Wasserstand beim Flussangeln

Was fürs Wetter gilt, gilt auch für den Wasserpegel: Je stabiler ist er umso weniger Stress haben Fische und entsprechend aussichtsreicher sind unsere Fangchancen.

Stress für die Fische

Wind im Sommer

Wind im Sommer

Ändert sich der Wasserpegel in einem Fluss rasant, müssen sich die Fische komplett umorientieren. Stellen, wo sie früher ausreichend Nahrung und Schutz vor Räubern gefunden haben, sind durch den veränderten Wasserstand auf ein Mal unbrauchbar geworden. So müssen sie sich neue Unterschlüpfe suchen, wo sie wieder ausreichend Schutz finden können.

Mitten in diesen Umstellungsphasen bringen aggressiv geführte Köder kaum einen Biss, da die Räuber sich ebenso auf die neuen Verhältnisse einstellen müssen und Zeit brauchen. Wenn überhaupt, dann haben jetzt vor allem dezent laufenden Köder ohne laute Rasseln und in natürlichen Dekors noch die Chance einen Biss zu provozieren.

Besser fallender oder steigender Pegel?

Elbufer

Elbufer

Generell sollte man bei einer Pegel-Auswertung Faktor Jahreszeit beachten. So ist z.B. im Sommer ein steigender Pegel für Fische mit weniger Stress verbunden als ein fallender. Durch das aufs Ufer aufkommende Wasser werden neue interessante Bodenstrukturen zugänglich, die den Fischen nicht nur neue Verstecke vor den Räubern anbieten sondern auch allerlei Insekten mit sich bringen, die vor kurzem noch am Ufer gekrabbelt haben.

Im Winter hingegen bedeutet jeder Pegelsprung, dass die Fische ihre Energiereserven stark beanspruchen müssen, um sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Da die Flossenträger im kalten Wasser ihre Nahrungsaufnahme aufgrund des verlangsamten Metabolismus stark reduzieren, würde die Suche nach einem neuen Standort im Winter sehr viel Stress für jeden Fisch bedeuten.

Pegelspur am Ufer lesen

Gefallener Wasserpegel an der Elbe

Gefallener Wasserpegel an der Elbe

Man kann die Spuren der Wasserstand-Entwicklung an der Uferlinie gut deuten. Im Bild oben ist z.B. zu sehen, dass der Wasserpegel innerhalb kürzester Zeit um knapp einen Meter gefallen sein muss. Man sieht deutlich, dass die unter Wasser über mehrere Wochen hinweg gelegenen Steine mit einer Sedimentschicht überzogen wurden, die nach dem gefallenen Pegel in der Luft austrocknete und eine charakteristische helle Farbe gebildet hat.

Wie lang der Pegelfall in der Vergangenheit liegt ist in diesem Zusammenfall allerdings die entscheidende Frage. Das Wissen darüber muss sich jeder Angler durch präzise Beobachtung der Beschaffung und des Austrocknungsgrades der Sedimentschicht selbst eineignen.

Pegel-Charts im Interner

Im Internet gibt es diverse Webseiten, die quasi Real-Time Wasserstand-Auswertung anbieten. Eine zuverlässige Quelle ist z.B. die Website der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Dort kann man sich noch vor einem Angelausflug ein Bild über den aktuellen Wasserstand verschaffen und dies bei der Köderwahl berücksichtigen. Folgend ein Beispiel-Link für die Pegelauswertung in Wittenberge.

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