Angelruten Arten

Pilkruten, Spinnruten, Bologneseruten, Matchruten, Fliegenruten.. Weit über 20 unterschiedliche Rutenarten gibt es auf dem Markt. Die wichtigsten davon werden in diesem Artikel dargestellt.

Klassifikation nach Länge, Wurfgewicht und Aktion

Fast alle Ruten-Arten werden nach drei wichtigsten Parametern klassifiziert – Länge, Wurfgewicht und Rutenaktion. Während das Wurfgewicht den Auswurf eines minimal und maximal zulässigen Ködergewichts vorgibt, bestimmt Rutenaktion und die Länge der Rute die Präsentation des Köders und ist darüber hinaus fürs Drillen und Landen der Fische verantwortlich.

Rutenaktion

Rutenaktion

Es gibt insgesamt drei wichtigste Rutenaktionen: Spitzenaktion, semiparabolische und parabolische Aktionen. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Moderne Angelruten Arten

Angelruten werden in der Moderne aus Kohlefaser, Kevlar und glasfaserverstärkte Kunststoffe hergestellt. Diese Materialien erlauben den Bau ganz spezieller Geräte, die je nach Angeltechnik und Zielfisch manchmal sogar komplett unterschiedlichen Anforderungen standhalten. Folgend finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Ruten-Arten:

1. Stippruten

Zum Stippen braucht man nur das Notwendigste – eine Rute, eine Pose, einen Haken und eine Schnur. Obwohl es inzwischen beringte und teleskopierbare Stippruten gibt, ist eine klassische Gerste zum Stippen unberingt und wird zur gewünschten Größe ineinander gesteckt. Weiterhin kommt eine Stipprute ohne Rolle aus, indem die Schnur einfach an der Spitze der Rute befestigt wird. Gewöhnlich werden Stippruten beim Posenangeln auf Friedfische in stehenden und langsam fließenden Gewässern eingesetzt. (Stippruten-Kaufratgeber)

2. Spinnruten

Spinnruten wurden speziell fürs Raubfischangeln entwickelt. Sie sind viel kürzer als Stippruten und werden vor allem zum Auswerfen und Einholen der Kunstköder eingesetzt. Dadurch werden die im Wasser vorkommenden natürlichen Fische oder Insekten simuliert, um die Raubfische zum Biss zu provozieren. Je nach Art der Kunstköder bzw. der Köderpräsentation unterscheiden sich Spinnruten vor allem nach Wurfgewicht und Rutenaktion. Weiterhin sind fürs Bootangeln kürzere und Uferangeln längere Spinnruten zu empfehlen.  (Spinnruten-Kaufratgeber)

3. Bolognese-Ruten

Bolognese-Ruten sind meist 5 bis 7 Meter lang und lassen sich am besten beim Friedfischangeln in den strömenden Gewässern einsetzen. Durch ihre große Länge reichen sie weit in die Strömung hinein, wo man sie beim Posenangeln, ähnlich den Stippruten, einsetzen kann. Da Bolognese-Ruten beringt und mit Rollen bestückt sind, erlauben sie durch ihre Länge und flexible Schnuraufnahme eine aktive und kontrollierte Posenführung selbst auf große Distanz. Das heißt, man kann den Haken samt Pose entweder mit der Strömung treiben lassen oder auch direkt an der Rutenspitze fischen. (Bologneseruten-Kaufratgeber)

4. Eisangelruten

Wie der Name schon sagt, sind Eisangelnruten speziell fürs Angeln auf den zugefrorenen Gewässern konzipiert, indem man seinen Köder durch ein Eisloch unter Wasser bringt. Daher sind sie besonders kurz (30 bis 60 cm) und besitzen eine sensible Spitze, mit der auch noch sehr vorsichtige Bisse gut erkannt werden können. Weiterhin werden Eisangelnruten mit leichten und kompakten Rollen bestückt, die nur wenig Schnur aufnehmen können. (Eisangel-Sets Kaufratgeber)

5. Karpfenruten

Karpfenangler gelten als eine eingeschworene Gemeinschaft unter allen Anglern und leben in ihrem eigenen Universum. Aus diesem Grund gibt es in der Angelindustrie extra einen Zweig, indem speziell fürs Karpfenangeln entwickelte Ruten, Rollen, Kescher, Posen usw. angeboten werden. Das wichtigste Merkmal einer Karpfenrute ist Robustheit, denn Karpfen gehören zu den starken und besonders ausdauernden Kämpfern unter den Friedfischen, die sich vehement zur Wehr setzen. Zugleich muss eine Karpfenrute weich sein, damit die Fluchtversuche der Kolosse im Drill abgefedert werden können. (Karpfenruten-Kaufratgeber)

6. Fliegenruten

Fliegenruten sind in der Regel 1.80 bis 3 m lang. Da sie fürs Angeln mit den federleichten Kunstfliegen entwickelt wurden, haben Fliegenruten weiche bis mittelschnelle Aktion und sind sehr feinfüllig. Überhaupt ist das Fliegenfischen eine Welt für sich, die zu Recht als die eleganteste unter allen Angelmethoden gilt. Es gibt Einhand- und Zweihand-Modelle unter den Fliegenruten. Während bei uns vor allem Einhandmodelle im Gebrauch sind, werden Zweihandruten traditionell zum Lachsfischen mit Nassfliegen an größeren Flüssen in Kanada oder Norwegen verwendet.  Zweihandruten erlauben nicht nur größere Wurfweite sondern auch eine bessere Führung der Fliege und nicht zuletzt einen sicheren Drill von großen Fischen.

7. Teleskopruten

Teleskopruten wurden für keine spezielle Angeltechnik entwickelt und bezeichnen nur die Bauart einer Rute. Sie bestehen aus mehreren Einzelteilen von ca. 50 bis 100 cm, die schnell ineinander geschoben und entsprechend ausgefahren werden können. Somit sind Teleskopruten viel kompakter als z.B. Steckruten und sehr gut für den Transport in kleinen Koffern, Taschen oder z.B. auf dem Roller geeignet. Einzig die Aktion einer Teleskoprute in der Regel sehr langsam, da sie durch die Überlappungen der zusammenschiebbaren Teile beeinträchtigt wird. (Teleskopruten-Kaufratgeber)

8. Matchruten

Mit Matchruten werden Angel-Wettkämpfe ausgetragen (engl. match – Wettkampf). Sie bestehen in der Regel aus drei Teilen, haben dichte Beringung und eine Spitzen-Aktion. Ihr Vorteil liegt an dem leichten Gewicht und zahlreichen Ringen, die den Einsatz von sehr dünnen Sehnen erlauben. Diese wiederum schaffen Vorteile durch besonders weite Würfe und halten in Kombination mit den zahlreichen Ringen und dadurch bedingter gleichmäßigen Kraftverteilung dem Drill nicht nur halbstarker Fische. Somit sind sie perfekt für Wettkämpfe geeignet, in denen es darum geht, in kurzer Zeit möglichst viele Fische zu fangen. (Matchruten-Kaufratgeber)

9. Pilkruten

Pilkruten werden beim Angeln mit sogenannten Pilkern eingesetzt. Das sind besonders schwere Blinker, die beim Küstenangeln z.B. in den norwegischen Fjorden bei großen Tiefen eingesetzt werden, indem sie vom Boot auf den Grund herabgelassen werden. Der Pilker wird anschließend ein bis zwei Meter hochgezogen und wieder abgelassen und weiter in diesem Muster. Beim Drillen und Landen der Fische sind Pilkruten besonders starker Belastung ausgesetzt, deshalb haben sie ausgesprochen starkes Rückgrat. Weiterhin sind Pilkruten meist kurz und robust gebaut, um beim Anhieb eine gute Hebelwirkung erzielen zu können und den Fisch sicher zu haken. (Pilkruten-Kaufratgeber)

10. Baitcasting-Ruten

Baitcasting-Ruten sind eine Unterart der Spinnruten, die speziell für den Gebrauch mit Multirollen entwickelt wurden. Aus diesem Grund haben sie einen so genannten „Triggegriff“, der dem Angler einen perfekten Rutenhalt beim Auswerfen und bei der Köderpräsentation (Casting) ermöglicht. Baitcast-Ruten sind in der Regel kurz und kompakt. Meist werden sie beim Vertical Angeln eingesetzt. Es gibt allerdings auch Baitcaster zum Angeln vom Ufer, die in der Regel etwas länger ausfallen.

Angelruten Bestseller-Listen

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Exkurs in die Angelruten-Geschichte

Wurden die Angelruten noch vor 200 Jahren ausschließlich aus Weide und Hasel gefertigt, so erkannten die Engländer bereits Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, dass drei- bzw. vierspließige Rutenkonstruktionen, die aus Hartholzarten wie z.B. Lancewood oder Greenheart zusammengebaut werden, viel leichter und weniger kopflastig waren als die gewachsenen Ruten.

Ab diesem Zeitpunkt haben vor allem Amerikaner im großen Still damit angefangen, mehrspließige Ruten aus Bambus herzustellen. Diese Ruten waren für damalige Verhältnisse die Krönung der modernen Rutenbaukunst und fanden sehr weite Verbreitung.

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