Muräne

Muränen sind eine Familie aalartiger Knochenfische, die etwa 200 bisher bekannten Arten umfassen und in tropischen Meeren zuhause sind.

Allgemeines

  • Name: Muräne. Engl.: Moray eel
  • Wissenschaftlicher Name: Muraenidae
  • Ordnung / Familie: Aalartige / Muränen
  • Vorkommen: tropische und subtropische Meere
  • Habitat: auf dem Grund in Felsspalten und Korallenriffen
  • Max. Größe: 4 Meter
Muräne

Muräne

Lebensraum

Muränen kommen vor allem in flachen tropischen und subtropischen Meeren vor. An den Küsten des südlichen Europa leben zwei Arten, die sogenannten Mittelmeer-Muräne und Braune Muräne. Besonders häufig sind Muränen in den tropischen Korallenriffen anzutreffen. Bei den Marianen und bei den Marshallinseln werden 54 Arten gezählt. In den Gewässern um Hawaii sind sie mit 32 Arten nach den Lippfischen die artenreichste Fischfamilie. Alle Muränen sind Raubfische und leben mehr oder weniger versteckt in Höhlen, Felsspalten und Korallenriffen. Sie verlassen höchstens nachts zur Jagd vollständig ihren Unterschlupf.

Merkmale der Muräne

  • Der Körper der Muräne ist muskullös, langgestreckt und seitlich abgeflacht, die Anzahl der Wirbel liegt normalerweise zwischen 110 und 200, maximal sind es 260.
  • Die Färbung ist oft bräunlich oder schwärzlich purpurn, tropische Muränen-Arten sind häufig bunt gemustert oder hell.
  • Die Brust- und Bauchflossen sind schon bei den Larven vollständig verschwunden.
  • Die Haut ist schuppenlos und von einer dicken, an der Luft klebrigen Schleimschicht überzogen, die die Tiere beim Gleiten durch scharfkantige Felsen oder Korallen vor Verletzungen schützt.
  • Das Seitenlinienorgan der Muränen ist auf ein bis drei Porenreihen am Kopf und ein bis zwei Poren in der Kiemenregion reduziert.
  • Die Maulspalte ist tief, reicht bis weit hinter das Auge und ist mit zahlreichen Zähnen besetzt.
  • Die Kiemenöffnungen liegen weit hinten am Kopf und sind klein und oval. Die Kiemendeckel fehlen.

Ernährung

Alle Muränen sind Raubfische und ernähren sich ausschließlich vom Fleisch. Ausgesprochene Nahrungsspezialisten gibt es nicht. Die verschiedenen Arten ernähren sich jedoch bevorzugt, je nachdem, ob sie spitze oder abgerundete Zähne haben, von Fischen und Kopffüßern oder von hartschaligen, wirbellosen Tieren, wie Krebstieren. Nur wenige Arten fressen Muscheln, Schnecken oder Seeigel. Die Fische jagen vor allem in der Dämmerung oder nachts, größere Exemplare nur jede zweite oder dritte Nacht oder noch seltener. Dabei spielt ihr gut entwickelter Geruchssinn eine große Rolle. Manche Arten fressen auch Aas.

Fortpflanzung der Muränen

Über die Fortpflanzung der Muränen ist sehr wenig bekannt. Bei einigen Arten, so bei der Geistermuräne und der Sternfleckenmuräne, wurde ein Geschlechtswechsel festgestellt, der zudem mit einem Sexualdimorphismus einhergeht. Balzende Muränen richten sich auf, umschlingen sich mit den Körpern und reißen das Maul weit auf. Die Riesenmuräne legt 200.000 bis 300.000 Eier, die nach dem Aufquellen einen Durchmesser von 5 mm haben.

Besonderheiten

  • Da Muränen die paarigen Flossen und der Kiemendeckel fehlen, ähneln sie äußerlich Schlangen.
  • Das Blut der Muränen ist durch hämolytische Proteine giftig. Das Gift kann allerdings durch Erhitzen über 75 °C zerstört werden.
  • In manchen Gegenden sind Muränen beliebte Speisefische. Der Verzehr besonders großer Arten kann allerdings zu Ciguatera-Vergiftungen führen, da sie als Endglied der Nahrungskette Gifte in ihrem Fleisch anreichern.
  • Muränen haben vier Nasenlöcher, von denen zwei an der Schnauzenspitze, die beiden anderen über den Vorderrändern der Augen sitzen. Die Nasenlöcher sind durch ein faltiges Kanalsystem miteinander verbunden, was eine große innere Oberfläche gibt und den Fischen einen ausgezeichneten Geruchssinn verleiht.
  • In stark touristisch frequentierten Korallenriffen werden Muränen oft von Menschen gefüttert. An Fütterung gewöhnte Muränen verändern ihr natürliches Verhalten, jagen nicht mehr und können Tauchern gegenüber aufdringlich werden, auf sie zuschwimmen und nach ihnen schnappen. Bisswunden von Muränen können stark schmerzen und heilen schlecht.
  • Einige besonders bunte, die tropischen Korallenriffe bewohnende Muränen werden auch zu aquaristischen Zwecken gefangen und importiert. Dies sind vor allem die Sternfleckenmuräne, die Weiße Bandmuräne und die Geistermuräne.

Quellen:

Dieser Artikel wurde zum Teil der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

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