Grundel (Kesslergrundel)

Die Grundel gilt als sehr anpassungsfähige und sogar invasive Art, die sich langsam aber beständig in ganz Europa ausbreitet.

Allgemeines

  • Name: Grundel (auch Kesslergrundel genannt). Engl.: Kessler’s goby
  • Wissenschaftlicher Name: Neogobius kessleri
  • Ordnung / Familie: Grundelartige / Grundeln
  • Vorkommen: Südosteuropa
  • Habitat: Flüsse mit steinigem Untergrund
  • Max. Größe / Gewicht: 25cm / 120g
  • Max. Lebenserwartung: 10 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet
Grundel (Neogobius kessleri)

Grundel (Neogobius kessleri)

Lebensraum

Obwohl die Grundel inzwischen auch in Süd- und Mitteleuropa verbreitet ist, kommt sie ursprünglich in den Flussmündungen des Schwarzen und des Asowschen Meeres vor. Dort gedeiht sie auch im Brackwasser. Sie bevorzugt feste Böden mit steinigen oder sandigen Untergründen, wo sie den Insekten, Krusten- und Weichtieren nachstellt. Geschlechtsreif wird die Grundel im Durchschnitt nach 2 – 4 Jahren. Die Weibchen erreichen die Geschlechtsreife deutlich schneller als die Männchen.

Neben der Kessler-Grundel umfasst die gesamte Grundel-Familie über 200 verschiedener Gattungen und rund 2000 Unterarten, wovon die Mehrheit im Meer lebt. Bei den meisten Grundeln handelt es sich um bodenlebende Kleinfische.

Merkmale der Grundel

Charakteristisch für Anatomie der Grundel ist ein langgestreckter zylindrisch geformte Körper und auffällig bulliger Kopf. Der Unterkiefer des Mauls ist vorstehend. Die Augen der Grundel sind obenstehend und verhältnismäßig groß. Von Kopf bis zum Schwanz ist sie braun-grau-marmoriert.

Obwohl Kessler-Grundeln sehr stark unserer heimischen Koppe ähneln, gibt es dennoch einen eindeutigen Unterscheidungsmerkmal: Ihre Bauchflossen sind zusammengewachsen und bilden eine Saugscheibe. Die Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie beträgt bei der Grundel 65-79 Stück.

Ernährung

Grundeln leben am Gewässergrund, wo sie sich von allerlei Wasserinsekten, kleinen Krebstieren, Weichtieren und von der Fischbrut ernähren. Im Frühling stürzen sie sich auch gerne auf den Fischlaich anderer Arten.

Fortpflanzung

Die Laichzeit der Kessler-Grundel ist von April bis September. Gewöhnlich legt das Weibchen von 300 bis 1000 Eier ab, die sich anschließend an Steine kleben und durch das Männchen bewachst werden, bis sie schlüpfen.

Besonderheiten

Seit den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts beobachten Ichthyologen eine regelrechte Invasion der Kessler-Grundel sowohl in Süd- als auch in Mittel-Europa. Seit dem sie im Jahr 1984 zum ersten mal im ungarischen Abschnitt der Donau entdeckt wurde, setz sie ihren Anmarsch gen Norden fort. So gilt sie inzwischen als eine Spezies, die auch einheimische Arten gefährden kann. In Deutschland gibt es inzwischen in allen großen Flüssen Grundel-Populationen.

Fischlexika und -Atlanten

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  2. Gefährliche Meeresfische
  3. Was lebt im Mittelmeer?
  4. Süßwasserfische Europas
  5. Fische Krebse Muscheln
  6. Das grüne Universum
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