Wanderfische in Deutschland

In Deutschland gibt es mehr Wanderfische als man denkt. Entwicklungen ihrer Populationen spiegeln sehr präzise die ökologischen Zustände unserer einheimischen Gewässer wieder.

Warum wandern Fische?

Manche Fische besitzen ein angeborenes instinktives Verhalten, das sie in regelmäßigen Abständen zu unterschiedlich großen Wanderungen antreibt. Dabei wandern Fische nicht nur zu ihren Laichplätzen, sondern auch auf der Suche nach Nahrung.

Am Meer

Am Meer

Neben nahrung- und laichbedingter Wanderung gibt es noch andere Gründe warum manche Fischarten ihre gewöhnlichen Habitate immer wieder verlassen müssen. So wechseln manche Spezies ihre Standorte im Winter, um schlicht der Kälte zu entfliehen. Auch wenn der Temperaturunterschied dabei nur 1-2 Grad ausmacht, kann es im Tierreich bereits über Leben und Tod entscheiden.
Je nach Sinn und Zweck der Wanderung werden Fische in folgende drei Gruppen eingeteilt.

Anadrome Wanderfische

Das sind Fische, die sich im Süßwasser fortpflanzen (laichen) aber im Meer aufwachsen. Lachs ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Anadrome Fischarten verbringen zwar die meiste Zeit ihres Lebens im Meer, wandern aber jedes Jahr die Flüsse aufwärts, um für den Nachwuchs zu sorgen.

Katadrome Wanderfische

Katadrome Wanderfische wachsen im Süßwasser auf und wandern ins Meer um abzulaichen. Sie sind somit genau das Gegenteil zu den anadromen Wanderfischen. Aal ist eine der bekanntesten katadromen Spezies, die im Süßwasser lebt und nur zum Laichen ins Meer wandert.

Potamodrome Wanderfische

Potamodrome Fischarten wandern ausschließlich zwischen bzw. innerhalb der Süßgewässer. Dabei kann es sowohl um das Aufsuchen der Laichplätze gehen als auch um die Suche nach Nahrung.

Liste der Wanderfische in Deutschland

Fischart Wanderungs-
Verhalten
Wandergebiete
Aal katadrom aus dem Landesinneren über die Flüsse zum Sargassosee (Atlantik)
Barbe potamodrom flussaufwärts zu den Laichstellen
Döbel potamodrom innerhalb der Flüsse auf der Suche nach Beute und zu den Laichplätzen
Flussneunauge anadrom vom Nord- und Ostsee weit stromaufwärts zu den Laichgebieten
Huchen potamodrom innerhalb des alpinen Raumes flussaufwärts zu den Laichstellen
Lachs anadrom vom Nord- und Ostsee stromaufwärts zu den Laichgebieten
Meerneunauge anadrom vom Nord- und Ostsee stromaufwärts zu Laichgebieten
Nordseeschnäpel anadrom in küstennahen Gewässern innerhalb der unteren Flussgebiete zum Ablaichen
Ostseeschnäpel anadrom Laichwanderung innerhalb der Boddengebiete
Rapfen potamodrom weite Strecken innerhalb der Flüsse auf der Suche nach Beute und zu den Laichplätzen
Stör anadrom vom Nord- und Ostsee stromaufwärts zu Laichstellen
Quappe potamodrom flussaufwärts zu den Laichplätzen
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