen die Beute der Huchen aufhält.

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