Umweltproblem Plastik und dessen Abbauzeit

Trotz all seinen faszinierenden Eigenschaften gerät der Superstoff Plastik immer mehr zum ökologischen Problem im globalen Maßstab.

Wie lange dauert der Abbau von Plastik?

Umweltproblem Plastik

Umweltproblem Plastik

Nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist biologisch abbaubar. Es ist davon auszugehen, dass Kunststoffe nicht vollständig von Mikroorganismen zersetzt werden können. Mikroplastik-Partikel werden kontinuierlich kleiner, verschwinden jedoch nicht komplett.

Die Abbauzeiten von Plastik variieren je nach Kunststoffart. So ist eine Einkaufstüte aus Plastik nach 10-20 Jahren in ihre Mikroteilchen zerfallen, ein Plastikbecher benötigt 40 Jahre. Nach 200 Jahren ist ein Zimmerpflanze-Innentopf zerrieben, eine Kola-Plastikflasche wird sogar mit 450 Jahren Abbauzeit beziffert, ein Fischernetz mit 2.000 Jahren. Dabei handelt es sich um Schätzungen.

Wie gelangt Plastik ins Meer?

Am Meer

Am Meer

In den Meeren befinden sich weltweit mindestens 5.25 Billionen Plastikteile, was einer Anzahl von ca. 700 Teile pro Weltbürger entspricht. Neben dem durch Schiffsbetrieb verursachten Müllaufkommen (illegale Müllentsorgung, Ladungsverlust etc.) stammt mehr als 80 % des Plastikmülls im Meer aus dem Landesinneren.

Ob winzige Mikroplastikteilchen aus vielen Kosmetikartikeln wie z.B. Duschgel oder Zahnpasta (auch synthetische Kleidungsstücke verlieren bei jedem Waschgang Tausende von Faserteilchen) oder weggeworfener Abfall – all dies gelangt, für das Auge unsichtbar, über Kläranlagen und Filter in die Flüsse und von dort ungehindert ins Meer.

Was versteht man unter Plastik?

Der Begriff „Plastik“ ist sehr weit gefasst und bezieht sich auf Kunststoffe aller Art. Ihre wichtigste Bestandteile machen drei Elementen aus: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Dabei unterscheidet man  zwei grundlegende Kunststoffarten: Synthetische Kunststoffe, die aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt werden, und die halbsynthetischen, die durch die Bearbeitung natürlicher Polymere entstehen.

Wie wird Plastik hergestellt?

Bei der Herstellung synthetischer Kunststoffe wird Erdöl durch Destillation in flüssige und gasförmige Bestandteile aufgespalten, Rückstände werden dabei abgetrennt. So entsteht das für die Plastikherstellung erforderliche Rohbenzin. Im sogenannten Cracking-Verfahren erfolgt die Aufspaltung des Rohbenzins in Ethylen, Propylen, Butylen und weitere Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Danach folgt der eigentliche Herstellungsprozess, die Synthese.

Bei der Synthese werden mittels Druck oder Hitze kleine Materialbausteine (Monomere) durch Verkettung oder Vernetzung zu größeren Molekülen (Polymere) zusammengefügt. Je nach Synthese-Verfahren nimmt Kunststoff verschiedene Formen an. Winzige Mengen zugefügter Substanzen entscheiden über die vielfältigen Eigenschaften des Materials (Formbarkeit, Dichte, Härte, Bruchfestigkeit, Wärmebeständigkeit) und machen dessen Beliebtheit aus.

Industrie als Platiskschleuder

Industrie als Platiskschleuder

Industrie als Platiskschleuder

Auch die plastikverarbeitende Industrie sorgt für Abfallprodukte, die ungeklärt in die Flüsse oder das Grundwasser gelangen. Allein die Donau transportiert auf diese Weise rund 4,2 Tonnen Plastik pro Tag flussabwärts. Deutschland belegt den ersten Platz der europäischen Plastikproduzenten, Europa ist hinter China der zweitgrößte Plastikproduzent. Problematisch bleibt, dass ein Großteil des deutschen Plastikmülls zur Weiterverarbeitung in Drittländer exportiert wird, vielfach nach Asien. Dort wird der Müll nicht selten lediglich verbrannt oder landet im Meer.



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