Angeln mit Mehlwurm

Mehlwürme sind eigentlich keine Würmer sondern Larven, die wie Würmer aussehen. Sie sind ausgezeichnete Fischköder.

Was sind Mehlwürmer?

Mehlwürmer.

Mehlwürmer (Raimond Spekking / Wikimedia CC BY-SA 4.0)

Mehlwürmer (Tenebrio molitor) sind die Larven des Mehlkäfers. Der weibliche Käfer legt Eier und daraus schlüpfen binnen rund 14 Tagen die Mehlwürmer. Zunächst sind sie mit zwei Millimetern recht klein. Rasch werden sie aber größer und häuten sich mehrmals.

Zum Schluss ihrer Entwicklungsphase sind sie etwa 4 cm groß und verpuppen sich. Aus der Puppe entwickelt sich dann schließlich binnen zwei Wochen der Mehlkäfer. Der gesamte Vorgang des Schlüpfens bis hin zur Verpuppung dauert zwei bis vier Monate.

Die Mehlwürmer ernähren sich von praktisch allem. Besonders gerne fressen sie aber Obst, Gemüse und Mehl. Aus diesem Grund tauchen sie häufig in Gemüsehandlungen und Bäckereien auf, wo sie als Schädlinge bekämpft werden.

Was beißt auf Mehlwurm?

Mehlwürmer sind ein stark unterschätzter Angelköder. Die meisten Angler greifen selten auf sie zurück, obwohl fast jeder Friedfisch die knackigen und eiweißreichen Insekten zum Fressen gerne hat. Besonders für Weißfische, wie Brassen, Rotfedern oder Rotaugen, kann der Mehlwurm ein wahrer „Game Changer“ sein. Doch auch größere Fischarten, wie Karpfen oder Schleien, lassen sich mit ihm überlisten.

Mit Mehlwurm auf Forelle

Besonders hervorzuheben ist Mehlwurm als einer der besten Köder beim Forellenangeln in den kommerziellen Teichanlagen. Meistens wird er dort an der sogenannten Sbirolino-Montage angeboten. Der Köder wird dabei hinter der Sbirolino geschaltet und ähnlich wie beim Spinnfischen eingeholt.

Die Sbirolino-Pose sorgt dafür, dass der Köder in der richtigen Tiefe den Fischen angeboten wird. Dementsprechend gibt es schwimmende und tauchende Sbirolinos (mehr dazu im nächsten Beitrag). Weil der Mehlwurm eine zähe Konsistenz aufweist, geht er selbst beim Schleppen nicht so schnell vom Haken weg und ist somit perfekt fürs Forellen-Angeln geeignet. In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine Sbirolino-Montage mit Mehlwurm aufgebaut ist.

Angeln mit Mehlwurm

Angeln mit Mehlwurm

Richtige Befestigung des Mehlwurms am Haken

Am besten zieht man den Mehlwurm vom Kopf bis zum hinteren Ende am Hakenschenkel auf. Für große Zielfische, wie z.B. Karpfen oder Brassen, ist ein Wurmbündel zu empfehlen. Dabei sticht man den Haken nur am hinteren Ende des Wurmes ein, das Kopfende bleibt unberührt. So werden mehrere Insekten am Haken befestigt.

Der Vorteil des Bündels liegt in einer attraktiven Köderpräsentation, indem sich die Kopfenden im Wasser bewegen. Bei der Wahl des richtigen Hakens sind besonders Wurmhaken* zu empfehlen, weil sie am Hakenschenkel einen zusätzlichen, kleinen Widerhaken besitzen, wodurch der Köder besser haftet und auch mal mehrere Würfe übersteht.

Wo bekommt man Mehlwürmer?

Erhältlich sind Mehlwürmer hierzulande in Zoohandlungen, Angelfachmärkten und verschiedenen Onlineshops (z.B. hier). Für 1 Kg lebender Würmer bezahlt man im Durchschnitt zwischen 15 und 20€. Sollte ein regelmäßiger Bedarf gedeckt werden, kommt auch eine eigene Zucht in Frage, die relativ einfach zu bewerkstelligen ist.

Was braucht man um Mehlwürmer zu züchten?

Für die Mehlwurm-Zucht benötigt man eine einfache Kunststoffbox, Einstreu (besonders geeignet ist Weizenkleie) und eine Wärmequelle (zum Beispiel eine Heizmatte). Die Box sollte mit etwa 10cm Weizenkleie bestreut werden. Anschließend werden Mehlwürmer hinzugefügt und regelmäßig gefüttert. Als Futter eignen sich Gemüse- oder Obstreste.

Sobald Mehlkäfer aus den Puppen schlüpfen, werden sie in eine separate Box gegeben und gefüttert (mit Brot, Obst oder Gemüse). Sobald sie Eier legen, sollten die Käfer in eine neue Box befördert werden, damit man die geschlüpften Würmer in Ruhe absieben kann. Dieser Vorgang kann schließlich, je nach Bedarf, beliebig oft wiederholt werden.

Tipp für Grundangler

Futter-Mischung fürs Grundangeln

Futter-Mischung fürs Grundangeln

Lebende wie auch getrocknete Mehlwürmer sind hervorragender Zusatz für Futtermischungen beim Grundangeln. Die kleinen Larven sind eiweißreich und haben andere nahrhafte Stoffe, die verschiedene Flossenträger-Spezies sehr zu schätzen wissen. Auch als Zusatz für eine Boilie-Rezeptur sind die kleinen Insekten empfehlenswert.



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