Zander-Wobbler im Test (zwischen 7 und 15 Euro)

Zander haben ein ganz anderes Beißverhalten als Hechte. Sie sind weniger aggressiv und zugleich sehr neugierig. Köder, die bei Hechten hoch im Kurs stehen, ignorieren sie zum Teil komplett.

Was zeichnet einen guten Zander-Wobbler aus?

Minnow-Wobbler

Minnow-Wobbler

Um Zander gezielt mit Wobblern zu beangeln, muss man zum Einen ganz genau wissen, in welchen Gewässern diese Köder die stacheligen Räuber am besten ansprechen und zum Anderen, welche Wobbler-Arten sich zum Zanderangeln überhaupt eignen.

Anders als Hechte, die auf große und dicke Köder stehen, bevorzugen Zander schmale und längliche Wobbler – die sogenannten Minnows. Diese Wobbler-Art passt perfekt ins Beuteschema der Zander. Der Grund dafür liegt im besonderen Fressverhalten dieser Raubfische: Bei einer Attacken beißen sie nicht einfach zu, wie es fälschlicherweise oft angenommen wird, sondern pirschen sich vorsichtig an die Beute heran und reißen ihr Maul blitzschnell auf. Dadurch entsteht ein Zog, dem kein Fisch entgehen kann. So lieben es die Zander besonders, wenn die Beute lang und schmal ist und sich ins Maul hineinfalten lässt.

Sechs Zander-Wobbler im Test

Während Hecht-Wobbler auch mal grob verarbeitet sein können, müssen Zander-Wobbler sehr hochwertig und präzise ausbalanciert sein. Selbst wenn sich die Mängel in der Qualität nur minimal auf das Köderspiel auswirken, ignorieren Zander solche Köder gnadenlos. Kann man bereits für vier Euro einen fängigen Hechtwobbler erwerben, muss man bei den Zander-Wobblern tiefer in die Tasche greifen. Doch der Aufpreis lohnt sich.

Wobbler Rapala DancerPreis-Leistung Tipp Balzer Zander 11 Westin Platypus Cormoran Minnow Rapala Jointed FT Illex Squirrel76
Wobbler-Typ Minnow Minnow Suspender Minnow Minnow Jointed Suspender
Geräusch-Kugeln vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden
Angelmethode Einholen, Twitchen, Schleppen Twitchen, Jerken Twitchen, Jerken Einholen, Jerken, Schleppen Einholen, Jerken, Twitchen Twitchen
Größe 9 und 11 cm 11 cm 12 cm 12 cm 13 cm 7,6 cm
Gewicht 13 und 22 g 18 g 24 g 17 g 18 g 8,6 g
Schwimm-Verhalten schwimmend schwimmend schwebend schwimmend schwimmend schwebend
Tauchtiefe 4.50 m – 10.00 m 3.5 – 4.5 m
0.5 – 2.0 m
1.5 – 2.0 m 1.2 – 4.2 m 0.5 – 1m
Einsatz Sommer, Herbst, Winter Sommer, Herbst ganzjährig Frühling, Sommer, Herbst Frühling, Sommer, Herbst ganzjährig
Ziefischgröße 30 – 70 cm 30 – 70 cm 40-80 cm 40-80 cm 40-90 cm 30 – 70 cm
Kundenwertung

Einfach einholen, Jerken oder Twitchen?

Während Hecht-Wobbler bereits durchs einfache Einholen zuverlässig fangen, verlangen Minnow-Wobbler nach wesentlich mehr Aufwand bei der Führung. Das Twitchen und Jerken sind zum Beispiel Führungstechniken, die für Minnows gut geeignet sind. Dabei wird ein Köder ruckartig im Zig-Zag-Kurs durchs Wasser geführt. Die Ruckbewegungen werden mit der Rutenspitze produziert und sind je nach Form des Swimbaits unterschiedlich stark. In folgenden Beiträgen finden Sie weitere Informationen zu den Themen Twitchen und Jerken mit Wobblern. In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine Wobbler-Montage für Zander aufgebaut ist.

Wobbler-Montage für Zander

Wobbler-Montage für Zander

Im Fluss oder in einem See angeln?

An der Elbe

An der Elbe

Zander lieben langsam fließende Gewässer mit sandigem oder kiesigem Boden. Nicht zufällig sind Elbe und Rhein die besten Zandergewässer in Deutschland. Dennoch gibt es auch in manchen Stauseen sehr gute Zander-Populationen. Soll man nun zu unterschiedlichen Wobblern greifen, je nach dem, ob im Fluss oder in einem See geangelt wird?

Generell lassen sich die Zander eher in fließenden Gewässern mit einem Kunstköder überlisten als in den Seen. Die Strömung im Fluss kaschiert die Unzulänglichkeit eines jeden auch so perfekten Köders. Ein schlängelnder Zig-Zag-Lauf eines teuren Wobblers kann uns zwar sehr stark beeindrucken, die Fische hingegen müsste er sehr seltsam anmuten. Den Unterschied zwischen einem echten Beutefisch und einem Kunstköder nehmen Fische nicht nur visuell sondern auch durch ihren Seitenlinienorgan wahr. So ist die Energiequelle bei einem echten Fisch er selbst. Druckwellen, die von seinem Schwanz ausgehen, sind entsprechend stark und energiereich. Bei einem eingeholten Wobbler hingegen befindet sich die Energiequelle außen. Die ausgeübte Kraft wird hier in die Köder-Bewegungen umgelenkt. Dadurch sind die ausgestrahlten Druckwellen ganz anders frequentiert als bei einem echten Fisch.

Das Zanderangeln mit Wobblern ist vor allem in den Flüssen zu empfehlen. Lediglich das Schleppangeln kann auf diese Räuber auch in den Stauseen erfolgreich eingesetzt werden. Dabei wird der Wobbler optimalerweise an der Kante zu Sprungschicht angeboten, wo sich die Räuber in den Stauseen gerne aufhalten. Im nächsten Beitrag finden Sie einen Vergleich der besonders fängigen Hecht-Wobbler.




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