Hobby Angeln

Wenn man es auch nicht glauben will, sind es tatsächlich drei Millionen Menschen, die in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig angeln gehen.

Das Medien-Image vom Angeln ist nicht gerade schmeichelhaft. Wie kann es dennoch sein, dass so viele Menschen die Strapazen eines aufwendigen Lernprozesses auf sich nehmen, nur um am Ende ein Stück Papier zu besitzen (Angelschein), das sie zu einem Spießer qualifiziert?

Elbufer

Elbufer

Es muss sicherlich noch viel mehr dahinter stecken, als das „stundenlange langweilige Ansitzen“ und „auf die Pose starren“. Diese Vorstellung des Angler-Daseins ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Die steigende Anzahl der Angelschein-Besitzer und die stets wachsenden Gewinne der Angelgeräte-Hersteller sind dem eine Bestätigung.

Einmaliges Naturerlebnis

Was fasziniert die Menschen an diesem Hobby so stark, dass sogar die junge Generation sich immer mehr fürs Angeln interessiert und das in Anbetracht der omnipräsenten digitalen Unterhaltungsindustrie?

Naturerlebnis ist sicherlich ein wichtiger Faktor bei diesem Hobby. Dem Büro-Alltag zu entschwinden, frische Luft zu schmecken und freie Sicht bis zum Horizont zu genießen, bedeutet für alle Hobby-Angler fast schon eine Erlösung. Wenn man dabei auch noch das Handy auszuschalten kann, wird der ewige Traum von absoluter Freiheit wahr, sei es nur für kurze Zeit.

Schwarzer Hund

Schwarzer Hund

Doch das Angeln ist mehr als einfach eine Outdoor-Aktivität. Angeln ist eine unglaublich spannende Herausforderung. Kein Angler kann sich seinen Fang mit einer High-Tech Ausrüstung erkaufen. Es ist viel mehr eine anspruchsvolle analytische Arbeit, die unentwegt an einen Lernprozess gekoppelt ist. Nichts ist so komplex wie das wilde Leben, wie das ewige Wettrennen zwischen Jägern und Gejagten. Das Angeln verlangt vom Angler höchste Konzentration aller seiner Sinne. Nur mit vollem geistigem Einsatz kann man es schaffen, einen Fisch zu fangen und den Triumpf dieses Erfolges buchstäblich auskosten. Den Erfolg in unserem Arbeitsalltag kann man im wörtlichen Sinne selten festhalten, beim Angeln – immer.

Herausforderung

Es gibt diverse Angeltechniken, die entweder das passive Ansitzen oder die permanente Bewegung bei diesem Hobby voraussetzen. Dennoch ist es immer noch der Angler selbst, der nicht nur die richtige Entscheidung bei der Wahl der Angeltechnik zu treffen hat sondern auch mithilfe seines Wissens und seiner Erfahrung den Köder an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit präsentieren muss. Nur die Summe dieser Faktoren führt schlussendlich zu einem Fang. Aber auch nicht immer. Die Natur ist unberechenbar, deshalb bleibt der Ausgang eines noch so lang ersehnten Angelausfluges immer offen.

Angelrute von Savage Gear

Angelrute von Savage Gear

Es gibt heute Angler, die sich nur auf das Raubfischangeln mit Kunstködern* spezialisiert haben. Diese Zunft bleibt immer auf Antrieb, sie bewegt sich ununterbrochen von einer Angelstelle zu der nächsten, weil die Raubfische ungleichmäßig im Gewässer verteilt sind und selbst, wenn man sie gefunden hat, wollen die meisten von ihnen nicht beißen. So bleibt man als Raubfischangler immer in Bewegung, immer auf der Suche nach einem hungrigen Räuber, nach einem ultimativen Fang.

Dann gibt es die Friedfischangler-Liga. Dazu zählt vor allem die Gemeinschaft der Karpfenangler, die sehr eingeschworen ist. Die Friedfisch-Angler sind in der Regel weniger bewegungsaktiv und praktizieren häufig das berühmte Ansitzangeln. Hier braucht man viel Geduld und Ausdauer, aber auch jede Menge Erfahrung und Wissen.

Verantwortung

Eins ist sicher, wer einen Fisch am Haken hat, sollte wissen, dass jedes Lebewesen leiden kann, wenn auch nicht in unseren menschlichen Maßstäben. Deshalb ist das Fangen der Fische für den eigenen Bedarf für jeden, der nicht davor zurückschreckt im Supermarkt eine Salami zu kaufen, ethisch absolut vertretbar und verständlich.

Zander

Zander

Für diejenigen Angler, die ausgewachsene Fische zurücksetzen, gelten andere Argumente, hier kann nur ein ausgeprägtes Verhalten in Sachen Engagement für Umweltschutz diese Praxis noch rechtfertigen. Darüber hinaus sollte sich jeder Angler den gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Tierschutzes bewusst sein. Während in solchen Ländern wie z.B. USA oder Holland das Fangen und Zurücksetzen der Fische (Catch & Release) erlaubt ist, ist es in Deutschland laut § 17 des Tierschutzgesetzes verboten.

Falls auch Sie das Angeln in Ihrer Freizeit ausprobieren wollen, hier finden Sie Bestseller-Liste der Angel-Bücher* von Amazon.

Bewertung: 4,75; Bewertungen: 8