Angeln in Frankfurt Oder

Die Grenzstadt zu Polen bietet dem passionierten Angler exzellente Angelgewässer an und um die Oder.

Frankfurt an der Oder wird oft mit einer anderen bekannten deutschen Stadt verwechselt – Frankfurt am Main. Auch wenn die Finanzmetropole weltweit bekannt ist, bleibt sie ihrem östlichen Konterpart zumindest aus der Perspektive eines Anglers klar unterlegen.

Zu monoton sind die Mainufer und zu stark industriell verbaut. Die Oder hingegen hat ihren natürlichen Reiz behalten können, indem ihre Uferregionen wenig industrialisiert wurden. So sind zahlreiche Uferabschnitte entlang der Oder wegen der natürlichen Vegetation nach wie vor nur schwer zugänglich. Darüber hinaus wurde die Oder bis zum Ostsee mit zahlreichen Buhnen verbaut, die für jeden Angler immer willkommen sind.

Angeln in Frankfurt an der Oder

Frankfurt an der Oder

Frankfurt an der Oder

Auch wenn das Ufer auf der polnischen Seite – von Frankfurt-City aus gesehen – für einen Angler sehr attraktiv aussieht, ist es in Frankfurter Innenstadt ganz anders. Hier wurde mit viel Fleiß und jeder Menge Beton alles zugemauert, was nicht weit genug vom Wasser entfernt gelegen hat. So befinden sich die besten Angelstellen in Frankfurt an der Oder entweder am Stadtrand oder außerhalb der Stadt.

Einzig der Seitenarm der Oder, der relativ zentral durch die Stadt fließt und eine ausschließlich für Fussgänger und Farradfahrer zugängliche Insel schafft, bietet gute Angelplätze an. Insbesondere die beiden Einmündungen sind hier hervorragende Hostspots, die trotz starker Belagerung durch Angler immer den Versuch wert sind.

Außerhalb der Stadt sind vor allem der Uferabschnitt zwischen zwei Brücken und die Strecke stromabwärts des Brieskower Sees sehr lukrativ, da sie noch nicht zu stark von Anglern frequentiert werden und viele markante Bodenstrukturen anbieten. Folgend werden einige interessante Angelplätze innerhalb dieser Strecke beschrieben, die besonders ertragreich sind und schon etliche kapitale Fische zutage gebracht haben.

Zwischen zwei Brücken

Eisenbahnbrücke in Frankfurt an der Oder

Eisenbahnbrücke in Frankfurt an der Oder

Die Strecke zwischen den Eisenbahn- und -Autobahnbrücken (A2) ist in 58.000 Einwohner Stadt das beliebteste Ziel der einheimischen Angler, weil sie mit dem Auto durchgehend erreichbar ist. Hier kann man nicht nur an den Buhnen sondern auch an dem parallel zu Oder verlaufenen Seitenarm auswerfen, der ebenso einige spannende Hotspots anbietet.

Dritte Buhne nach der Autobahnbrücke

Autobahnbrücke in Frankfurt an der Oder

Autobahnbrücke in Frankfurt an der Oder

Dritte Buhne stromabwärts der Autobahnbrücke fällt auf und lädt geradezu zum Angeln ein. Durch ihre besondere gekrümmte Konstruktion wird hier ein weitläufiges Buhnenfeld mit interessanten Bodenstrukturen geschafft. Zugleich ist es die tiefste Buhne an diesem Uferabschnitt.

Hechte, Zander, Rapfen und zahlreiche Friedfischscharten kann man hier nicht nur im Sommer sondern auch im Winter fangen. Während in der kalten Jahreszeiten vor allem strömungsfreie Stellen mittig im Buhnenfeld sehr interessant sind, tummeln sich Fische im Sommer eher an der Strömungskante. Denn früher oder später wird hier jedem Fisch ein Leckerbissen angespült. Die Räuber wissen es auch und lauern nicht weit entfernt auf Beute.

Seitenarm

Weiterhin bietet der parallel zu Oder verlaufende Seitenarm zum Teil sehr spannende Grundstrukturen an, wie z.B. unter der Eisenbahnbrücke. Während das Wasser direkt unter der Brücke die ganzen 7 Meter Tiefe aufweist, flacht sich der Bodengrund Richtung Ufer schnell auf 1,5 Meter ab. Dadurch werden unter Wasser Abfälle geschaffen, die über alle Jahreszeiten hinweg von Raubfischen besetzt sind.

Wer hier allerdings direkt unter der Brücke jiggen will, der muss bei jedem zweiten Wurf mit einem Hänger rechnen. Denn der Grund an dieser Stelle ist durchgehend mit Steinen gepflastert. Unzählige Köder und Angler-Träume müssen hier schon auf dem Boden liegen.

Stromabwärts Brieskower See

Frankfurt an der Oder

Frankfurt an der Oder

Die gesamte Strecke von der Brieskower-Einmündung stromabwärts bis zu Autobahnbrücke ist mit weitläufigen Buhnen verbaut, die viele attraktive Angelplätze schaffen. Darüber hinaus wird dieser Uferbereich durch seine Abgelegenheit viel weniger von Anglern frequentiert, als die oben beschriebene Strecke zwischen zwei Brücken. Angler, die ihre Ruhe brauchen, finden hier wonach sie suchen.

Einmündung am Brieskower See

Während Brieskower See an sich ein ziemlich flaches Gewässer mit kaum interessanten Strukturen ist, bietet seine Oder-Einmündung einen perfekten Hotspot an, der zwar etwas schwieriger zu erreichen ist, dafür aber zahlreiche Fischarten beherbergt. Raubende Zander, Hechte, Rapfen und Barsche sind hier im Sommer abwechselnd fast den ganzen Tag hindurch anzutreffen.

Auch die ersten drei Buhne stromabwärts der Einmündung sind sehr interessant. Zahlreichen Bäume, die hier dich am Ufer wachsen, werfen allerlei Insekte ins Wasser –  Leckerbissen für jeden Fisch. Somit macht die Brieskower-Einmündung den Auftakt auf eine lange, lukrative und zum Teil schwer zugängliche Angelstrecke, die sich bis zu der Autobahnbrücke ausdehnt.

Achte Buhne

Nun nähern wir uns der achten Buhne nach dem Brieskower See, die vor allem durch ihre Tiefe hervorsticht. Im Sommer wie im Winter beherbergt sie Friedfischschwärme sowie ihnen stets folgende Räuber.

Während hier im Sommer vor allem Zander und Rapfen in der Strömung lauern, sind im Winter sogar Quappen-Fänge möglich. Selbst mit dem Gummifisch* lassen sich die Süßwasserdorsche an dieser Stelle überlisten. Mehr zu diesem Thema im folgenden Artikel: Quappenangeln an der Oder.

Parkmöglichkeit

Die einzige Möglichkeit möglichst nah an die Brieskower-Einmündung mit dem Auto zu kommen, ist dem Viehtrifft-Weg zu folgen, der kurz vor Lossow von der L381 abzweigt. Allerdings wird man hier nicht direkt an das Wasser fahren können, weil die Ufer-Wiesen verpachtet sind.  Immerhin gibt es eine Parkstelle ca. 400 Meter vor dem Ufer – direkt vor der Eisenbahnunterführung.

Große Oderangelkarte

Das Schöne am Angeln an der Oder ist, dass man hier mit einer einzigen Angelkarte praktisch an dem gesamten Fluss angeln kann. So spart man sich aufwendige Recherchen nach Pachtverhältnissen und Angelkarten-Verkaufsstellen. Auch der Preis der großen Oderkarte beträgt unter der Voraussetzung des Besitzes einer DAV Mitgliedskarte nur 35 Euro pro Jahr!

Folgend vollständiger Auszug aller Gewässerbereiche, die mit der großen Oderkarte beangelt werden können: „Oderstrom mit Alt-, Stich- und Nebengewässer soweit zur Oder gehörend vom km 547,5 (ca. 5km unterhalb der Neissemündung – Höhe Neuzelle) bis km 704 (Marienhofer Wehr) und Westoder bis nach Mescherin (unterhalb Gartz) inklusive Oderbruch + Oderberger Gewässer, Poldergewässer, Schwedter Querfahrt und Friedrichsthaler Wasserstraße, soweit diese Gewässerbereiche zur früheren Oder gehörten.“

Niedriger Wasserpegel an der Oder

Folgende Aufnahmen wurden an den Buhnen stromabwärts Brieskower See gemacht und zwar bei rekordverdächtigen 80 cm Wasserstand! So ein niedriger Flusspegel passiert in Frankfurt etwa alle 20 Jahre.

Niedrigwasser an der Oder in Frankfurt

Niedrigwasser an der Oder in Frankfurt

Niederiger Flusspegel in Frankfurt Oder

Niederiger Flusspegel in Frankfurt Oder

Niedrigwasser an der Oder in Frankfurt

Niedrigwasser an der Oder in Frankfurt

Niederiger Flusspegel in Frankfurt Oder

Niederiger Flusspegel in Frankfurt Oder

Auch wenn es beim Niedrigwasser mit dem Angeln eher schleppend bis gar nicht geht, bietet diese Situation einmalige Gelegenheit das freigesetzte Flussbett zu erkunden. So verschafft man sich einen Eindruck über die Unterwasserstrukturen, um dieses Wissen später beim mittleren Wasserpegel aktiv einzusetzen.

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