Angeln auf Seeforelle

Seeforelle ist die große Schwester der Bachforelle. Wo sie lebt und wie man sie fängt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Herkunft und Habitat der Seeforelle

Seeforelle (Salmo trutta lacustris)

Seeforelle (Salmo trutta lacustris)

Die Seeforelle (Salmo trutta lacustris) ist keine eigenständige Spezies sondern gehört zu der Gattung der Bachforelle und unterscheidet sich von letzterer durch größere Körpermaßen. Ihre durchschnittliche Größe liegt zwischen 40 und 80 Zentimeter. Manche Fische werden bis zu einem Meter lang und können ein Gewicht von mehr als 10 Kilogramm auf die Waage bringen.

Seeforelle weist einen Torpedo-förmigen Körper auf, der seitlich etwas zusammengedrückt ist. Während der Bauch hellgrau bis weiß und die Flanken silbrig erscheinen, zeigt sich der Rücken in einem blaugrauen bis grünlichgrauen Ton. Seeforellen sind häufig mit einem leicht rötlichen oder bräunlichen Schimmer versehen. Sie leben in großen, sauerstoffreichen alpinen Seen. Laichreife Fische steigen ab September in die Oberläufe der Zuflüsse auf.

Mit welcher Angelmontage auf Seeforelle?

Sehr erfolgreich beim Nachstellen von Seeforellen vom Ufer aus ist das Angeln mit einer Schwimmpose – der sogenannten Sbirolino. Als Wurfgewicht eingesetzt, lassen sich Reichweiten zwischen 70 und 80 Metern und nahezu jede Stelle in einem See damit erreichen. Nach dem Auswurf sollten Sie den Köder mal langsam mal etwas schneller einholen, um die Seeforellen zum Beißen zu animieren. In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine Sbirolino-Montage aufgebaut ist, mehr dazu im nächsten Beitrag.

Sbirolino-Montage für Seeforelle

Sbirolino-Montage für Seeforelle

Schleppfischen auf Seeforelle

Sehr weit verbreitet ist das Fischen auf Seeforelle beim Schleppen. Dabei werden oft und gerne sowohl Kunstköder (Wobbler, Blinker) als auch Naturköder eingesetzt.  Zu den letzteren gehören vor allem Köderfische wie z.B. Rotaugen, Lauben, Alet und Hasel. Meist werden sie an einem System (bestehend aus einer Drahtkonstruktion mit Haken) angebracht und den Fischen angeboten.

Welche Naturköder mögen Seeforellen?

Seeforellen beißen gut bei sich bewegenden Ködern. Regen-, Mehl- und Wattwürmer, Zophoba-Larven, aber auch fette Maden sind optimal, um stattliche Exemplare zu fangen. Die besten Fangchance haben allerdings immer die Köder, die die Forellen in Ihrer natürlichen Umgebung vorfinden und bereits gut kennen.

Mit Forellenteig im Winter

Im Winter ist spezieller Forellenteig überaus vielversprechend beim Angeln auf Seeforelle. Der fertige Köder sollte die Form einer breiten Spirale aufweisen, die zum Vorfach hin spitz ausläuft. Bunte Pasten können an kalten Tagen gern einen starken Geruch von Knoblauch verströmen. Generell gilt: Hellen Teig im Sommer einsetzen, zwischen Herbst und Frühjahr eher mit gedeckten Sorten arbeiten.

Bei kalten Außentemperaturen werden die Tiere träge und bevorzugen den Köder direkt vor dem Maul. Eine Grundmontage mit einem 50 bis 150 Zentimeter langem Vorfach ist dann optimal. Als Gewicht passt zum Beispiel das Tiroler Hölzl mit integriertem Auftriebskörper.

Mit welchen Kunstködern auf Seeforelle?

Wobbler

Wobbler

Als Kunstköder kommt bei Seeforellen alles infrage, was sich unter Wasser dreht und bewegt. Mit Wobblern, Blinkern und Spinnern hat man die besten Erfolgschancen. Floating Wobbler werden beim Forellenangeln am häufigsten eingesetzt: Sie schwimmen nach dem Auswerfen an der Wasseroberfläche und erreichen erst durch das Einkurbeln bzw. Schleppen eine gewisse Wassertiefe. Dadurch hat man beim Angeln sehr gute Kontrolle über die verhassten Hänger.

Wobbler benötigen allerdings eine gewisse Geschwindigkeit, um ordentlich spielen zu können. Für das langsame Einholen sind sie deshalb nur bedingt zu empfehlen. Zwei bis drei Zentimeter lange Blinker sind hierbei besser geeignet. Auch agile Spinner, die beim Zug sofort zu rotieren anfangen sind ebenso gute Forellenköder. Pausen beim Einholen lassen das Lockmittel schön taumeln. Sbirolino in Verbindung mit einer Fliege erscheinen ebenfalls attraktiv.

Wo halten sich Seeforellen auf?

Es gibt zwei Bereiche im See, wo sich Seeforellen den Tag über gern aufhalten. Zum einen sind das die Schongebiete an der Schilfkante und stark pflanzenbewachsene Stellen. Zum anderen sind die Areale, an denen sich Zuflüsse befinden, ein toller Hotspot. Hier herrscht einiges an Bewegung im Wasser und ein relativ hoher Sauerstoffgehalt. Im Winter bieten sich beim Angeln auf Seeforelle vor allem ruhige Buchten als Hotspots an.

Wann beißen Seeforellen besonders gut?

Seeforelle

Seeforelle

Seeforellen beißen besonders gerne in den frühen Morgenstunden und wieder zum Abend hin, wenn in alpinen Regionen etwas kühler wird. Die Fische lassen sich das ganze Jahr über angeln. Zwischen Frühjahr und Herbst sind die Tiere aktiver und beißen vor allem bei entsprechender Köder-Animation.

Wenn Sie sich im Winter aufmachen, um ausgewachsene Forellen zu ergattern, sollten Sie den Köder direkt an den möglichen Aufenthaltsort bringen. Suchen Sie in dieser Jahreszeit die windabgewandte Seite des Sees auf, denn dort wird das leicht wärmere Tiefenwasser hochgedrückt.



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