Angeln in Wittenberge

Wittenberge liegt exakt auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin und beherbergt sehr lukrative Angelstellen an und um die Elbe.

Im Dreiländereck

Bahnhof in Wittenberge

Bahnhof in Wittenberge

Obwohl Wittenberge an der Grenze zu Niedersachsen und Mecklenburg im sogenannten Dreiländereck liegt, kann man hier allein mit der Angelkarte des Landesanglerverbandes Brandenburg im gesamten Binnenhafen wie auch auf insgesamt 22 Kilometern Stromelbe angeln. Somit haben Angler in Wittenberge mit einer einzigen Angelkarte ein sehr breites Gewässer-Angebot und die besten Chancen zahlreiche Fischarten zu fangen.

Niedrigwasser an der Elbe bei Wittenberge

Niedrigwasser an der Elbe bei Wittenberge

Wem es immer noch zu wenig ist, der kann sich für gerade mal 10 Euro eine Angelkarte des Anglerverbandes Niedersachsen holen und damit das linke Elbufer in Wittenberge beangeln. Der Preis ist deshalb so niedrig, weil die beiden Landesanglerverbände eine Partnerschaft diesbezüglich pflegen.

Angelstellen in Wittenberger Hafen

Hafen in Wittenberge

Hafen in Wittenberge

Stepenitz oder auch Zellwollehafen genannt bildet zusammen mit Karthanesee den gesamten Wittenberger Binnenhafen. Beide Gewässer sind durch die Einmündungen der gleichnamigen Flüsse entstanden. Während Stepenitz direkt an die Stadt anknüpft, grenzt Karthanesee an das Industriegebiet an.

Elbmündung im Stepenitz

Die Elbmündung an der Hafeneinfahrt ist im Stepenitz ein sehr aussichtsreicher Hotspot, der besonders in warmen Jahreszeiten verschiedene Raubfischarten wie z.B. Hechte, Zander, Barsche und Rapfen beherbergt.

Zahlreiche Friedfischschwärme tummeln sich hier immer auf der Suche nach Nahrung, die mit der Strömung angespült wird. Räuber wissen es und gehen entlang der Strömungskante auf Streife. Dabei teilen sie sich sowohl in verschiedenen Wasserschichten als auch innerhalb der Tageszeit auf. Während Barsche und Rapfen tagsüber sehr aktiv sind, ziehen Hechte bei Dämmerung und Zander sogar in der Nacht auf Beutezüge.

Eisenbahnbrücke

Nächster sehr guter Hotspot im Stepenitz ist der Uferbereich um die Eisenbahnbrücke herum. Durch Einengung fließt das Wasser an dieser Stelle beim wechselnden Pegel besonders schnell hindurch, was wiederum dafür sorgt, dass hier viele Nährstoffe transportiert werden, wovon sich die Kleinfische ernähren. Somit sind alle Ecken und Kanten um die Brücke herum potenzielle Hotspots, insbesondere dann, wenn sie tief sind und den Fischen Lichtschatten bieten.

Auch die Stelle gegenüber der Brücke, die nur über das Industriegelände zu erreichen ist, wird von Anglern sehr geschätzt. Brassen, Karpfen, Barsche und Hechte fängt man hier fast das ganze Jahr hindurch.

Am Bootshaus Garsedow

Im Karthanesee sticht besonders tiefe Einengung am Bootshaus Garsedow stark hervor. Hier fängt man im Sommer nicht nur Hechte und Zander sondern auch zahlreiche Barsche, die an dieser Stelle bemerkenswert häufig an den Haken gehen. Scharfe Abfälle im Fahrwasser sowie zahlreiche große Steine auf dem Grund schaffen hier für die Räuber aller Art sehr gute Verstecke. Zugleich sorgt die üppige Vegetation an den anschließenden, weitläufigen und seichten Uferbereichen für Nahrung für Kleinfische.

Wenn dieser Angelplatz auch so attraktiv ist, riskiert man hier wegen dem steinigen Untergrund, der noch in 6 Meter Tiefe gnadenlose Hänger verursacht, stets den Köderverlust. Will man sich das ersparen, soll entlang des seichten Ufers anstatt in die Tiefe ausgeworfen werden. Früher oder später begeben sich die Räuber aus der Tiefe hierüber, um die Beute zu machen.

Angelstellen an der Wittenberger Elbe

Wittenberger freistehende Turmuhr

Wittenberger freistehende Turmuhr

Die Strecke stromaufwärts der Eisenbahnbrücke gilt in Wittenberge nicht nur als sehr fischreich sondern auch als gut zugänglich. Darüber hinaus hat man hier eine weitläufige unverbaute Sicht. Phänomenale Naturlandschaft und imposante industrielle Kulisse in Form der größten freistehenden Turmuhr Deutschlands, die auf dem Singer-Geländer im Jahr 1920 errichtet wurde, macht diese Landschaft zu einem besonderen Hingucker. Wegen der weitläufigen und manchmal über 4 Meter tiefen Buhnenfeldern ist diese Strecke bis zum Hinzdorf hinüber sehr lukrativ sowohl für Friedfisch- als auch für Raubfischangler.

Erste Buhne

Da die erste Buhne stromaufwärts der Eisenbahnbrücke nach einem langen buhnenfreien Uferabschnitt liegt, sammeln sich die Fische an dieser Stelle in besonders großen Schwärmen an, um vor der Strömung Schutz zu finden. Die Raubfische wissen es und bleiben naturgemäß nicht weit entfernt.

Der optimale Wasserpegel beträgt hier 2,70 Meter. Bei diesem Wasserstand wird die gesamte Buhne gut betretbar und das Buhnenfeld komplett mit Wasser bedeckt. Hat man es auf die Räuber abgesehen, sollte man am Buhnenkopf sowohl gegen als auch mit der Strömung auswerfen. Meterhechte und 90-er Zander wurden schon an dieser Stelle gefangen, wie auch kapitale Rapfen und die beim Raubfischangeln allgegenwärtige Brassen.

Achte Buhne

Weiter Richtung Hinzdorf ist insbesondere achte Buhne hervorzuheben, die tief und weitläufig genug ist, sodass sich hier große Fischschwärme tummeln können. Zander, Hechte und Rapfen sind die üblichen Verdächtigen, die man hier überwiegend an dem Buhnenkopf beim Spinnfischen an den Haken bekommt.

Durch die natürliche Bodenstruktur, deren Verlauf unter Wasser noch am Ufer erahnt werden kann, ist diese Buhne besonders tief und zwar ungewöhnlich nah am Ufer. Dadurch wird hier die perfekte Gelegenheit geboten den seltenen kapitalen Flussbarsch zu überlisten. Darüber hinaus grenzt diese Buhne an ein besonders weitläufiges Buhnenfeld an, das für Hochspannungsleitungen ausgelegt wurde.

Stepenitz und Karthane

Stepenitz und Karthane in Wittenberge bei Niedrigwasser

Stepenitz und Karthane in Wittenberge bei Niedrigwasser

Die beiden kleinen Nebenflüsse der Elbe laufen im Wittenberger Hafen zusammen und gelten in Deutschland als sehr rein. Die Stepenitz wurde wegen ihrer hervorragenden Wasserqualität sogar in das Lachsprogramm des Bundeslandes Brandenburg aufgenommen. Der Abschnitt zwischen Putlitz und Stepenitz ist als Salmonidengewässer ausgezeichnet und darf unter der Voraussetzung des Erwerbs eines Salmoniden-Angelscheins sogar beangelt werden.

Damals und heute

Im Jahr 1846 erlangte Wittenberg durch den Anschluss an die Eisenbahnlinie Berlin-Hamburg zum ersten Mal in seiner Geschichte landesweite wirtschaftliche Bedeutung. Anschließende zunehmende Industrialisierung des Ortes wie z.B. durch den Bau einer Chemiefabrik im Jahr 1849 oder durch die Errichtung eines Nähmaschinenwerkes in 1903 (die berühmte Singer-Fabrik) lockte zahlreiche Facharbeiter nach Wittenberge an, unter denen schon damals nicht wenige leidenschaftliche Angler gewesen sein müssen.

Spundwand im Hafenbereich

Spundwand in Wittenberger Hafen

Durch den zunehmenden industriellen Ausbau der Uferstruktur um das Singer-Werk herum entstand ein weitläufiger Binnenhafengebiet mit zahlreichen Angel-Hot-Spots, die allerdings erst im späten 20 Jahrhundert für Angler interessant wurden – nachdem die Nähmaschinenfabrik zum großen Teil still gelegt worden war und die Umweltschutzauflagen im ganzen Land strikt eingehalten werden mussten. Somit hat sich die Wasserqualität in Wittenberger-Hafen erst in der Moderne nachhaltig verbessern und die Fischbestände erholen können.

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