Rotauge (Plötze)

Rotaugen (oft auch Plötzen genannt) gehören zu einer überaus anpassungsfähigen Fisch-Spezies, die auch in verschmutzten Gewässern noch gut leben kann.

Allgemeines

  • Name: Rotauge (auch Plötze oder Schwal genannt). Engl.: Roach
  • Lateinischer Name: Rutilus rutilus
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Weißfische
  • Vorkommen : Europa, Zentral- und Nordasien
  • Habitat: Stehende und langsam fließende Binnengewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 55cm / 2,5kg
  • Max. Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet
Rotauge

Rotauge

Lebensraum

Der natürliche Lebensraum der Rotauge befindet sich in fast ganz Europa nördlich der Pyrenäen und der Alpen, auch in Asien bis nach Sibirien kommt sie vor. In Griechenland, an der Donau, am Ural, auf den britischen Inseln und selbst im Brackwasser der Ostsee ist diese Spezies natürlicherweise verbreitet. Nicht zu finden sind Rotaugen allerdings im Süden des Balkans und im Norden von Skandinavien.

Heute leben diese Friedfische außerdem in Australien und in Nordafrika, wo sie durch den Menschen eingeführt worden sind. In diesen Regionen konnten sich die Rotaugen sehr gut ansiedeln und gefährden sogar aufgrund ihrer zahlreichen Nachkommen manch eine heimische Fischart.

Merkmale der Rotauge

Rotaugen werden ungefähr 25 bis 55 cm lang und bis zu 2,5 kg schwer. Die Oberseite der Fische hat eine dunkle grünliche Farbe, de Bauchseite ist weiß. Von der Form her sind Rotaugen hochrückig. Leben sie allerdings in Flüssen, sind sie meistens etwas schlanker und silbriger vom Farbton als ihre Artgenossen in den Seen, die wesentlich hochrückiger sind und eine leicht goldene statt silbrige Färbung aufweisen.

Flössen der Rotaugen sind rötlich, genauso wie ihre Augen. Daher rührt auch ihr Name. Da Rotaugen reine Friedfische sind, haben sie keine Kieferzähne sondern benutzen ihre Schlundzähne zum Zerkleinern ihrer Nahrung.

Unterwasser-Aufnahmen von Rotaugen

Verwechslungsgefahr mit Rotfeder

Es kommt oft vor, dass Rotaugen mit den Rotfedern verwechselt werden, weil die beiden Spezies sehr ähnlich aussehen. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist allerdings, dass bei Rotaugen Bauch- und Rückenflosse auf gleicher Höhe sind, bei den Rotfedern hingegen ist die Bauchflosse gegenüber der Rückenflosse leicht vorgezogen.

Darüber hinaus kann man diese beiden Fischarten durch die Form ihres Maules gut unterscheiden. Während die Rotfeder über ein oberständiges Maul verfügt, ist es bei Rotauge endständig. Außerdem haben Rotaugen wirklich rote Augen, während die Augen der Rotfedern eher goldgelblich Färbung aufweisen.

Fortpflanzung der Rotauge

Rotaugen laichen in der Zeit von April bis Mai und brauchen dazu eine Wassertemperatur von 6 bis 10 Grad Celsius. Die Männchen bekommen während der Laichzeit einen charakteristischen kornförmigen Laich-Ausschlag an dem Kopf.

Rotaugen legen ca. 50 Tausend bis 100 Tausend selbstklebender Eier auf Steine, Wurzeln und zwischen Wasserpflanzen. Die Larven brauchen vier bis zehn Tage, um zu schlüpfen. Anschließend verbrauchen Sie zunächst ihren Dottersack, bevor sie los schwimmen.

Besonderheiten

  • Wenn Rotaugen laichen, tun sie das generell sehr geräuschvoll. Das laute Platschen am Ufer hört man dabei noch auf einiger Entfernung.
  • Obwohl Rotaugen als Speisefisch wegen der zahlreichen Gräten einen schlechten Ruf haben, schmecken sie dennoch sehr lecker. Um die Gräten weich zu machen, sollte man die Fische mehrere Tage in Essig einlegen.
  • Rotaugen neigen dazu, sich gelegentlich auch mit Rotfedern, Aland oder Brassen zu paaren. Dadurch entstehen Hybrid-Formen. Das passiert immer dann, wenn die anderen Arten im gleichen Gewässerabschnitt wie Rotaugen laichen.
  • Wenn es darum geht solche Raubfische wie Welse, Hechte, Zander und Flussbarsche zu fangen, sind Rotaugen als tote Köderfische unschlagbar.

Im nächsten Artikel verraten wir wertvolle Tipps und Tricks rund um das Thema Rotaugen angeln.

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