Angeln an der Elbe

In keinem anderen Fluss in Deutschland gibt es so viele Fische wie in der Elbe. Für viele Hobby-Fischer ist der Elbstrom ein wahres Angel-Mekka.

Fischfauna der Elbe

Elbe

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Ein wenig schwanken die Zahlen über die Fischpopulation in einem der artenreichsten Flüsse Europas; doch hat die verbesserte Wasserqualität dafür gesorgt, dass an die 80 verschiedener Fischarten die Elbe wieder bevölkern – zur Freude der Angler, die Raub- und Friedfische in beachtlicher Größe aus dem Strom ziehen. Der Grund für sehr reichhaltige Fischfauna der Elbe liegt nicht nur an der verbesserten Wasserqualität sondern auch an der Tatsache, dass viele Meeresfischarten im Bereich der Elbmündung auftreten, wobei einige davon laichbedingte Wanderungen entlang des gesamten Elbstroms vornehmen, wie es z.B. beim atlantischen Lachs und beim Aal der Fall ist.

Der mit Abstand verbreitetste Fisch in dem mitteldeutschen Fluss ist der Stint. Zu den häufigsten Arten zählen aber auch der Flussbarsch, die Plötze, der Europäische Aal, Hecht, Brassen, Aland und Dreistachliger Stichling. Durch die Klimaerwärmung und den weltweiten Frachtverkehr gelangen bislang auch fremde Arten in einheimische Gewässer. Das ist nicht immer folgenlos. Die eingeschleuste Schwarzmundgrundel beispielsweise breitet sich in der Elbe rasant aus und prägt ihr neues Umfeld. Barbe und Döbel werden durch sie verdrängt. Auch eingeschleppte Parasiten können eine ernsthafte Bedrohung für den heimischen Fischbestand sein.

Beliebte Zielfische beim Angeln

Rapfen, gefangen in der Elbe

Rapfen, gefangen in der Elbe

Zu den Fischen, denen in der Elbe die Angler am liebsten nachstellen, gehören vor allem Hechte, Zander, Barsche, Brassen, Rotaugen, Aale und Rapfen. Auch die Barbe, die vor dem Zeitalter der Industrialisierung eine der dominierenden Arten fast im gesamten Flussverlauf war, feiert inzwischen ein Comeback mit wachsender Popularität. Weiterhin entdecken immer mehr Angler die Welse für sich, die ursprünglich in den südlichen Regionen weit verbreitet waren, sich aber wegen der Klima-Erwärmung auch in mittel- und norddeutschen Flüssen sehr wohl füllen.

Wie sieht es aber mit dem Verzehr der in der Elbe gefangen Fische aus, ist ihr Fleisch bedenkenlos? Durch die signifikante Verbesserung der Wasserqualität können heute bis auf den Aal tatsächlich alle anderen Arten wieder bedenkenlos verspeist werden. Nur sollte man sie natürlich nicht als Hauptnahrungsmittel konsumieren, denn die Restbestände der industriellen Abfälle sind in dem Elbwasser immer noch vorhanden. Weiterhin stehen viele Fische unter Artenschutz und dürfen gar nicht erst gefangen werden.

Raubfischangeln in der Elbe

Wenn Sie es auf die Elbräuber abgesehen haben, dann sollten Sie auf jeden Fall von den Buhnen-Köpfen mit ihrer Rute schwingen. Diese künstlichen Formationen wurden zur Prävention der  Ufer-Erosion gebaut und bieten vor allem den Raubfischen die perfekten Verstecke, wo sie im Stromschatten auf der Lauer liegen und auf die mit der Strömung mitgerissenen Fischchen warten. Es sind vor allem Hechte, Zander und Rapfen, die an den Buhnenköpfen sehr erfolgreich beangelt werden können.

Gummifisch-Montage für Hecht

Gummifisch-Montage für Hecht

Die beste Methode fürs Hecht- und Zander-Fischen in der Elbe ist das sogenannte Jiggen. Das ist eine ausgefeilte Angeltechnik, bei der Gummifische zum Einsatz kommen. Nach dem Auswurf werden die „Gummis“ zuerst auf den Grund abgelassen und anschließend über dem Boden in Sprüngen geführt. Wie eine Jiggen-Montage aufgebaut ist, sehen Sie in der Abbildung oben. Wenn Sie mehr über die Funktionsweise der Jiggen-Technik erfahren wollen, klicken Sie hier.

Angeln auf Friedfische in der Elbe

Wenn die Strapazen des Raubfischangelns Ihnen doch nicht ganz geheuer sind und Sie lieber gemütlich auf dem Anglestuhl sitzend den Friedfischen nachstellen möchten, dann sollten Sie sich im Verlauf der Elbe am liebsten einen Altarm aussuchen und dort eine Grundmontage für Brassen auswerfen. Die Brassen-Bestände sind in der Elbe nicht nur sehr groß, die Fische erreichen auch gewaltige Ausmaße. Aber Vorsicht – einen hochrückigen Monster von 10 kg Gewicht zu drillen und an Land zu ziehen ist nichts für schwache Nerven!

Die beste Grundmontage, um den Brassen nachzustellen, ist die sogenannte Haarmontage mit Boilies. Der Vorteil der Boileis als Köder ist, dass auch die Wildkarpfen-Fänge möglich sind, weil diese Köder ursprünglich für Karpfenangeln entwickelt wurde. Wie eine Haarmontage aufgebaut ist, sehen Sie in folgender Abbildung. In einem andere Artikel finden Sie weitere Informationen zum Thema Brassen angeln.

Haarmontage für Karpfen

Haarmontage für Karpfen

Wo gibt es besonders lukrativ Angelstellen?

Wer die starke Strömung und das Risiko des Köderverlustes nicht scheut, findet an der Elbe vielseitige und verheißungsvolle Angelreviere. Folgend finden Sie einige Beispiele von besonders schönen Ortschaften, die hervorragende Möglichkeiten zum Angeln anbieten.

Wenn Sie im Osten Deutschlands ihr Anglerglück versuchen möchten, finden Sie in der Sächsischen Schweiz in Bad Schandau wunderschöne Umgebung mit reichen Raub- und Friedfisch-Beständen. Hinter der Carolabrücke z.B. ist das Wasser je nach Pegelstand bis zu 4 Metern tief, so gibt es hier Rückströmung wie auch tiefe, ruhigere Bereiche, die gute Aussichten auf Barben-, Hecht-, Rapfen-, Zander- und sogar Wels-Fänge machen.

Sie lieben Zander? An den Elbbuhnen bei Magdeburg gibt es genug davon. Bei Magdeburg-Prester oder im Bereich Herrenkrug, oberhalb der Alten Elbe, können sie mit Gummifischen an der Strömungskante den Stachelritter überlisten, auch tagsüber. Nachts haben sich Wobbler am besten bewährt. Auch Barsche beißen hier, und im Herbst, wenn das Wasser klarer wird, sollte ein Hecht für Sie drin sein.

Hamburger Hafen

Hamburger Hafen

Großartig und vielseitig ist auch das Hamburger Angelrevier. Warum nicht sogar am Hafen vor prächtiger Kulisse? Ein freies Gewässer. Mit Wattwürmern können Sie auf Aale und Flundern gehen; nur Blei müssen Sie bis 200 g nehmen, damit die Köder bei der starken Strömung bis zum Grund absinken. Bei Raubfischen sind die Hauptbeute Zander, Rapfen und Barsch. Achten Sie im Hafengebiet auf die Fähren und denken Sie daran, dass das Angeln von Pontons und Anlegerstellen nicht erlaubt ist. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über Schonzeiten und Mindestgrößen.

Welcher Süßwasser-Raubfisch ist in Deutschland am schwierigsten zu fangen?

Die Raubfischangler-Community ist hierzulande sehr zahlreich und vielfältig. Dabei hat jeder Angler seinen Lieblings-Zielfisch. Welcher davon ist aber am schwierigsten zu fangen? Erfahren Sie es aus unserer Umfrage!

Welcher unserer Süßwasser-Raubfische ist am schwierigsten zu fangen?
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