Wurftechnik bei Multirollen

Um einen guten gleichmäßig beschleunigten Wurf mit der Multirolle zu bewerkstelligen, braucht man zuallererst ausreichend Platz.

Gleichmäßig aber mit Schwung

Während Stationärrollen viel Stärke und wenig Gefühl beim Auswerfen erlauben, ist es bei Multirollen genau umgekehrt. Die Schwungbewegung beginnt bei einer Multirolle hinten langsam an und beschleunigt sich zum Auswurf kontinuierlich. Durch die gleichmäßige Beschleunigung kann der Köder flacher fliegen und deshalb sehr genau platziert werden.

WFT Penzill Curado

WFT Penzill Curado

Der Hechtexperte Uwe Pinnau beschreibt die Wurftechnik mit der Multirolle schön bildhaft: „Langsam hinten beschleunigen, nach vorne hin schneller werden, werfen und die Bewegung in die Wurfrichtung hin ausklingen lassen. Die Tai-Chi Schüler aus dem Pekinger Stadtpark wären sicher allesamt gute Multirollenwerfer!“

Um besser werfen zu können, passen zu den Multirollen am besten Ruten mit einem Triggergriff. Dank dieser Konstruktion hält man die Rute samt Rolle viel besser in der Hand. Außerdem sollte eine multirollentaugliche Rute mit vielen eng sitzenden Ringen bestückt sein, was die Bildung der „Perücken“ zusätzlich vorbeugen kann.

Wurfgewicht und Wurfweite

Eine Multirolle braucht immer ein Mindestgewicht, um überhaupt in Bewegung zu kommen und die Schnur frei zu geben. Mit weniger als 5 g Ködergewicht ist bei den meisten Modellen nichts zu holen. Erst ab 8 g beginnt es bei einer Baitcaster interessant zu werden.

Shimano Curado Haltung

Shimano Curado Haltung

Die Drehung der Spule beim Auswerfen wird bei einer Multirolle mit mechanischer Spulenbremse kontrolliert. Meist nimmt der Köder die Schnur im Flug mit leichtem Widerstand. Sein Flattern und Schnurverwicklungen werden dadurch verhindert. Allerdings geht der stabilisierte Flug auf die Kosten der Wurfweite, die dabei um Paar Meter kürzer ausfällt.

Darüber hinaus kann man bei einer Baitcaster zusätzlich mit dem auf die Spule gelegten Daumen bremsen. Erfahrene Angler neutralisieren so die mechanische Bremse und kontrollieren den Köderflug allen mit eigenem Daumen.

Nachteil beim Gegenwind

Beim Gegenwind sind Stationärrollen gegenüber Baitcaster klar überlegen. Leider begünstigen die Multirollen beim Auswurf gegen den Wind die „Perücken“-Bildung signifikant. Während die Spule nach dem Schwung ihre gewöhnliche Geschwindigkeit bekommt, wird der Köder durch den Gegenwind abgebremst. Somit ist das Überdrehen der Spule und die Perücken-Bildung meistens vorprogrammiert. Im nächsten Artikel geht es um die Vorteile einer Multirolle bei der Gegenüberstellung mit einer Stationärrolle.

Quellen:

Angeln mit der Multirolle, by Uwe Pinnau

Bewertung: 5,00; Bewertungen: 5



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