Hechtangeln Tipps

Kaum ein anderer Räuber ist stärker und gefräßiger als der Hecht! Auf dieser Seite verraten die besten Tipps und Tricks beim Angeln auf Hecht.

Jagdverhalten verstehen

Wenn man sich die Anatomie eines Hechtes genauer unter die Lupe nimmt, fällt auf, dass sein Kopf knapp ein Drittel des gesamten Körpers ausmacht. Betrachtet man auch noch den Ausmaß der Ausdehnung seines Mauls und die unzähligen messerscharfen Zähne, wird schnell klar, dass dieser Fisch eine nahezu perfekte Fressmaschine sein muss.

85-er Hecht, gefangen auf Effzett

85-er Hecht, gefangen auf Effzett

Einen ausgewachsenen Hecht zu fangen ist dennoch für jeden Angler eine Herausforderung. Bevor man sich also auf die Hechtjagd macht, sollte man versuchen, möglichst viel über diesen Räuber zu erfahren. Es ist z.B. wichtig zu wissen, dass seine Augen am oberen Teil des Kopfes angebracht sind. Dies lässt darauf schließen, dass er auf der Suche nach Beute im Blickwinkel von unten Richtung oben am besten schauen kann. Deshalb werden typische Hechtköder im Mittel- bzw. Oberflächenwasser geführt. Weiterhin können Hechte bei der Jagd zwar sehr schnell sein, dafür aber nur auf kurze Distanz. Selbst bei der Jagd bevorzugen sie das Auflauern und greifen blitzschnell zu, sobald ein unachtsamer Fisch in der Nähe auftaucht, sei es aus Unachtsamkeit oder weil er mit der Strömung mitgerissen wurde.

Angelplätze und Köder

Auch wenn die Hechte selbst in den Flüssen in großen Populationen leben, meiden sie dort dennoch die Strömung. Sie halten sich im Fluss bevorzugt hinter den Buhnen, Stegen, in den Einmündungen von Nebenflüssen – überall dort, wo sie Strömungsschatten finden. Nur zum Jagen gehen sie an die Strömungskanten wie zum Beispiel an die Buhnenköpfe, hinter die Brückenpfeile, hinter versunkene Bäume, die in der Strömung stecken geblieben sind, und warten dort auf die unachtsamen Fische, die der Strom mitgerissen hat. Dabei gilt die Formel je lukrativer die Stelle desto große der Hecht, der dort auf der Lauer liegt. In den Seen stehen die Hechte meist an den abrupten Übergängen zwischen Flach-und Tiefwasser.

Hotspot Strömungsschatten am Buhnenkopf

Hotspot Strömungsschatten am Buhnenkopf

Blinker*, Wobbler, Spinner*, Gummifische – mit all diesen Kunsködern lassen sich die Hechte mehr oder weniger regelmäßig zu einem Biss provozieren. Einzig die Ködergröße ist ein auf das Beißverhalten der Hechte Einfluss nehmender Faktor. Insbesondere große und dicke Köder ab 15 cm Länge, die mit ihrem Volumen viel Wasser verdrängen, haben es den Hechten angetan. Dabei sind diese Köder vor allem im Herbst und Winter besonders erfolgreich, da die Räuber wegen dem kalten Wasser die Verfolgung der kleineren Beute scheuen (weil sie ihre Energiereserven sparen wollen) und vor allem große Köder bevorzugen, die ihnen mit einem Schlag viel Nahrung suggerieren.

Nehmen Sie an unserer Umfrage nach den besten Hecht-Ködern teil und erfahren Sie wie andere unsere Leser abgestimmt haben:

Welcher Köder ist beim Hecht-Angeln am fängigsten?

    Beißphasen erwischen

    Auch wenn die Hechte als sehr gefräßig gelten (manchmal werden Exemplare gefangen, bei denen im Maul bereits der Schwanz eines Beutefisches steckt), so beißen sie dennoch fast immer phasenweise. Wenn man eine längere Beißflaute erwischt hat, kann es schon mal vorkommen, dass einige Tage lang kein einziger Hechtbiss erfolgt. Wenn man allerdings zielgerichtet am Ball bleibt und weiterhin regelmäßig die Hotspots anwirft, wird man früher oder später wahre Stern-Hechtstunden am Wasser erleben, indem sich die Räuber geradezu auf die Köder stürzen. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Beizeiten der Hechte.

    Ausrüstung und Techniken beim Hechtangeln

    Angelindustrie produziert inzwischen unzählige Ruten, die gezielt für ganz bestimmte Raubfischarten konzipiert wurden. Einst steht dennoch ganz sicher: In erster Linie kommt es bei einer Angelrute nicht auf das Zielfisch-Konzept, sondern auf die Angeltechnik und die Art wie ein Köder präsentiert werden soll. Man kann sowohl mit einer typischen Zander- als auch Rapfenrute zuverlässig Hechte fangen, vorausgesetzt die Rute ist stabil genug und man weiß, wo sich die Räuber aufhalten und wie man sie durch die passende Köderpräsentation zum Biss provoziert.

    Im folgenden Artikel finden Sie Sechs Ruten, die wir miteinander verglichen und getestet haben und die zum Hechtangeln optimal geeignet sind. Die fürs Hechtangeln typischen Angeltechniken sind: Jiggen mit den Gummiködern, Spinnfischen mit Wobblern, und –Blinkern. Auch das Angeln mit dem sogenannten Drachkovitch-System ist bei Hecht- wie auch Zanderangeln sehr fängig.

    Drachkovitch-System

    Drachkovitch-System

    Mehr Informationen über das Drachkovitch-System finden Sie hier.

    Große Köder im Frühling und Herbst

    Insbesondere im Frühling beißen die Hechte entschlossen und erbarmungslos zu. Jetzt sind die Raubfische nach dem langen Winter und dem Laich-Geschäft richtig hungrig und brauchen Nahrung, um zu den alten Kräften zurück zu kommen. Manchmal können im April-Mai innerhalb einer halben Stunde schon mal Fünf unterschiedlich große Hechte gefangen werden. Die besten Köder im Frühling sind Crank-Wobbler* und große Blinker. Durch ihr Volumen suggerieren sie den Räubern viel Nahrung auf einen Schlag.

    Frühling an der Elbe

    Frühling an der Elbe

    Im Herbst ist Ausgangslage eine andere, dafür werden aber dieselben Köder eingesetzt. Die Räuber fühlen jetzt, dass der Winter naht und versuchen sich so viel wie möglich Speck anzufressen. Da die Fischbrut vom Sommer inzwischen angewachsen ist, steigen sie am besten auf voluminöse und massive Köder ein, die viel Wasser verdrängen und den Hechten einen soliden Happen vorgaukeln.

    Hechtangeln mit Unterwasserpose

    Unterwasserposen-Montage hat sich hierzulande insbesondere beim Angeln auf Hecht, Zander und Wels gut bewährt. Sie ist relativ einfach aufgebaut und überaus effektiv im Einsatz. Wichtig ist, dass das Gewicht des Köders und die Tragkraft der Pose exakt auf einander abgestimmt ist. Nur so kann sich die Montage selbst sowie auch ihr Potenzial in der Strömung voll und ganz entfalten.

    Zanderangeln mit Unterwasserpose

    Zanderangeln mit Unterwasserpose

    In einem anderen Artikel finden Sie mehr Informationen zum Thema Angeln mit der Unterwasserpose.

    Kleine Köder im Sommer

    Im Sommer sollte man zu 90% kleine Köder verwendet, die das natürliche Vorbild – die Fischbrut – imitieren sollen. Da die meisten unserer Süßwasser-Fische im April-Mai ablaichen, wimmelt es im Sommer nur noch vor Brutfisch in jedem Gewässer. Selbst die Friedfische mutieren jetzt kurzfristig zu Räubern und stopfen sich ihre Bäuche mit allerlei Nachwucht richtig voll.

    Sogar kapitale hechte von über einem Meter groß beteiligen sich ebenso an dem üppig gedeckten Tisch und ernähren sich manchmal wochenlang nur noch von den kleinsten Fischchen. So sollte man im Sommer auf kleine Köder setzen, die idealerweise 3 bis 5 cm lang sind und die Fischbrut imitieren. Dafür greift man natürlich auf sehr leichte aber zugleich stabile Ruten, die nicht nur kleine Köder gut in Szene setzen sollen sondern auch stramen Hecht im Drill aushalten müssen.

    Mit viel Gefühl im Winter

    Im Winter fahren alle Fische (bis auf Quappe) ihren Metabolismus auf die Sparflamme und nehmen 4 bis 10 Mal seltener die Nahrung zu sich. Das bedeutet, dass die Beißphasen noch seltener sind und die Beißflaute noch länger andauern kann als in den warmen Jahreszeiten. Wer sich jetzt am Wasser falsche Versprechungen macht aber keine Ausdauer mitbringt, geht fast schon vorprogrammiert mit schlechter Laune und ohne Fisch nach Hause.

    72-er, gefangen mit Yasei DropShot

    72-er, gefangen mit Yasei DropShot

    Weiterhin braucht man im Winter sehr leise und langsame Köder. Das natürliche Fischverhalten dient hierbei (wie immer) als Grundlage für die Köder-Präsentation. Da die Fische Kaltbluter sind, weisen ihre Körper dieselbe Temperatur aus, wie ihre Umgebung. Das bedeute, dass sie jetzt lethargisch und träge sind und sich entsprechend sehr langsam durchs Wasser bewegen. So sind es im Winter vor allem Gummifische* mit schlanken Schwanztellern und breite Blinker, die bei Hechtangeln punkten.

    Schonzeiten und -Mindestmaße

    In folgender Tabelle sind Schonzeiten und Mindestmaße für Hechte aufgeführt, die in den einzelnen Bundesländern gelten. Obwohl wir uns bemühen unsere Daten ständig aktuell zu halten, übernehmen wir dennoch keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

    Bundesland Schonzeit Mindestmaß
    Baden-Württemberg 15.02. – 15.05. 50 cm
    Bayern 15.02. – 15.04. 50 cm
    Berlin 01.01. – 30.04. 45 cm
    Brandenburg 01.02. – 31.03. 45 cm
    Bremen 01.02. – 15.05. 60 cm
    Hamburg 01.01. – 15.05. 50 cm
    Hessen 01.02. – 15.04. 50 cm
    Mecklenburg-Vorpommern 01.03. – 30.04. 45 cm
    Niedersachsen 01.02. – 15.04. 45 cm
    Nordrhein-Westfalen 15.02. – 30.04. 45 cm
    Rheinland-Pfalz 01.02. – 15.04. 50 cm
    Saarland 15.02. – 30.04. 50 cm
    Sachsen 01.02. – 30.04. 50 cm
    Sachsen-Anhalt 15.02. – 30.04. 50 cm
    Schleswig-Holstein 15.02. – 30.04. 45 cm
    Thüringen 15.02. – 30.04. 45 cm

    Weiter geht es um das Thema Herkunft und besondere Merkmale des Hechtes.

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