Angeln mit Sbirolino: Alle Infos zu beliebten Angeltechnik

Einfache Führung, simpler Aufbau und eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote macht Sbirolino-Fischen zur einen sehr beliebten Angelmethode.

Wie funktioniert ein Sbirolino?

Angeln mit Sbirolino

Angeln mit Sbirolino

Als Sbirolino wird eine spezielle Angelpose fürs Forellenangeln bezeichnet, die aus einem Körper mit integriertem Schnurkanal besteht. Aufgrund seiner Konstruktion lässt sich ein Sbirolino weit auswerfen und somit auch sehr leichte Köder, wie z.B. Maden oder Mais, auf Entfernung befördern. Nach dem Auswurf wird ein Sbirolino je nach Beißverhalten der Fische mal langsam und monoton, mal schneller und abwechslungsreicher eingezogen.

Das Grundprinzip eines Sbirolinos besteht also darin, dass der Köder den Fischen beim Schleppen sehr reizvoll und in jeder Wassertiefe angeboten werden kann. Dafür gibt es schwimmende und sinkende Sbirolinos, sowie auch Modelle in unterschiedlichen Gewichten, Größen und Farben. Der Erfolg und Vielfalt von Sbirolinos hat dazu beigetragen, dass sie nicht nur beim Nachstellen  von Forellen sondern auch beim Angeln auf andere Raubfische eingesetzt werden.

Sbirolino oder Bombarde: Was ist der Unterschied?

Es gibt keinen Unterschied zwischen Sbirolino und Bombarde. Beide Bezeichnungen stammen aus Italien, dem Geburtsland des Sbirolinos, und beziehen sich auf dieselbe Posenart, wobei in Italien das Wort „Bombarde“ am häufigsten im Gebrauch ist. In Deutschland hingegen ist „Sbirolino“ allgegenwärtig und als „Bombarde“ wird hierzulande eher ein besonders bauchiger Sbirolino bezeichnet.

Schanke und bauchige Sbirolinos

Der Unterschied in der Körperform bestimmt nicht nur die aerodynamischen Eigenschaften von Sbirolinos sondern auch ihr Sinkverhalten. So haben schlanke Sbirolinos einen mittigen Schwerpunkt, wodurch sie zwar nicht zu den absoluten Weitgeschoßen gehören, dafür aber in einer waagerechten Position absinken und den Fischen beim Anbeißen kein Widerstand leisten. Ihren Vorteil spielen schlanke Sbirolinos also beim Angeln auf vorsichtige und launische Fische aus.

Bauchige Sbirolinos haben ihren Schwerpunkt wiederum weiter vorne, das macht sie zu richtigen Raketen beim Auswerfen. Sie entfalten vor allem in großen Gewässern ihr Potenzial, indem weitläufige Wasserflächen nach Forellen abgesucht werden können. Zugleich sinken sie nach dem Eintreffen ins Wasser kopfüber in die Tiefe und leisten den Fischen spürbaren Widerstand beim Anbeißen. Bauchige Sbirolinos sind also fürs Angeln auf aktive Fischen in großen Gewässern optimal geeignet.

Sinkeigenschaften von Sbirolinos

Sinkeigenschaften von Sbirolinos

Sinkeigenschaften von Sbirolinos

Die Sinkeigenschaften von Sbirolinos beeinflussen den Fangerfolg maßgeblich. Grundsätzlich gibt es drei Haupttypen: schwimmende, langsam sinkende und schnell sinkende Sbirolinos. Schwimmende Sbirolinos bleiben an der Oberfläche und sind ideal, wenn der Köder knapp unter der Wasseroberfläche geführt werden soll. Diese Modelle sind besonders für Einsteiger zu empfehlen, da man damit bei der Führung nicht viel falsch machen kann.

Langsam sinkende Sbirolinos sind vielseitig einsetzbar, da sie es ermöglichen, den Köder in verschiedenen Tiefen zu präsentieren, während sie langsam auf den Grund sinken. Sie eignen sich gut für Gewässer, in denen die Fische in unterschiedlichen Tiefen aktiv sind. Schnell sinkende Sbirolinos erreichen rasch größere Tiefen und sind besonders nützlich in tiefen Gewässern oder bei starkem Wind und Strömung.

Wie wähle ich den richtigen Sbirolino?

Einen Sbirolino in der passenden Sinkgeschwindigkeit zu wählen, ist manchmal gar nicht so einfach. Denn viele Hersteller haben ihre eigenen Vorgaben, die im Idealfall als „sinkend„, „langsam sinkend“ und „schnell sinkend“ in verschiedenen Sprachen auf den Schwimmkörpern abgedruckt sind. Doch bei vielen Sbirolinos gibt es auch die Bezeichnung, die aus zwei 2 Zahlen besteht. Während die erste Zahl das Gewicht des Sbirolinos in Gramm und somit einen Hinweis für seine Wurfweite und das Wurfgewicht der Angelrute vorgibt, bezeichnet die zweite Zahl sein Absinkgewicht, ebenso in Gramm.

Stellen wir uns imaginär zwei Sbirolinos vor: Auf dem ersten ist „10-8,0“ und auf dem zweiten „15-5,0“ abgedruckt. Das zweite Sbirolino hat offensichtlich mehr Gewicht (15 gegen 10 g) und müsste somit schneller sinken, so der erste Gedanke. Doch tatsächlich sinkt der erste Sbirolino schneller, weil sein Absinkgewicht größer ist (8,0 gegen 5,0 g). Die Vorgaben über das Gewicht und Sinkgeschwindigkeit eines Sbirolinos sind sehr wichtig beim Angeln. Denn in großen Stauseen z.B. kann ein Sbirolino schon mal 30 g wiegen und müsste eine bestimmte Sinkgeschwindigkeit haben, um die Fische zu erreichen.

Verschiedene Farben von Sbirolinos

Auch die Wahl der richtigen Farbe eines Sbirolinos muss durchdacht werden. Transparente Sbirolinos eignen sich z.B. besonders gut für klares Wasser, da sie nahezu unsichtbar sind. Dies macht sie ideal für scheue Fische. Doch Vorsicht: Bei sonnigen Tagen können transparente Sbiros, insbesondere die mit glatter Oberfläche, das Licht reflektieren, sodass ihre unauffällige Wirkung ins Gegenteil umschlagen kann. Hier wären milchig-weiße Modelle weniger auffällig.

Farbige Ausführungen, meist in leuchtenden Tönen, können wiederum bei schlechten Sichtverhältnissen und schwimmenden Sbiros hilfreich sein. Die kräftigen Farben erhöhen die Sichtbarkeit für den Angler und helfen, den Köder genau zu positionieren. Auch bei starkem Wind und Wellen sind sie leichter zu erkennen. Dann gibt noch schwarze Sbirolinos. Entgegen der weitläufigen Meinung haben sie nur minimale Scheuchwirkung auf die Fische, weil sie das Licht absorbieren, anstatt es zu reflektieren.

Montage fürs Sbirolino-Angeln

Sbirolino-Montage

Sbirolino-Montage

Der Aufbau einer Sbirolino-Montage ist unkompliziert. Zuerst wird der Sbirolino auf die Hauptschnur gefädelt, gefolgt von einer kleinen Gummiperle als Puffer. Danach folgt ein Wirbel, an den ein Vorfach mit dem gewünschten Köder gebunden wird. Die Länge des Vorfachs kann variieren, je nach Größe des Sbirolinos und Gewässerbedingungen. Im nächsten Beitrag erläutern wir ausführlich alle Details für den Bau einer Sbirolino-Montage.

Köder fürs Angeln mit Sbirolino auf Forelle

Die besten Köder fürs Forellenangeln mit Sbirolino sind Maden und Tauwürmer. Dabei sind es insbesondere Bienenmaden, die in L-Form auf den Haken aufgezogen werden, sodass sie sich beim Einholen um die eigne Achse drehen. Solche rotierende Bewegungen punkten bei Forellen und lassen die Fische schneller zubeißen. Weitere vielversprechende Naturköder sind Maiskörner.

Darüber hinaus ist der Forellenteig ein sehr bewährter Köder fürs Sbirolino-Angeln. Seine weiche Konsistenz und intensiver Duft hat es den Forellen besonders angetan. Darüber hinaus kann man den Teig flexibel kneten und so in Propellerform am Haken befestigen, sodass es sich bei der Führung verführerisch dreht. Der Forellenteig ist in jedem Angelladen in verschiedenen Farben und Aromen erhältlich.

Auch Kunstköder sind überaus fängig

Da der Köder beim Sbirolino-Angeln eingezogen bzw. geschleppt wird, ähnelt diese Technik dem Spinn– und Fliegenfischen. Dadurch ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, Kunstköder aus dem Arsenal der beiden Techniken auch mit einem Sbirolino anzubieten. Zum Einsatz kommen können dabei kleine Wobbler, Twister, Gummifische, Spinner sowie verschiedene Nass- und Trockenfliegen.

Selbst Maden – die Lieblingsnahrung der Forellen – gibt es in Silikon-Ausführung, die mit Duftstoffen präpariert einen der besten Kunstködern auf Forellen darstellen. Der große Vorteil beim Sbirolino-Angeln mit Kunstködern besteht in der riesigen Wurfweite, die in dieser Größenordnung bei kleinen Kunstködern weder beim Spinnangeln noch beim Fliegenfischen möglich ist.

Führungstechnik beim Sbirolino-Angeln

Angeln mit Sbirolino

Angeln mit Sbirolino

Die Köder-Führung ist beim Sbirolino-Angeln verhältnismäßig simpel. Ein einfaches Auswerfen gefolgt von einem kurzen Absinken des Sbirolinos (falls es ein sinkendes Modell ist) reicht, um anschließend die Montage einzuholen. Während des Einholens kann der Köder gelegentlich gezupft, beschleunigt oder einfach kurz angehalten werden, um ihn den Fischen facettenreich anzubieten. Häufig werden Räuber gerade bei unregelmäßiger Führung gereizt und beißen zu.

Das schwierigste beim Angeln mit Sbirolino ist also nicht die Führungstechnik sondern die Lokalisierung der Wassertiefe, wo sich die Fische befinden und wo der Köder präsentiert werden soll. Hat man dies herausgefunden, sei es mittels eigener Erfahrung oder durch das Probefischen in verschiedenen Wasserschichten, steht einer erfolgreichen Pirsch nichts mehr im Wege.

Richtiger Anschlag beim Biss

Bei einem Biss, den man meist mit einem kleinen Schlag in der Rute spürt, geben erfahrene Forellenangler dem Fisch ein paar Sekunden Zeit, damit er den Köder richtig packen kann. Anschließend folgt ein weicher Anschlag. Dies gilt allerdings nur für Naturköder. Beim Angeln mit Kunstköder sollte der Anschlag im selben Augenblick erfolgen, sobald der Fisch den Köder berührt hat, sonst spuckt er das Imitat schnell wieder aus.

Weiterhin spielt die Entfernung zum Fisch und die Schnur-Art ebenso eine Rolle beim Anhieb. Beim Angeln mit monofilen Schnüren sollte der Anhieb umso starker erfolgen, je weiter der Fisch entfernt ist. Für Flechtschnüre gilt diese Regel wiederum nicht. Da sie keine Dehnung aufweisen, genügt es, auf jeder Entfernung einen leichten Anhieb zu setzen.

Vorteile des Sbirolino-Angelns

Am See

Am See

  1. Sehr große Wurfweite: Durch die spezielle Konstruktion und das Gewicht des Sbirolinos kann er sehr weit ausgeworfen werden und ermöglicht dadurch das Abfischen großer Wasserflächen.
  2. Vielfältige Köderpräsentation: Mit einem Sbirolino kann der Köder flexibel in verschiedenen Tiefen bei unterschiedlichen Einholgeschwndigkeitein präsentiert werden, was die Erfolgschancen vergrößert.
  3. Einfachheit der Montage: Eine Sbirolino-Montage ist einfach konstruiert und kann schnell aufgebaut werden. Dies macht diese Methode für Einsteiger und für Profis gleichermaßen gut geeignet.
  4. Flexibilität bei Köderwahl: Beim Sbirolino-Angeln können sehr verschiedene Natur- und Kunstköder verwendet werden, auch die aus den Bereichen Spinnangeln und Fliegenfischen.
  5. Breites Zielfisch-Spektrum: Durch den Einsatz unterschiedlicher Köder und attraktive Führungstechnik können mit Sbirolino nicht nur Forellen, sondern auch andere Raubfische wie Barsche, Zander und Hechte gefangen werden.

Hat das Sbirolino-Angeln Nachteile?

Da ein Sbirolino vor dem Köder geschaltet wird, schluckt er bei der Übertragung des Köderspiels in die Rute etwas vom Ködergefühl, dasselbe passiert auch beim Drill. Deshalb bevorzugen erfahrene Spinnangler eine möglichst klare Verbindung zwischen dem Köder und der Rute, die es beim Spinnfischen ohne Sbirolino üblich ist. Wollen die Fische allerdings beim „normalen“ Spinnfischen nicht beißen, spielt das Schlucken des Ködergefühls auch keine Rolle mehr. So bleibt einem Angler keine andere Wahl übrig, als es auch mal mit dem Sbirolino auszuprobieren, einer Angelmethode, die überdurchschnittlich oft erfolgreich ist.

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  • langsam sinkend
  • Inhalt: 6 Stück
  • 6 verschiedenen Gewichte
  • langsam sinkend
  • Inhalt: 2 Stück
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  • schwimmend
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