Karausche (Carassius carassius)

Obwohl Karausche als eine anpassungsfähige Art gilt, die nur wenige Ansprüche an ihren Lebensraum stellt, sind ihre Bestände in Europa dennoch gefährdet.

Allgemeines

  • Name: Karausche (auch Boretsch, Guratsch und Kotbuckel genannt). Engl.: Crucian carp
  • Lateinischer Name: Carassius carassius
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Cyprininae
  • Vorkommen: Europa
  • Habitat: Stehende und langsam fließende Binnengewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 55cm / 5kg
  • Max. Lebenserwartung: 25 Jahre
  • Gefährdung: geringfügig gefährdet
Karausche

Karausche

Lebensraum

Die Karausche gehört zur Familie der Karpfenfische ist aber wesentlich kleiner als der Karpfen und verfügt nicht über die charakteristischen Barteln. Sie steht in naher Verwandtschaft zum Giebel, der als Stammform des Goldfisches angesehen wird. Eine Hybridisierung ist somit sowohl mit dem Karpfen als auch mit dem Giebel möglich. Die Bastarde sind dementsprechend schwer zu bestimmen.

Der Fisch ist in ganz Europa anzutreffen, kommt aber in einigen Regionen nicht vor. So etwa in den nördlichen Gebieten Englands und Skandinaviens, in Irland, in Nordspanien, in fast ganz Italien und im Alpenraum. Die östliche Grenze stellt die Lena in Ostsibirien dar. Der Schwerpunkt der Verbreitung konzentriert sich deutlich auf Mitteleuropa.

Merkmale der Karausche

Die Gestalt der Karausche ist auffällig hochrückig. Ihr Maul ist sehr klein und endständig. Ihre Schuppen sind auffallend groß. An der Seitenlinie können zwischen 31 bis 35 Schuppen abgezählt werden. Die Rückenflosse der Karausche verläuft bogenförmig, die Afterflosse ist kurz und die Schwanzflosse kaum eingekerbt. Ihr Rücken ist braun bis olivgrün gefärbt. Richtung Bauch nehmen die Schuppen eine messinggelbe bis gelbe Färbung an. Die Flossen haben ein braune und am Bauch eine rote Farbe. Die Schwanzwurzel weist einen dunklen Fleck auf.

Weiterhin hängt das äußere Erscheinungsbild der Karausche von der Trophiestufe des Gewässers ab. Daher muss zwischen der schnellwüchsigen Seeform und der langsam wachsenden Teichform unterschieden werden. Mit ihrem großen Kopf ähnelt die Teichkarausche eher dem Karpfen. Ihr Körper ist insgesamt auch flacher als bei der Seekarausche. Insbesondere in nährstoffreichen Seen nimmt die Karausche eine hochrückige und diskusförmige Gestalt an.

Unterwasser-Aufnahmen von Karauschen

Sehen Sie im folgenden Video Unterwasser-Aufnahmen von Karauschen:

Fortpflanzung der Karausche

Karauschen erreichen ihre Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Bedingt durch ihr langsames Wachstum sind sie in diesem Alter meist lediglich 15 cm lang. Die Laichzeit beginnt im Mai, wenn die Wassertemperatur auf mindestens 14 Grad Celsius ansteigt und endet im Juni. Zwischen 150.000 bis 300.000 Eier legt ein Weibchen in mehreren Etappen ab. Die etwa 1,5 mm großen Eier bleiben im seichten Gewässerbereich leicht an Pflanzen kleben. Die Junglarven schlüpfen nach etwa drei bis sieben Tagen.

Im nächsten Artikel verraten wir wertvolle Tipps und Tricks rund um das Thema Karausche angeln.

Interessante Fakten über Karausche

  • Über die Herkunft der Karausche gibt es zwei unterschiedliche Expertenmeinungen. Einige Biologen vertreten die Ansicht, die Art stammt ursprünglich aus dem chinesischen Raum und gelangte als anerkannter Speise- und Köderfisch in unsere heimischen Gewässer. Die andere Seite geht davon aus, dass ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Mittel- und Osteuropa liegt und es sich daher um eine heimische Fischart handelt.
  • Bei einem vorübergehenden Austrocknen des Gewässers kann Karausche die Trockenzeit unbeschadet überstehen. Dafür gräbt sie sich in den Bodenschlamm ein und überdauert so die Dürre.
  • Die Karausche steht in Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste. Vom Gefährdungsgrad ist sie der Kategorie 2 (stark gefährdet) zugeordnet. Die meisten ihrer natürlichen Habitate sind Kleingewässer, die etwa durch die Landwirtschaft zerstört wurden. In Hessen und Rheinland-Pfalz ist sie mittlerweile ganzjährig geschützt.
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