Umweltproblem Plastik und dessen Zerfallsdauer

Trotz all seinen faszinierenden Eigenschaften gerät der Superstoff Plastik immer mehr zum ökologischen Problem im globalen Maßstab.

Was ist eigentlich Plastik?

Umweltproblem Plastik

Umweltproblem Plastik

Der umgangssprachliche Begriff „Plastik“ ist sehr weit gefasst und bezieht sich auf Kunststoffe aller Art. Zwar werden sie alle künstlich hergestellt, ihre wichtigsten Bestandteile machen allerdings drei Elementen aus: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Dabei unterscheidet man  zwei grundlegende Kunststoffarten: Synthetische Kunststoffe, die aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt werden, und die halbsynthetischen, die durch die Bearbeitung natürlicher Polymere zustande kommen.

Wie lange dauert es, bis sich Plastik zersetzt?

Nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist biologisch abbaubar. Es ist davon auszugehen, dass Kunststoffe nicht vollständig von Mikroorganismen zersetzt werden können. Mikroplastik-Partikel werden kontinuierlich kleiner, verschwinden jedoch nicht komplett. Je nach Kunststoffart variieren die Abbauzeiten von Plastik-Schwemmgut. So ist eine Einkaufstüte aus Plastik nach 10-20 Jahren in ihre Mikroteilchen zerfallen, ein Plastikbecher benötigt bereits 40 Jahre. Nach 200 Jahren ist ein Zimmerpflanze-Innentopf zerrieben, eine Kola-Plastikflasche wird sogar mit 450 Jahren Abbauzeit beziffert, ein Fischernetz mit 2000 Jahren. Dabei handelt es sich um Schätzungen.

Wie gelangt Plastik ins Meer?

Am Meer

Am Meer

In den Meeren befinden sich weltweit mindestens 5.25 Billionen Plastikteilchen, was einer Anzahl von ca. 700 Teile pro Weltbürger entspricht. Neben dem durch Schiffsbetrieb verursachten Müllaufkommen (illegale Müllentsorgung, Ladungsverlust) stammt mehr als 80 % des Plastikmülls im Meer aus dem Landesinneren. Hier handelt es sich um Mikroplastik, das in winzigen Kügelchen in vielen Kosmetikartikeln, Duschgel oder Zahnpasta enthalten ist. Auch synthetische Kleidungsstücke verlieren bei jedem Waschgang Tausende von Faserteilchen. Diese Mikroplastikteilchen gelangen, für das Auge unsichtbar, über Kläranlagen und Filter in die Flüsse und von dort ungehindert ins Meer. Hinzu kommt weggeworfener Abfall oder verlorener Plastikmüll.

Wie wird Plastik hergestellt?

Bei der Herstellung synthetischer Kunststoffe wird Erdöl durch Destillation in flüssige und gasförmige Bestandteile aufgespalten, Rückstände werden dabei abgetrennt. So entsteht das für die Plastikherstellung erforderliche Rohbenzin. Im sogenannten Cracking-Verfahren erfolgt die Aufspaltung des Rohbenzins in Ethylen, Propylen, Butylen und weitere Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Danach folgt der eigentliche Herstellungsprozess, die Synthese.

Bei der Synthese werden mittels Druck oder Hitze kleine Materialbausteine (Monomere) durch Verkettung oder Vernetzung zu größeren Molekülen (Polymere) zusammengefügt. Je nach Synthese-Verfahren nimmt Kunststoff verschiedene Formen an. Winzige Mengen zugefügter Substanzen entscheiden über die vielfältigen Eigenschaften des Materials (Formbarkeit, Dichte, Härte, Bruchfestigkeit, Wärmebeständigkeit) und machen dessen Beliebtheit aus.

Industrie als Platiskschleuder

Industrie als Platiskschleuder

Industrie als Platiskschleuder

Auch die plastikverarbeitende Industrie sorgt für Abfallprodukte, die ungeklärt in die Flüsse oder das Grundwasser gelangen. Allein die Donau transportiert auf diese Weise rund 4,2 Tonnen Plastik pro Tag flussabwärts. Deutschland belegt den ersten Platz der europäischen Plastikproduzenten, Europa ist hinter China der zweitgrößte Plastikproduzent. Problematisch bleibt, dass ein Großteil des deutschen Plastikmülls zur Weiterverarbeitung in Drittländer exportiert wird, vielfach nach Asien. Dort wird der Müll nicht selten lediglich verbrannt oder landet im Meer.

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