Döbel

Der Döbel ist eine in Europa weit verbreitete Friedfischart, die sich mit zunehmendem Alter zu einem Raubfisch entwickelt.

Allgemeines

  • Name: Döbel (auch Alet und Aitel genannt). Engl.: Chub
  • Wissenschaftlicher Name: Squalius cephalus
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Weißfische
  • Vorkommen: Europa
  • Habitat: Fliessgewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 70cm / 5kg
  • Max. Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet
Döbel

Döbel

Lebensraum

Der Döbel kommt in den gemäßigten Gebieten in ganz Europa vor. Auch in der Türkei, weiten Teilen Russlands und im Iran gibt es wild lebende Döbel. In vielen seiner Habitate bildet er große Populationen und fühlt sich in verschiedenen Gewässertypen sehr wohl. Er hat unterschiedliche Namen, von denen besonders „Dickkopf“ stark verbreitet ist. Allerdings ist es keineswegs ein Hinweis auf seinen Charakter sondern der Bezug auf seinen Kopf, der bei adulten Fischen mit zunehmendem Alter immer massiver wird.

Ob in Industriekanälen, in Forellenbächen oder in großen Flüssen, hierzulande ist er in fast jedem strömenden Gewässern vorzufinden. Selbst in den Seen, die von Bächen durchflossen werden, und sogar im Brackwasserbereich an der Ostseekueste gibt es seine Populationen. Häufig findet man Döbel in selben Gewässern, in denen sich auch Forellen- und Barben wohl fühlen. Diese Spezies reagiert sensibel auf Umweltverschmutzungen und ist daher ein Indikator für Wasserqualität.

Merkmale des Döbels

Der Döbel unterscheidet sich von anderen Karpfenfischen wie z.B. dem Rapfen durch seine größeren Schuppen und den gestreckten, seitlich abgeflachten spindelförmigen Körper. Im Gegensatz zum Graskarpfen besitzt der Döbel fünf statt drei bis vier Schuppenreihen. Sein Kopf ist insbesondere bei ausgewachsenen Tieren sehr groß und das endständige Maul breit und stumpf.

Statt Zähnen besitzt der Döbel eine durchlaufende Hornschneide. Die Schuppen sind vor allem bei älteren Exemplaren dunkel umrandet, was ihnen ein netzartiges Muster verleiht. Die Afterflosse ist wie die Brustflossen orange-rötlich gefärbt, aber nach außen gebogen. Rücken und Flanken sind silbern bis goldbraun, der Bauch sieht weißlich, die Augen gelb.

In natürlicher Umgebung erreicht der Döbel ein Lebensalter von acht bis zehn Jahren und eine Größe von 20 bis 50, selten 70, Zentimetern. Er wird häufig gut ein Kilogramm, selten über vier Kilogramm schwer.

Unterwasser-Aufnahmen von Döbel

Fortpflanzung

Mit zwei bis vier Jahren erreicht der Döbel die Geschlechtsreife. Seine Laichzeit erstreckt sich witterungsabhängig von April bis Juni. Zum Laichen finden sich die Tiere in kleineren Schwärmen zusammen und suchen sich Abschnitte mit grobkiesigen Untergründen und schnell fließendem, sauerstoffreichem Wasser.

Die Männchen (Milchner) besetzten die Laichplätze solange, bis die Weibchen (Rogner) zu ihnen stoßen und bis zu 150.000 Eier an Steinen und Wasserpflanzen ablegen, wo diese von den Milchnern befruchtet werden. Während dieser Zeit tragen die Milchner einen körnigen Laichausschlag am Kopf. Döbel laichen im Abstand von zehn bis 20 Tagen zwei bis dreimal. Die Larven schlüpfen nach etwa acht Tagen.

Interessante Fakten über Döbel

  • Döbel überschreiten äußerst selten das Gewicht von 4 kg. Im Fluss Kunda in Estland wurde ein Fisch von 6,4 Kilogramm gefangen.
  • Obwohl Döbel aus der Familie der Karpfenfische stammt, ist er alles andere als ein Friedfisch. In jedem Gewässer zeigen vor allem größere Exemplare ein starkes Territorialverhalten, stellen anderen Fischen nach und dezimieren den Bestand an eigenen Artgenossen.
  • Der Döbel ist der wichtigste Wirtsfisch für die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel.
  • Weil der Döbel in fast ganz Europa und Kleinasien vorkommt, kommt es nicht selten zur Bastardierung mit den örtlichen Formen. In den Zuflüssen rund um das Mittelmeer (Griechenland, Italien, Südfrankreich und Spanien) wurden bereits sieben Unterarten entdeckt.

Im nächsten Artikel verraten wir wertvolle Tipps und Tricks rund um das Thema Döbel angeln.

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