Kragenhai – das lebende Fossil

Kragenhai ist ein bizarres Geschöpf – er sieht wie eine Mischung von Hai, Moräne und Schlange aus. Da der Kragenhai in sehr großen Tiefen lebt, ist er sehr wenig erforscht.

Allgemeines

  • Name: Kragenhai (auch Krausenhai oder Schlangenhai). Engl.: Frilled shark
  • Wissenschaftlicher Name: Chlamydoselachus anguineus
  • Ordnung / Familie: Hexanchiformes / Kragenhaie
  • Vorkommen: Tiefsee
  • Habitat: Tiefen zwischen 150 und 1300 Metern
  • Max. Größe: 2 m
  • Gefährdung: marginal gefährdet
Kragenhai

Kragenhai

Lebensraum

Die Lebensweise und der Lebensraum des Kragenhais sind nur wenig erforscht, da er nur relativ selten gefangen und noch nie länger beobachtet werden konnte. Wahrscheinlich lebt er am Boden oder im tiefen Freiwasser der Tiefsee an den Kontinental- und Inselhängen, in einer Tiefe zwischen 150 und 1300 Metern.

Der erste Fang eines Kragenhais erfolgte 1870 in der Bucht von Tokio, später wurde die Art vereinzelt an verschiedenen Stellen der Nord- und Südhalbkugel der Erde gefangen, so dass eine weltweite Verbreitung in der Tiefsee anzunehmen ist. Dabei wurde er im östlichen Atlantik vor Norwegen, Schottland, Portugal, Spanien, Marokko, Mauretanien, Madeira und im Golf von Biscaya gefangen. Im westlichen Indischen Ozean ist der Kragenhai von der Ostküste Afrikas bekannt, im westlichen Pazifik von der Küste Japans und Australiens und im östlichen Pazifik von der Südküste Kaliforniens und dem nördlichen Chile.

Merkmale des Kragenhais

  • Der aalartig langgezogene Körper des Kragenhais erreicht eine Länge von bis zu zwei Metern, wobei die Männchen mit etwa 1,50 Metern Länge kleiner als die Weibchen sind.
  • Die Grundfärbung ist ein Dunkelbraun bis Dunkelgrau, Zeichnungen oder auffällige Markierungen fehlen.
  • Die breiten Bauchflossen sind klein und sitzen in einem sehr stumpfen Winkel am Rumpf an. Die Basis der einzigen Rückenflosse liegt oberhalb der Afterflosse. Die Schwanzflosse ist sehr lang.
  • Das Maul ist sehr groß, endständig und reicht über mehr als die Hälfte des Schädels, wodurch der Kopf ein reptilartiges Aussehen bekommt (daher der französische Bezeichnung requin lézard = „Eidechsenhai“).
  • Die etwa 300 Zähne sind haben eine für die Art besondere Morphologie und sind in 25 Reihen angeordnet: 13 im Oberkiefer und 12 im Unterkiefer. Die Zahnkrone wird von drei etwa gleich langen, schlanken, zurückgebogenen Spitzen gebildet, an der Zahnbasis können kleinere Spitzen entwickelt sein. Die Einzelzähne haben einen großen Seitenabstand zueinander.
Kragenhai

Kragenhai

Ernährung

Die Nahrung des Kragenhais besteht, soweit bekannt, hauptsächlich aus Tintenfischen und anderen Kopffüßern, daneben auch aus Tiefsee-Knochenfischen. Die Form der Zähne wie auch die zurückversetzte Position der meisten Flossen lassen ein schlangenähnliches Zustoßen auf die Beute vermuten.

Fortpflanzung der Kragenhaie

Wie bei allen Haien erfolgt auch beim Kragenhai eine innere Befruchtung. Die Embryonen schließen ihre Entwicklung bereits im Mutterleib ab und werden lebend geboren. Die Entwicklungszeit der 2 bis 12 Jungen dauert etwa zwei Jahre, nach einer japanischen Studie sogar mindestens 3,5 Jahre. Falls weitere Untersuchungen dies bestätigen, wäre dies die längste bekannte Tragzeit bei einem Wirbeltier, beinahe doppelt so lange wie beim Afrikanischen Elefanten. Die Geburtsgröße liegt bei etwa 40 Zentimetern und die Geschlechtsreife wird bei Männchen mit etwa 95 cm und bei Weibchen mit etwa 135 cm erreicht.

Kragenhai

Kragenhai

Besonderheiten

  • Der Kragenhai soll laut Paläontologen schon vor 95 Millionen Jahren gelebt haben und hat sich seit den Urzeiten kaum verändert, weshalb er als „lebendes Fossil“ bezeichnet wird.
  • Kragenhaie haben nicht nur ein furchterregendes und sonderbares Aussehen sondern auch eigenartige Morphologie, sodass für sie in der Biologie ein eigene Ordnung geschafft wurde.
  • In der Regel bekommt der Mensch Kragenhaie nur zufällig als Beifang der Tiefsee-Leinenfischerei zu Gesicht, und die Tiere sind dann zumeist bereits tot. Am 23. Januar 2007 konnte jedoch ein lebendes Weibchen von 1,60 Meter Länge vor der Küste der japanischen Hauptinsel Honshū gefangen werden.

Quellen:

Dieser Artikel wurde zum Teil der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

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