Europäischer Wels

Der Flusswels ist neben dem Stör der größte in Europa beheimatete Süßwasserfisch, der bis zu 3 Meter lang und 200 Kilogramm schwer werden kann.

Allgemeines

  • Name: Wels (auch Waller, Schaidfisch genannt). Engl.: Catfish
  • Wissenschaftlicher Name: Silurus glanis
  • Familie / Gattung: Echte Welse / Silurus
  • Vorkommen: Mittel- und Osteuropa
  • Habitat: Binnengewässer mit schlammigen Grund
  • Max. Größe / Gewicht: 3m / 400kg
  • Max. Lebenserwartung: 90 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet
Wels

Wels

Lebensraum

Der Flusswels stammt aus der Familie der Echten Welse. Neben der Bezeichnung Wels, kennt man diesen Fisch auch als Waller oder Schaidfisch. Welse kommen in Mittel- und Osteuropa sowie auch in Zentralasien vor. Selbst in Gewässern mit einem niedrigen Salzgehalt können Welse noch gut gedeihen, wie z.B. im Brackwasser der Ostsee.

In Europa ist der Wels ein sehr beliebter Zielfisch unter den Anglern, da er eine beachtliche Größe erreichen kann und nicht einfach zu überlisten ist. In Osteuropa sowie in Zentralasien ist er sogar von wirtschaftlicher Bedeutung, da er dort als Speisefisch sehr gefragt ist.

Merkmale des Welses

Der Wels verfügt über einen lang gestreckten Körper, der nach vorne hin rund verläuft und nach hinten eher abflacht. Das markante Merkmal eines Welses ist sein großer, breiter und flacher Kopf. Dieser verfügt über eine endständige und sehr breite Mundspalte, die mit vielen sogenannten Bürstenzähnen ausgestattet ist. Seitlich am Oberkiefer befindet sich ein Paar ziemlich langer Barteln und zusätzlich zwei Paar Barteln auf der Unterseite des Kopfes, die jedoch deutlich kürzer sind. Im Verhältnis zum großen Kopf des Welses, sind seine Augen sehr klein.

Die Rückenflosse ist bei der Größe des Fisches eher klein und im ersten Körperdrittel platziert. Die Brustflossen hingegen sind relativ groß und kraftvoll, wobei sie sogar bis zum Beginn der Bauchflossen reichen, die deutlich kleiner sind. Die Afterflosse ist in die Länge gestreckt und reicht an die Schwanzflosse heran. Der Wels ist nicht mit Schuppen ausgestattet und hat eine sehr schleimige Hautoberfläche. Die Körper-Färbung ist am Rücken schwarz-blau, braun oder grün. An den Flanken ist er heller mit einer dunklen Marmorierung. Der Bauch weist schattige weiße Farbe auf, die rötlich schimmert.

 Unterwasser-Aufnahmen von Welsen

Der Wels ist in der Regel sehr standortgetreu und bevorzugt vor allem wärmere Gewässer, wo er sich meist den Vertiefungen der Bodenstruktur aufhält.  Sehen Sie im folgenden Video Unterwasser-Aufnahmen vom europäischen Wels:

Physiologie und Ernährung

Da der Wels sehr kleine Augen hat, verfügt er über einen sehr guten Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn. Sein Körper ist mit unzähligen Rezeptoren ausgestattet, die sich überall befinden, z.B. an den Lippen, auf den Barteln, an den Flossen und im Maul. Diese können den Unterschied zwischen sauer und süß, sowie bitter und salzig schmecken. Auch das Gehör des Welses ist sehr gut ausgebildet, sodass er sogar Geräusche über der Wasseroberfläche wahrnehmen kann.

Die Ernährung ist bei dieser Raubfisch-Spezies sehr abwechslungsreich. Der Wels frisst eigentlich fast alles, was in seine Mundhöhle passt. Hat er ausreichende Körpergröße erreicht, stehen auf seiner Speisekarte neben den Schnecken, Insekten, Fischen, Krebsen und Würmern auch Frösche, Mäuse, Ratten und gelegentlich sogar Vögel.

Besonderheiten

  • Die Welsfamilie zählt weltweit über 3300 Arten. Darunter gibt es Raub- und Friedfische, geschuppte Arten und schuppenlose.
  • In Asien werden Welse als Nutztiere gezüchtet und haben große Bedeutung bei der Ernährung der einheimischen Bevölkerung.
  • Europäische Welse gehören zu sehr langlebigen Tieren. Wissenschaftler vermuten, dass sie bis zu 100 Jahre alt werden können.
  • Das Blut des europäischen Welses ist in roher Form giftig und schleimhautreizend. Wenn man z.B. beim Ausnehmen offene Wunden an den Händen hat, kann es Entzündungen verursachen.

Im nächsten Artikel verraten wir wertvolle Tipps und Tricks rund um das Thema Welsangeln.

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