Schwarmfische

Echte Schwarmfische zeichnen sich durch koordinierte Bewegung des gesamten Schwarmes sowie Desorientierung isolierter Tiere.

Echte Schwarmfische

Fische, die lebenslange Orientierung im Schwarm aufweisen, werden als echte Schwarmfische bezeichnet. Schwärme bilden in der Regel Tiere derselben Art und desselben Alters. Sie schwimmen weitgehend parallel zueinander, in etwa gleichem Abstand und in die gleiche Richtung. Schwarmfische können ganzjährig, saisonal oder nur bei Gelegenheit einen solchen Schwarm bilden. Schwarmverhalten ist auch von Vögeln, Sepien, Krill und vielen anderen Tieren bekannt. Entsprechende Formationen der Säugetiere nennt man Herden.

Zu den echten Schwarmfischen zählen beispielsweise der Hering, aber auch andere Fischarten der freien Meere. Im Süßwasser sind echte Schwarmfische selten anzutreffen. Beispiele sind Haibarben, Rotkopfsalmler oder die Schrägschwimmer der Gattung Thayeria, bei denen noch überwiegend die Kriterien für einen echten Schwarmfisch erfüllt werden. Grundsätzlich handelt es sich um Tierarten, die unter hohem Feinddruck leben. Die Arten haben Merkmale, die den Zusammenhalt des Schwarmes fördern, im Fall der genannten Süßwasserarten sind es bestimmte Zeichnungsmerkmale.

Unechte Schwarmfische

Fischschwarm

Fischschwarm

Unechte Schwarmfische oder Gruppenfische zeigen in größeren Gruppen bei Existenz äußerer bedrohender Faktoren Tendenzen zur Schwarmbildung. Dabei können sich auch Tiere unterschiedlicher Arten und Altersstufen gruppieren. In kleineren Gruppen oder bei Ausbleiben der Störfaktoren ändern sich die Verhaltensweisen, jedoch sind vereinzelte Tiere nie desorientiert im Raum oder stehen unter einem hohen individuellen Stress. Zu dieser Gruppe gehören viele Süßwasserfische aus den Ordnungen der Salmler und Barben. Sie erfüllen zahlreiche Kriterien für Schwarmfische, dennoch weichen sie in einigen, wichtigen Punkten von echten Schwarmfischen ab.

Beispiele für gesellig lebende Gruppenfische unter den Süßwasserfischen sind die Panzerwelse der Gattungen Aspidoras, Brochis und Corydoras oder eine Reihe von Schmerlen aus der Gattung Botia. Diese Tiere leben in der Natur in Schulen zusammen, die durchaus mehrere Hundert bis Tausend Individuen umfassen können. Die gemeinsamen Aktivitäten umfassen dabei vor allem die Nahrungsaufnahme beispielsweise auf offenen, ungeschützten Nahrungsgründen (Sandbänke), wo die Schule oder Großgruppe den Individuen entsprechenden Schutz bietet. Ansonsten treffen kaum weitere Kriterien für Schwarmfische auf diese Tiere zu.

Vorteile der Schwarmbildung

Die Schwarmbildung ist für die Fische mit Vor- und Nachteilen verbunden. Vorteilhaft ist die im Schwarm für das einzelne Tier höhere Wahrscheinlichkeit, den Angriff eines Räubers zu überstehen. Einzelne Fische können gezielter verfolgt werden und haben daher bei einem Angriff eines Räubers auch ein höheres Risiko, sofern sie sich nicht umgehend zum Beispiel in einer Höhle in Sicherheit bringen können. Der Schutz des Schwarms vor Räubern ergibt sich vor allem daraus, dass ein Räuber nur eine begrenzte Zahl von Fischen im Auge behalten kann und auch nur eine begrenzte Zahl von Fischen fressen kann. Je mehr Fische also zusammen schwimmen, desto geringer wird bei einem Angriff das Risiko für jeden einzelnen Fisch.

Vorteilhaft für die Schwarmbildung ist weiterhin die weite Verteilung der Nahrung im Raum. Sind zum Beispiel Schwärme von Krebstieren in großen Portionen im Raum verteilt, hat Schwarmverhalten für diese Fischart klare Vorteile. Beim knappen Nahrungsangebot überwiegen hingegen die Nachteile. Ein weiterer Vorteil des Schwarms besteht darin, dass die Wahrscheinlichkeit einen Geschlechtspartner zur Fortpflanzung zu finden, im Schwarm höher ist, als bei solitärer Lebensweise.

Nachteile der Schwarmbildung

Meer

Meer

Je höher das Risiko für einen Fisch ist, dass er einem Räuber zum Opfer fällt, desto aufmerksamer sollte er nach Räubern Ausschau halten und desto weniger Zeit bleibt ihm zum Fressen. Einer der Hauptgründe, warum sich Tiere zu Schwärmen zusammenfinden, ist wahrscheinlich, dass „viele Augen besser sehen“ und dass im Schwarm jedes einzelne Individuum weniger Zeit damit verbringen muss, nach Räubern Ausschau zu halten, und somit jedes Tier mehr Zeit zum Fressen hat.

Andererseits können große Schwärme mehr Räuber anziehen als ein kleiner Schwarm oder ein einzelner Fisch. Daher kann auch die Anzahl der Angriffe, und damit das Risiko von einem Räuber gefressen zu werden, mit der Schwarmgröße zunehmen. Bei koordinierter Jagdstrategie können Fischschwärme für Schwärme kleinerer Fische sehr gefährlich werden. Dies lässt sich beispielsweise bei Barracuda-, Makrelen- oder Barschschwärmen gut beobachten.

Schwarmbildung bei Aquarienfischen

Bei vielen Aquarienfischen, wie etwa den Salmlerarten der Gattungen Hyphessobrycon, Hemigrammus und Paracheirodon lässt sich Schwarmverhalten ganzjährig oder zu bestimmten Zeiten beobachten. Während der Balz und zur Paarungszeit grenzen aber auch ansonsten typische Schwarmfische durchaus kleinere Reviere ab, die sie gegeneinander verteidigen. Zum Zusammenschluss des Schwarmes kommt es hingegen, wenn Fressfeinde erscheinen. Isolierte Schwarmfische leiden häufig unter starkem Stress, sie zeigen sich verängstigt und verenden im Extremfall bald.

Quellen:

Dieser Artikel wurde zum Teil der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

Fischlexika und -Atlanten

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  1. Farbatlas der Angelfische
  2. Gefährliche Meeresfische
  3. Was lebt im Mittelmeer?
  4. Süßwasserfische Europas
  5. Fische Krebse Muscheln
  6. Das grüne Universum
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