Obwohl Fluoreszenz ein nachgewiesener physikalischer Vorgang ist, bleiben die Fluo-Farben für uns Angler sehr oft unsichtbar, während sie für meisten Fische hingegen sehr auffällig sein müssen. Wie die Fluo-Farben unter Wasser wirken – damit befasst sich dieser Artikel.
Die Wirkung der Fluo-Farben
Wenn die einzelnen sichtbaren Farben (blau, rot, grün usw.) weiß angestrahlt werden, wird jeweils nur ein Wellenlängenbereich reflektiert – alle anderen Lichtwellen absorbiert die Farboberfläche.
Fluoreszenz-Farben verstärken maßgeblich die Intensität der sichtbaren Farben, wenn ein Licht mit einer kürzeren Wellenlänge sie bestrahlt. Ein fluoreszierendes Gelb z.B. erscheint als helles Gelb, wenn es mit grünen, blauen oder violetten Licht (alles Farben mit kürzeren Wellenlängen als Gelb) beleuchtet wird. Zugleich wird es aber nicht heller, wenn es vom roten Licht beleuchtet wird, da diese Farbe eine längere Wellenlänge hat (mehr dazu im Artikel “Zum Verständnis des Lichtes“).
Darüber hinaus reagieren alle Fluo-Farben noch zusätzlich auf das UV-Licht, welches im weißen Lichtspektrum immer vorhanden ist und für uns normalerweise unsichtbar bleibt. UV-Licht verstärkt also bei Fluo-Farben die Wirkung der eigentlichen Farben auch. Der große Unterschied der Fluoreszenz gegenüber normalen Farben besteht somit in ihrem „Leuchteffekt“, der blasse Farben stark sichtbar werden lässt.
Die Rolle der Gewässerfarbe
Jedes Gewässer hat seine eigene charakteristische Färbung wie z.B. Dunkelgrün oder Bräunlich. Die gegebene Wasserfarbe verrät uns somit, welcher Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung das Wasser besonders gut durchdringt. Die Wahl eines fluo-farbigen Köders, dessen Grundfarbe eine längere Wellenlänge als die Wasserfarbe aufweist, wäre folglich denkbar gute Fangtaktik.
In einem grünlich schimmernden Gewässer würde nach dieser Formel ein fluo-gelber Köder durch das resorbierte grüne Licht und den Fluo-Effekt stärker als alle anderen Farben auffallen und wäre somit ein wahrer Blickfänger.
Das Bild rechts gibt ein Beispiel: das Wasser ist bräunlich, der Köder Fluo-Orangerot und somit einen Wellenlängenbereich länger als die Farbe des Wassers. Das Ergebnis – der Hecht konnte einen leicht leuchtenden und somit auffälligen Twister nicht übersehen und schnappte sich die Beute!
Lichtverhältnisse berechnen
Bei der Wahl der richtigen Fluo-Köderfarbe ist es sehr wichtig nicht zu übertreiben – der Fluo-”Leuchteffekt” sollte die Räuber betören und nicht abschrecken!
Daher ist die Wahl der Fluo-Farbe sehr stark sowohl von der Wasserfarbe als auch von den Lichtverhältnissen abhängig – je dunkler, trüber und tiefer, desto weniger Licht dringt durch das Wasser und desto mehr sollte der Köder leuchten.
Man beachte, dass das UV-Licht gerade an bewölkten Tagen eine starke Wirkung auf fluoreszierendes Material ausübt. Die Fluo-Köder werden an grauen Tagen sichtbar und wirken sehr lebendig, auch in der Luft (siehe Bild links). An hellen sonnigen Tagen ist die fluoreszierende Wirkung deutlich schwacher. Und natürlich – wenn es kein Licht gibt – gibt es auch keine Fluoreszenz.
Weiter geht es zu Beispielen für den Einsatz diverser Farbköder.
In dem vorigen Artikeln ging es um das Thema “Licht und Farben unter Wasser“.
Quellen:
Fish Eyesight: Does Color Matter?, by David Ross
Farben unter Wasser, by Ulli Beyer



