Angeln in der Ruhr

In keinem anderen Fluss im Westen Deutschlands gibt es so viele Fische wie in der Ruhr. Für viele Hobby-Fischer gibt es kein besseres Angel-Gewässer.

Lebensader des Ruhrpotts

Ruhr

Ruhr

Die Ruhr ist seit jeher für das Ruhrgebiet – liebevoll auch Ruhrpott oder einfach Pott genannt – von essentieller Bedeutung. Bereits im 18. Jahrhundert wurde die Wasserstraße für die Schifffahrt ausgebaut. Die ersten Zechen des Ruhrbergbaus entstanden direkt am Flussufer der Ruhr. So hat die Ruhr maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Region in Zeiten der Industrialisierung zu einem wirtschaftlichen Konglomerat entwickelt hat.

Einige der stillgelegten Bergbaustätten sind heute Museen, sodass ein Ausflug zur Ruhr neben dem Angeln auch zum Kennenlernen der Industriekultur einlädt. Dementsprechend gilt der Fluss, der im sauerländischen Rothaargebirge entspringt, als die Lebensader des größten Ballungsraums Deutschlands. Der über 120 km lange Wasserlauf schlängelt sich durch die Region bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Duisburg. Für die Bewohner des Ruhrgebiets und Umgebung gilt der Fluss mit seinen zahlreichen Stauseen als herrliche Erholungsmöglichkeit.

Fischfauna in der Ruhr

Döbel

Döbel

Heute leben knapp 30 verschiedene Fischarten in der unteren und mittleren Ruhr. Hechte, Brassen, Rotaugen, Schleien und Döbel sind typische Ruhr-Bewohner und kommen in dem Fluss in großen Mengen vor. Lachse, Meerforellen und Maifische sind hingegen selten. Da die Wasserqualität in der Ruhr zunehmend besser wird, sind in der Ruhr inzwischen auch Spezies gesichtet, die schon lange als ausgestorben galten. So wurden im Jahr 2000 in der Fischschleuse in Mühlheim-Kahlenberg zum ersten mal seit vielen Jahren Flussneunaugen registriert. Nach Inbetriebnahmen eines Fischweges an der Wasserkraftanlage bei Mülheim-Raffelberg im Jahr 2002 sind auch dort Flussneunaugen anzutreffen.

Um die Fischbestände gefährdeter Arten in der Ruhr zu sichern, hat die Ruhrfischereigenossenschaft einige Projekte durchgeführt. Wertvoll sind in diesem Zusammenhang vor allem die Bestrebungen zur Durchgängigkeit der Ruhr. Da die Wanderwege zahlreicher Fischarten durch Wehranlagen und Querverbauungen behindert wurden, bemüht sich die Genossenschaft diese Hindernisse durch die Erstellung von Fischwegen zu überwinden. Darüber hinaus werden auch Fischbesatz-Maßnahmen gefährdeter Arten durchgeführt. Zu nennen ist hier beispielsweise die Quappe oder der Lachs. Leider gibt es in der Ruhr mittlerweile auch fremde Spezies, wie z.B. der Amerikanische Flusskrebs, die die einheimische Fischfauna gefährden können.

Quappe

Quappe

Angelmethoden und Zielfische

Die Ruhr ist ein sehr interessantes Angelgewässer. Zwar muss man an einigen Abschnitten mit verstärktem Schiffsverkehr rechnen, dennoch ist der Fluss bei Anglern überaus beliebt. Und das aus guten Gründen. So kann man in der Ruhr die unterschiedlichsten Angelmethoden erfolgreich anwenden. Man muss sich nicht nur mit Stippfischen begnügen. Auch das Spinnfischen, Feederfischen und besonders das Angeln mit Matchrute sind an dem Fluss äußerst erfolgsversprechend. Die letztere Methode ist insbesondere in Kombination mit einer Wagglerpose sehr effektiv. Dabei sind es vor allem scheue Weißfische, die in der Ruhr mit einer Matchrute überlistet werden können. In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine Matchruten-Montage aufgebaut ist und weiter geht es zu einem Matchruten-Kaufratgeber.

Matchangeln-Montage

Matchangeln-Montage

Sehr empfehlenswert ist an der Ruhr auch das Zanderangeln. Das Fangen dieser scheuen Räuber ist eine spezielle Herausforderung, denn sie gelten nicht nur als scheu sondern auch als intelligent. Dementsprechend ist das Zanderangeln mit dem Angeln von Hecht nur bedingt vergleichbar. Den nachtaktiven Fisch überlisten Sie an der Ruhr entweder durchs Jiggen mit einem Kunstköder oder mit Fischfetzen, die an einer  Grundmontage angeboten werden. Welche Angelmontagen sonst beim Zanderangeln erfolgsversprechend sind, erfahren Sie im nächsten Beitrag: Zander-Montagen.

Voraussetzungen fürs Angeln in der Ruhr

Für das Angeln in der Ruhr, wie auch grundsätzlich fürs Angeln in Deutschland, benötigt man Angelerlaubnis-Papiere. Dazu gehört ein gültiger Fischereischein und ein Gewässerschein (auch Angelkarte genannt). Da die Bundesländer unterschiedliche Fischerei-Auflagen haben, die zum Teil sogar das Angeln ohne Angelschein erlauben, sollte man sich vor einem Angelausflug bei dem jeweiligen Landes-Anglerverband informieren. Die Auskunft über den Erwerb einer Angelkarte kann wiederum in dem ortsansässigen Angelverein oder im Angelladen geholt werden. Weiterhin müssen sich alle Angler in Deutschland an die Fischschonzeiten halten und untermaßige Fische zurücksetzen. Hier finden Sie aktuelle Fischschonzeieten und -Mindestmaße für Nordrhein-Westfalen.

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