Rapfen angeln im Winter

Wenn man aus dem eisigen Wasser einen Zandern rauszuholen imstande ist, schafft man es auch mit einem Rapfen. Allerdings braucht man dabei noch mehr Ausdauer.

Die Problematik

Selbst ein anerkannter Rapfen-Experte wie Florian Läufer, der das erste deutschsprachige Fachbuch über das Rapfenangeln veröffentlicht hat, gibt zu, dass er nicht genau weiß, wie und wo die Rapfen überwintern, geschweige denn, wie man sie in der kalten Jahreszeit gezielt beangeln kann.

Buhne im Winter

Buhne im Winter

Vom Ende November bis Anfang März gelten Rapfen zumindest in großen Flüssen in Deutschland als sehr schwer beangelbar. Keiner weiß genau, an welchen Standorten sie überwintern. Anders als bei Hechten, deren Winterquartiere man genau kennt und sie dort gezielt beangeln kann, sieht es bei Rapfen so aus, als ob sie mit dem ersten Frost schlicht verschwinden würden, um im Frühjahr aus dem Nichts wieder aufzutauchen.

Doch die Zander-Profis berichten gelegentlich über die Rapfen-Beifänge, die sie beim Nachstellen von Winterzandern gemacht haben. Wenn man diese Berichte auswertet, kommen gewisse Struktur-Muster zum Vorschein, die dazu beitragen, dass man das Rapfenangeln sogar im Winter mit System betreiben kann.

Standorte finden

Die größte Schwierigkeit beim Rapfenangeln im Winter ist, sie zu finden. In Flüssen verkompliziert sich diese Aufgabe, da hier das Prinzip des tiefen Wassers, wo  sich alle Fische vor der Kälte hin flüchten, nicht mehr funktioniert. Wegen der Strömung vermischt sich das Wasser im Fluss, so dass es so gut wie keine Temperaturunterschiede zwischen oben und unten mehr gibt.

Buhne an der Oder

Buhne an der Oder

Die Erfahrung der Zanderfänger gibt Hinweise, dass die Rapfen ihre Quartiere im Winter mit Zandern teilen können. Dabei beobachten manche Angler, dass ihre Rapfenbeifänge meist in den Übergängen zischen Tief- und Flachwasserzonen passieren. Während Zander tiefere strömungsberuhigte Bereiche bevorzugen, halten sich die Rapfen in anschließenden Flachwasserbereichen auf, die allerdings ebenso im Stromschatten liegen sollten und etwas entfernt vom Ufer sein dürfen.

Überall dort, wo man im Winter Zander vorfindet oder vermutet, lohnt sich also der Auswurf Richtung strömungsfreie Flachwasser – z.B. zu der Buhnenfeldmitte.

Richtige Köder und deren Führung

Vor allem schlanke Gummifische 8 bis 12 cm lang mit schmalen Schwanztellern und in natürlichen Weißfisch-Dekors, eignen sich im Winter optimal sowohl für Zander als auch fürs Rapfenangeln. Darüber hinaus sind kleine und möglichst leise Wobbler ebenso erfolgversprechend.

Lieblingsköder Gummifisch für Zander

Lieblingsköder Gummifisch

Das Wesen des Rapfens gibt Hinweise für die richtige Köderführung im Winter: Diese Räuber verbringen ihr ganzes Leben im Geschwindigkeitsrausch – kaum eine andere Raubfischart ist in unseren Flüssen so agil und aktiv wie der Rapfen. Nicht umsonst ist der Strömungsbereich eines jeden Flusses explizit dem Rapfen vorbehalten. Er ist der Herrscher in seinem Revier und besitzt hierbei beinahe das Monopol, denn andere Räuber wie z.B. Hecht oder Zander lauern meist an den Strömungskanten und begeben sich nur selten in die Mitte der Strömung.

Der Köder muss also beim Rapfenangeln auch im Winter etwas zügiger geführt werden. Natürlich nicht so schnell wie im Sommer, aber immer noch mit einem moderaten Schwung, sodass die Reflexe der Räuber durch Geschwindigkeit wach gerüttelt werden können. Nicht umsonst passieren die Rapfen-Beifänge meist beim Jiggen, einer Technik, wenn der Köder hüpfend aber mit Schwung über dem Grund geführt wird.

Rapfen, gefangen auf Blinker

Rapfen, gefangen auf Blinker

Da alle Fische ihren Verdauungs-Metabolismus im Winter auf die Sparflamme runterfahren, ist es bei Rapfen nicht anders. Während diese Räuber im Sommer mehrmals am Tag jagen und fressen, machen sie es im Winter bei Wassertemperaturen um die 3 Grad höchstens ein paar mal in der Woche. Ausdauer ist also im Winter auch beim Rapfenangeln ein taktischer Erfolgsfaktor.

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