Flunder

Die Flunder ist ein Plattfisch aus den Küstengewässern Europas mit einer hohen kulinarischen Bedeutung.

Allgemeines

  • Name: Flunder (Anglerfisch). Engl.: European flounder
  • Wissenschaftlicher Name: Platichthys flesus
  • Ordnung / Familie: Plattfische / Schollen
  • Vorkommen: Küstengewässer Europas
  • Habitat: Sand- und Schlickküsten in Tiefen bis zu 100 Meter
  • Max. Größe / Gewicht: 50 cm / 1,5 kg
  • Gefährdung: marginal gefährdet

Lebensraum

Die Flunder ist ein Plattfisch aus den Küstengewässern Europas. Sie lebt im Weißen Meer, entlang der Küste Norwegens, in Nord- und Ostsee, rund um die Britischen Inseln, in der Biskaya und an der Küste der Iberischen Halbinsel. Außerdem kommt sie im Schwarzen Meer und an der Atlantikküste Marokkos vor. Die Flunder bevorzugt Brackwasser, verträgt aber auch Salz- und Süßwasser. Bevorzugt hält sie sich an Flussmündungen sowie in Fjorden und Buchten in Tiefen bis zu 100 Metern auf. Einige Exemplare wandern weit die Flüsse hinauf.

Merkmale der Flunder

  • Flunder hat einen stromlinienförmigen, ovalen, asymmetrischen, seitlich stark abgeflachten Körper. Die Körperbreite ist geringer als die halbe Körperlänge.
  • Bei den meisten Flundern liegen die Augen auf der rechten Körperseite, bei einem Drittel der Exemplare allerdings auf der linken Seite.
  • Flundern werden maximal 50 Zentimeter lang. Normale Größen sind 25–30 cm und ein Gewicht von etwa 300 g.
  • Das relativ kleine Maul reicht nicht bis unter das Auge. Entlang des Seitenlinienorgans liegen Knochenhöcker, entlang der Basis von Rücken- und Afterflosse raue, knotige Schuppen.
  • Die Flunder hat auf der Oberseite oft blasse, rötliche Flecken, ähnlich wie die Scholle.

Ernährung

Auf Nahrungssuche geht die Flunder nachts. Vor allem Flohkrebse, Weichtiere und Borstenwürmer gehören zu ihrer bevorzugten Beute. Junge Flundern fressen anfangs winzige Krebstiere, wie Ostrakoden und Copepoden.

Fortpflanzung der Flunder

Zum Laichen wandern Flundern ins Meer. In der südlichen und südöstlichen Nordsee laichen die Fische von Februar bis Mai, vor der Küste des nördlichen Norwegens und der Halbinsel Kola von April bis Juni. Ein Weibchen legt bis zu 2 Millionen Eier, die einen Durchmesser von 0,8–1,4 mm haben. Im Brackwasser sind die Eier größer. Bei einer Wassertemperatur von 10 °C schlüpfen die Larven nach etwa einer Woche. Sie sind dann etwa 3 mm lang und leben zunächst pelagisch. Mit einer Länge von 7–10 mm setzt die Metamorphose ein und das Auge der zukünftigen Blindseite wandert auf die Oberseite. Während dieser Zeit migrieren viele Flunderlarven vom Meer mit Hilfe der Gezeitenströmungen die Flüsse hoch, wie zum Beispiel die Elbe. Hierbei spielt der Salzgehalt eine äußerst wichtige Rolle.

Besonderheiten

  • Flundern sind geschätzte Speisefische, die vor der Zubereitung nicht gehäutet werden müssen. Ihr Fleisch ist weiß, zart und sehr schmackhaft.
  • Der Name Flunder wurde – über das Niederdeutsche – aus dem Dänischen (flynder) entlehnt. Von Anglern und in der Umgangssprache wird die Flunder ähnlich wie andere Plattfische häufig als Butt bezeichnet, beispielsweise als Elbbutt oder Weserbutt.
  • Ab 1979 wurde die Flunder im Aralsee ausgesetzt. Die Art konnte sich in diesem Binnensee etablieren und stellt auch nach der Austrocknung eines großen Teils des Beckens einen der wichtigsten Nutzfische im Nördlichen Aralsee dar.

Quellen:

Dieser Artikel wurde zum Teil der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

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