Rettungswesten: Kauftipps, Test & Vergleich 2018

Eine Rettungsweste ist bei einer Boots-Angeltour essentiell wichtig für die Sicherheit aller Personen. Worauf Sie beim Kauf einer Rettungsweste achten müssen, wird in diesem Artikel ausführlich erklärt.

Sicherheitsstufen und Einsatzgebiete der Rettungswesten

Meer

Meer

Die Einteilung von Rettungswesten, auch als Schwimmwesten bekannt, folgt der SOLAS-Vereinbarung („International Convention for the Safety of Life at Sea“). Die Westen verfügen über einen Auftrieb. Dieser wird mit der Maßeinheit Newton (N) angegeben. Um einen Menschen über Wasser zu halten, sind Mindest-Auftriebsgrößen nötig. Darüber hinaus ist eine Rettungsweste nur dann vollständig sicher, wenn auch der Körper der Person so gedreht wird, dass Nase und Mund an der Luft bleiben. Bezeichnet wird das als Drehmoment und Freibord. Erreicht wird der Auftrieb eines Menschen an die Oberfläche mit Drehmoment und Freibord bei mindestens 100N (DIN EN ISO 12402-4). Dafür muss die Person jedoch möglichst unbekleidet sein.

Eine Weste mit 100N ist also nur eingeschränkt ohnmachtssicher, sie wird deshalb nur für mit Badehosen bzw. -Anzügen bekleidete Menschen und nur für Binnengewässer empfohlen. Weil sich die Kleidung eines Menschen mit Wasser voll saugt, muss eine Rettungsweste für alle Fälle mindestens 150N (DIN EN ISO 12402-3) haben. In dieser Kategorie gilt die Schwimmweste als ohnmachtssicher. Sie eignet sich für die Sportschifffahrt und bei Hochsee-Fahrten mit wetterfestem Ölzeug. Eine Rettungsweste der Kategorie 275N (DIN EN ISO 12402-2) hat eine Auftriebskraft von etwa 30 Kilogramm. Sie ist ohnmachtssicher, kann mit hohem Körpergewicht und schwerer Kleidung bei extremen Bedingungen auf hoher See getragen werden. In folgender Tabelle sehen Sie eine  Übersicht über die einzelnen Sicherheitsstufen und Einsatzgebiete der Rettungswesten:

Bezeichnung Auftrieb Norm Funktion
Schwimmhilfe 50 Newton DIN EN ISO 12402-5 (früher DIN EN 393) Mindestauftrieb von 50 Newton, nicht ohnmachtssicher, nicht geeignet für Kinder unter 30 kg; z. B. für das Jollensegeln, bei dem eine Rettungsweste zu sperrig wäre, oder beim Wildwasserpaddeln auch mit einem Brustgurt.
Rettungsweste 100 Newton DIN EN ISO 12402-4 (früher DIN EN 395) Mindestauftrieb von 100 Newton, eingeschränkt ohnmachtssicher je nach Kleidung, Einsatzgebiet: Geschützte Gewässer, Binnenrevier.
Rettungsweste 150 Newton DIN EN ISO 12402-3 (früher DIN EN 396) Mindestauftrieb von 150 Newton, ohnmachtssicher, zumeist vollautomatische Rettungswesten (Sportschifffahrt). Im gewerblichen Bereich gibt es zum Teil noch Feststoffwesten. Einsatzgebiet: Hochsee mit wetterfestem Ölzeug.
Rettungsweste 275 Newton DIN EN ISO 12402-2 (früher DIN EN 399) Mindestauftrieb von 275 Newton, ohnmachtssicher in den meisten Fällen auch mit schwerer, wetterfester Kleidung, Einsatzgebiet: Hochsee und extreme Bedingungen, schwere Schutzbekleidung.
Dieser Tabelle wurde der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

Feststoff-Rettungswesten

Motorboot

Motorboot

Schwimmwesten aus Feststoff verfügen durchaus über gewisse Vorteile. Zum Beispiel sind sie in jeder Situation sofort einsatzbereit. Ein anderer Vorteil ist ihre Optik: Die zahlreichen Streifen und Reflektoren sorgen dafür, dass man im Notfall schneller von Rettern gefunden wird. Außerdem hat das Material von Feststoff-Rettungswesten eine bestimmte Dicke. Vergleichbar ist es mit Schaumstoff, der im Wildwasser beim Kontakt mit mit Steinen, Boots- oder Paddelkanten den sogenannten Prallschutz bietet. Zugleich bewahrt eine Feststoff-Rettungsweste vor Auskühlung.

Ein Nachteil Feststoff-Rettungswesten ist, dass sie den Träger wegen ihrer erforderlichen Dicke in der Bewegung einschränken. An warmen Tagen wird darüber hinaus ihre wärmende Eigenschaft auch als Nachteil wahrgenommen. Dadurch neigt man dazu, die Schwimmweste abzulegen, was sich als eine schicksalhafte Fehlentscheidung erweisen kann. Weiterhin ist bei schweren Personen ein hoher Newton-Wert erforderlich, der wiederum nur mit viel Material erreicht werden kann. Das macht die Feststoff-Rettungsweste extrem „fett“.

Automatisch afblasbare Rettungswesten

Der wichtigste Vorteil einer automatisch aufblasbaren Rettungsweste ist ihre Ohnmachtssicherheit. Durch die hohe Auftriebskraft wird ein Mensch sicher in die Rückenlage gedreht, sodass er frei atmen kann. Auch die hohe Bewegungsfreiheit im unaufgeblasenen Zustand ist ein Plus. Mit einem halbautomatischen Modell, dessen Auftriebskörper per Hand ausgelöst wird, kann man sogar noch schwimmen. Auf den Auftriebskörpern befinden sich auffällige Reflexstreifen, sie sorgen für optimale Sichtbarkeit bei Rettungsaktionen. Weiterhin haben die aufblasbaren Rettungswesten in der Standardausrüstung eine Signalpfeife. In Not geratene Person können damit Signale für die Suchtrupps setzen.

Der wichtigste Nachteil der aufblasbaren Rettungswesten ist die Tatsache, dass sie in unaufgeblasenen Zustand keinen Auftrieb haben. Während vollautomatische Rettungswesten bei einem Gang über Bord automatisch auslösen, müssen halbautomatische Modelle per Hand ausgelöst werden. Steht man unter Stress oder ist ohnmächtig, funktionieren sie nicht. Im Gegenzug ist bei beiden Varianten eine versehentliche Auslösung ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Außerdem sind diese Westen wartungsaufwändig. Eine automatische Weste muss alle zwei Jahre zu Wartung. Außerdem ist ihre Lebensdauer auf etwa 10 Jahre begrenzt.

Sechs Rettungswesten im Test

In folgender Tabelle finden Sie einen Vergleich von sechs besten Rettungswesten, die der Markt aktuell anbietet. Bei unserer Recherche nach den besten Produkten sammeln wir Bewertungen und Rezensionen aus verschiedenen Quellen wie z.B. Fachmagazinen, Foren und Online-Shops zusammen und werten diese anschließend nach unserem eigens entwickelten Raitings-System aus. Mehr Informationen zu unserem Bewertungssystem finden Sie hier.

Lalizas Rettungsweste Secumar RettungswestePreis-Leistung Tipp Wellenshop Rettungsweste 12Seemeilen Rettungsweste Lalizas 2-Punkt Lifeline GerSecumar Scout 275 3D
Typ Feststoff Feststoff Feststoff Automatic Automatic Automatic
Max. Körpergewicht 90 kg 80 kg 90 kg ab 40 kg ab 40 kg ab 50 kg
Auftrieb 100 N (CE 12402-4) 100 N (CE 12402-4) 100 N (CE 12402-4) 165 N (CE 12402-3) 150 N (CE 12402-3) 275 N (CE 12402-3)
Rückenlage eingeschränkt ohnmachtssicher eingeschränkt ohnmachtssicher eingeschränkt ohnmachtssicher ohnmachtssicher ohnmachtssicher ohnmachtssicher
Auftriebsmaterial Polyethylen-Schaum Polyethylen-Schaum Polyethylen-Schaum Luft Luft Luft
Ausstattung
  • Brustgurt und Schrittgurt
  • Taillengurt
  • Fix-Lock
  • Signalpfeife
  • mit Lifebelt
  • Signalpfeife
  • Bergeschlaufe
  • D-Ring
  • Signalpfeife
  • Hover-System
  • Harness-Ring
  • Signalpfeife
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Rettungswesten für Kinder

Für Kinder vollkommen ungeeignet sind Westen mit einem Auftrieb von 50N. Diese sind nicht ohnmachtssicher und helfen im Ernstfall gar nicht. Der Kopf des Kindes wird nicht über Wasser gehoben. Für kurze Touren bei nicht so heißen Temperaturen und beim Spielen am Wasser eignen sich vor allem spezielle Kinderschwimmwesten aus Feststoff mit einem Wert 100N. Sie müssen aber gut verarbeitet sein. Auf längeren Bootstouren wiederum brauchen Kinder Rettungswesten, die im Ernstfall ohnmachtssicher sind. Deshalb sind Schwimmwesten mit 150N aufwärts für Kinder dringend anzuraten.

Weil Kinder über lange Zeit und bei hohen Temperaturen in Feststoff-Westen leicht schwitzen und sich nicht gut bewegen können, sollte man bei langen Bootstouren zu den automatisch aufblasbaren Modellen greifen. Zu beachten gilt außerdem das empfohlene Körpergewicht. Es ist auf der Weste angegeben. Vor allem bei Babys und kleinen Kindern bis zwei Jahre muss die Schwimmweste optimal passen. Sie darf an dem kleinen Körper nicht verrutschen. Optimal ist es, bei Rettungswesten für Kinder zusätzlich auf eine auffällige Farbe, Reflexstreifen, eine Signalpfeife, einen Schrittgurt und eine Bergeschlaufe zu setzen.




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