Angeln in Russland

Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Angel-Möglichkeiten in Russland und die dafür notwendigen Erlaubnisse.

Russland ist ein Land der Angler

Angeln in Russland

Angeln in Russland

Kaum ein anderes Volk pflegt ein so intensives Verhältnis zu seinen Flüssen und Seen wie die Russen. Angeln gehört daher zu der beleibtesten Freizeitbeschäftigung in dem größten Land der Erde. Die Möglichkeiten zum Fischen sind in Russland besonders vielfältig. Sie reichen vom Eisangeln im Norden Sibiriens bis hin zum Fischen im Delta der Wolga. Hinzu kommen der Nordatlantik, der Pazifik, die Ostsee, das Schwarze Meer sowie riesige stehende Gewässer wie der Baikalsee.

Ganz gleich, wo man sich in Russland befindet: Geangelt wird faktisch überall. Angeln ist dabei weit mehr als ein populärer Volkssport. Der gefangene Fisch hat vielmehr seinen festen Platz auf dem Speiseplan der Russen. Da das Land weithin dünn besiedelt ist, tut die Beliebtheit des Angelns dem Fischreichtum und der Vielfalt der Arten bis auf einige Ausnahmen keinen Abbruch. Eine Reise nach Russland ist deshalb für jeden Angler ein besonderes Erlebnis.

Angeln im Wolgadelta

In den weiten Zentralrusslands ist vor allem die Wolga ein besonders lohnendes Ziel. Mit über 3.500 Kilometern Länge, ist sie der größte Fluss Europas. Am ausgeprägtesten ist die Fischfauna der Wolga im Flussdelta. Dieses erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von mehr als 27.000 Quadratkilometern. Dies entspricht der anderthalbfachen Größe von Sachsen. In den mehr als 800 Teilflüssen gibt es eine besonders große Vielfalt interessanter Arten.

Die häufigsten vorkommenden Friedfischarten in Wolga sind Karpfen, Brassen, Alande, Güster, Rotfedern und Rotaugen. Weiterhin gibt es große Vorkommen an Raubfischen, wie z.B. Hechte, Zander, Barsche, Welse, Rapfen und Döbel. Welse können im Wolgadelta ein Gewicht von bis zu hundert Kilo erreichen. Das Durchschnittsgewicht von Wildkarpfen liegt bei gut 12 Kilo, wobei einzelne Exemplare bis zu 35 Kilo erreichen können. Darüber hinaus im Delta der Wolga das Speerfischen legal möglich ist.

Angeln in Sibirien

Mit über 13 Millionen Quadratkilometern umfasst Sibirien etwa drei Viertel des gesamten russischen Staatsgebiets. Andererseits leben lediglich 38 Millionen Menschen in diesem riesigen Gebiet und dies weit überwiegend in größeren Städten. Entsprechend unberührt sind weite Teile Sibiriens. Für Angler ist vor allem der Sibirische Taimen ein wichtiger Grund für eine Reise in diese Region. Dabei handelt es sich um den größten Salmoniden der Welt und eine der ältesten Fischarten überhaupt. Der Taimen kann eine Größe von bis zu 1,40 Metern und ein Gewicht von bis zu einem Zentner erreichen. Dabei lassen sich auch in eher kleineren Flüssen oft große Fische angeln. Neben dem Taimen gibt es in Sibirien auch eine große Zahl von kapitalen Hechten.

Angeln im Baikalsee

Angeln im Baikalsee

Bildlizenz: Kirsten Buerger, Olchon Shaman Rock, CC BY-SA 3.0

Der Baikalsee ist mit 1.642 Metern nicht nur der tiefste, sondern mit 25 Millionen Jahren auch der älteste Süßwassersee des gesamten Erdballs. Mehr als ein Fünftel des weltweiten Süßwasserbestands befindet sich im Baikalsee. Insofern ist es kein Wunder, dass sich in diesem Gewässer 56 verschiedene Arten von Fischen tummeln. Besonders gut lassen sich im Baikalsee solche Plötzen, Alande, Rotaugen, Brassen wie auch Hechte, Barsche und Äschen beangeln.

Wenn Sie sich einen Kescher für den Angeltrip zum Baikalsee anschaffen wollen, sollten Sie zu besonders robusten Modellen greifen, denn minderwertige Produkte reißen schlicht aufgrund der Größe dortiger Fische. Zwei Drittel der Tier- und Pflanzenarten des Baikalsees kommen nur dort vor. Hierzu zählt der mit Lachs und Forelle verwandte Omul. Entsprechend der Verwandtschaft ist er ein ausgezeichneter Speisefisch, der sich hervorragend braten und räuchern lässt. Auch der Omulkaviar erfreut sich großer Beliebtheit weit über die Region des Baikalsees hinaus.

Angeln auf Kamtschatka

Die Halbinsel Kamtschatka im Nordosten Sibiriens ist ein wahres Mekka für alle Salmoniden-Angler. Um dorthin zu kommen, müssten Sie allerdings vermutlich den längsten Inlandflug der Welt zwischen Moskau und Petropavlovsk hinter sich bringen. Haben Sie es geschafft, stehen Ihnen die Tage des Angelns der besonderen Art an. Vor allem das Fliegenfischen am Ozernaya oder Yelovka Fluss wird schon aufgrund der vulkanisch geprägten landschaftlichen Umgebung zu einem einmaligen Erlebnis.

Auf Kamtschatka lassen sich zehn unterschiedliche Arten von Lachsen fischen. Hinzu kommen zahlreiche Arten von Forellen. Aufgrund der großen Bestände ist das Fischen auf der Halbinsel sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus in aller Regel schnell von Erfolg geprägt. Von besonderem Interesse ist vor allem der als „Königslachs“ genannte Tschawytscha, der eine Größe von 1,8 Metern und ein Gewicht von bis zu 50 Kilogramm erreichen kann.

Angelerlaubnisse

Angeln in Russland

Angeln in Russland

Die gute Nachricht ist: Allgemein wird in Russland kein Schein oder sonstige Lizenz für das Angeln verlangt. Insofern gestalten sich Angelreisen nach Russland in dieser Beziehung generell deutlich einfacher als bei vielen anderen Ländern. Dafür wird für die Einreise nach Russland ein Touristen-Visum benötigt. Dieses berechtigt allerdings nicht dazu, sich vollkommen frei im gesamten Staatsgebiet zu bewegen. Eine Reihe von Regionen der Russischen Föderation dürfen ohne besondere Genehmigung überhaupt nicht betreten werden. Gerade bei einer Reise nach Sibirien ist es daher wichtig, sich zu erkundigen, ob eine Genehmigung für das gewünschte Zielgebiet eingeholt werden muss.

Überhaupt ist es sinnvoll, bereits vor Antritt der Reise nach Russland genaue Informationen einzuholen. Dies gilt auch dann, wenn in dem größten Land der Welt bestimmte seltene Arten geangelt werden sollen. Diese sind häufig besonders geschützt, sodass es in diesen Fällen einer speziellen Genehmigung bedarf. Gleiches gilt für eine Reihe von Naturschutzgebieten. Insofern ist es sinnvoll, sich vor Abreise genau über das gewünschte Zielgebiet zu erkundigen, da auch dann, wenn ein Angelschein benötigt wird, die Kosten in der Regel gering sind.

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