Angeln mit Wurm

Welche Fische besonders gerne auf Wurm beißen und was sie beim Angeln mit diesem Naturköder beachten müssen, erklären wir in diesem Artikel.

Der ultimative Angelköder

Angeln

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Das Angeln mit dem Wurm gehört zu den ältesten Angeltechniken überhaupt. So verführerisch die immer neuen und damit teurer werdenden Kunstköder auch sein mögen: Mit einem Wurm fängt der Angler noch immer zuverlässig seinen Fisch. Abgesehen davon, dass das Fischen immer dann erst entspannt ist, wenn man nicht ständig den Kunstköder in Aktion halten muss. Der Wurm macht seine Bewegungen nämlich noch immer von selbst. Apropos selbst: Die Würmer für das Angeln können Sie sich leicht ganz allein besorgen. Wollen Sie diese nicht in einem Angelladen für mehr oder weniger Geld kaufen, dann sollten Sie sich die Würmer einfach auf einer Wiese suchen. Ideal sind große Flächen, die mit Gras bewachsen sind.

Am häufigsten vorkommende Wurmarten

Auf der Erde gibt es rund dreitausend Wurmarten. Davon leben 39 in Deutschland. Kreuzen lassen die Würmer untereinander übrigens nicht. Und zu den Schädlingen zählen die zahnlosen Lebewesen auch nicht.

1. Tauwurm (Regenwurm)

In der Bundesrepublik Deutschland werden als Angelwürmer hauptsächlich Tauwürmer und Riesenrotwürmer, auch Dendrobena genannt, verwendet. Die Tauwürmer werden in der Regel aus Kanada eingeführt. Dort werden sie in Handarbeit eingesammelt, gelagert und schließlich in die ganze Welt versendet. In einer Zucht vermehren lassen sich die Tauwürmer leider nicht.

2. Dendrobena (Riesenrotwurm)

Riesenrotwurm. Lizenz: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lumbricus_terrestris_(26559560801).jpg), „Lumbricus terrestris (26559560801)“, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Riesenrotwurm. Lizenz: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, Lumbricus terrestris (26559560801), CC BY 2.0

Eine Alternative zu den Tauwürmern sind Dendrobena (auch Riesenrotwurm genannt). Diese Würmer können sehr wohl gezüchtet werden. Wegen ihrer guten Eigenschaften wird diese Wurm-Art auch in unseren Breiten immer beliebter. Dendrobena ist widerstandsfähig und ausgesprochen lebhaft und sie überlebt auch für längere Zeit in kalten Gewässern. Deshalb findet der Riesen-Rotwurm oft seinen Einsatz beim Eisfischen.

3. Wattwurm (Pierwurm)

Wattwurm. Lizenz: Denis Barthel (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wurm.jpg), „Wurm“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

Wattwurm. Lizenz: Denis Barthel, Wurm, CC BY-SA 3.0

Ein toller Köder ist der Wattwurm, der auch Pierer oder Pierwurm genannt wird. An den Küsten Deutschlands zählt der zwischen 15 und 25 Zentimeter lange Wurm zu den am meisten genutzten Naturködern. Sein Vorkommen hat er in den Schlick- und Sandböden des Wattenmeeres. Als Köder eignet sich der Wattwurm wundervoll für Schollen, Aale, Flundern oder für den Dorsch.

4. Mistwurm (Kompostwurm)

Ein weiterer hervorragend für das Angeln geeigneter Wurm ist der Mistwurm. Gesammelt wird er in organischen Abfällen, in Mistabfall, Misthaufen oder Komposthaufen. Auch Angelgeschäfte halten den Mistwurm oft bereit. Schauen Sie aber genau hin und verwechseln sie ihn nicht mit dem Dendrobena. Dieser fängt wesentlich schlechter als der Mistwurm. Bewahren Sie die Mistwürmer kühl auf. Für größere Mengen empfehlen sich Kisten mit Komposterde, die feucht, humus- und nährstoffreicher sein sollte. Die Kisten lagern Sie im Keller.

Klassische Wurm-Montage

In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine klassischen Wurm-Montage fürs Stippen aufgebaut ist. Damit können Sie so ziemlich alle kleinere Weißfische fangen, die in unseren Gewässern vorkommen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, klicken Sie hier.

Wurm-Montage fürs Stippen

Wurm-Montage fürs Stippen

Welche Möglichkeiten gibt es Würmer auf den Haken zu ziehen?

Der Klassiker ist das mehrfache Durchstechen des Wurmes. Er wird in der Mitte mit dem Haken mehrfach durchlöchert und so auf den Haken aufgefädelt. Beide Enden sind freiliegend und bewegen sich zu den Enden hin. Das erhöht die Lockwirkung. Die Spitze des Hakens kann frei bleiben. Nachteil: Es gibt häufiger Fehlbisse. Deshalb sollten Sie bei zaghaften Bissen etwas abwarten, bevor Sie den Anschlag setzen.

1. Mittig durchstechen

Eine weitere Möglichkeit den Wurm am Haken zu befestigen besteht darin, ihn mittig zu durchstechen. Dann wird er in seiner Körpermitte auf den Schenkel des Hakens gezogen. Auch hier bewegen sich die Wurmenden in beide Richtungen frei. In Verbindung mit einer Posenmontage ist diese Methode ein wahrer Barschkiller.

2. Ganzen Wurm aufziehen

Sie können auch den ganzen Wurm auf die Nadel und die Vorfachschnur ziehen. Das geht der Länge nach mit einer speziellen Wurmnadel. Nur ein kurzes Ende der Wurmspitze bleibt frei. Diese Methode wird häufig beim Brandungsfischen auf Plattfische verwendet. Vorteil: Es gibt kaum Fehlbisse. Wenn die Fische mit dem Köder wegschwimmen wollen, haken sie sich meist von selbst.

3. Wurmbündel

Optimal für Aal- und Welsfang ist das Wurmbündel. Mehrere Würmer werden mittig auf den Haken aufgefädelt. Die Wurmenden bewegen sich frei in alle Richtungen. Der Angelköder ist ausgesprochen gut fängig. Allerdings lockt er oft auch Kleinfische an.

4. Wurmstückchen

Beißen die Fische nur vorsichtig, empfehlen sich Wurmstückchen. Mehrere Wurmstücke werden hierbei auf den Haken gezogen. Dabei verbreitet sich der Duft aus dem Wurminneren verlockend im Wasser. Der Reiz der Bewegung geht allerdings etwas verloren. Weil es aber keine Wurmenden gibt, die sich frei bewegen, sinkt auch die Zahl der Fehlbisse deutlich.

Würmer selbst anschaffen

Am Wasser

Am Wasser

Am besten man besorgt sich seine Würmer am Abend unmittelbar vor dem Angeln. Ideal ist ein Zeitpunkt, zu dem das Gras feucht wird. Dann kommen die Würmer fast von alleine aus dem Boden. Nehmen Sie sich eine abgedunkelte Taschenlampe mit, die Sie leicht mit roter Folie abkleben können. Die Würmer verziehen sich schnell. Bewegen Sie sich also vorsichtig und vor allem langsam.

Packen Sie die Würmer leicht an, die nach dem Regen aus der Erde schauen. Sie müssen nicht daran ziehen. Wenn sie den Wurm für eine Weile festhalten, entspannt er sich und Sie können ihn leichter aufnehmen. Weil Fische richtig gut riechen können, sollten Sie eine Grundregel beachten: Lassen Sie keinen fremden Geruch an den Wurm. Er nimmt Gerüche schnell an. Vor der Berührung mit dem Lebendköder waschen Sie sich deshalb am besten die Hände.

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