Brassen angeln: Praktische Tipps für große Fänge

Worauf es beim Angeln auf Brassen ankommt und mit welchen Montagen Sie die besten Chancen auf kapitale Fänge haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Vorkommen und Lebensraum

Gefangene Brassen

Gefangene Brassen

Brassen sind in Süßgewässern Europas sehr weit verbreitet. Sie sind anpassungsfähige Fische und bevorzugen flache, langsam fließende und ruhige Gewässer mit sandigen und schlammigen Böden. In Flüssen halten sie sich in Bereichen mit geringer Strömung auf z.B. in großen Häfen, Buchten, Buhnenfeldern oder Altarmen. In den Seen gilt die Formel: Je flacher der See, umso weiter vom Ufer entfernt stehen die Fische.

In Stauseen bilden die Brassen nicht selten riesige Schwärme und grasen schon mal auf der Suche nach ihrer Lieblingsnahrung (Krebstierchen und Würmer) ganze Gewässerabschnitte komplett ab. Dabei verschmähen sie auch die Pflanzen nicht. Wie ein überdimensionierter Staubsauger hinterlassen die Fische manchmal regelrechte Schneisen in der Unterwasserlandschaft.

Wie groß werden Brassen?

Brassen können bis zu 90 cm groß werden und dabei 9 kg Gewicht auf die Waage bringen. Solch kapitale Ausmaße erreichen sie nicht nur in großen Seen und Flüssen sondern auch in kleineren Gewässern. Die einzige Voraussetzung ist das Vorhandensein von Raubfischen. Hechte, Zander & Co. sorgen dafür, dass der Brassen-Nachwuchs regelmäßig dezimiert wird und Fische, die überleben, quasi Gedeih-Monopol haben und entsprechend zu kapitalen Größen aufwachsen.

Verhalten und Fressgewohnheiten

Brassen sind typische Schwarmfische und halten sich meist in großen Gruppen auf. Sie sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv und gehen vor allem in den frühen Morgenstunden und am späten Abend auf Nahrungssuche. Dabei durchwühlen den Schlamm und Sand auf der Suche nach kleinen Wirbellosen wie Würmern, Krebstieren und Insektenlarven. Darüber hinaus fressen sie auch Algen und Detritus.

Aufgrund ihrer Lebensweise und Fressgewohnheiten spielen Brassen eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts der Gewässer. Bei der Suche nach Nahrung wühlen sie den Boden auf und setzen viele Nährstoffe frei, die wiederum anderen Organismen zugutekommen. So tragen sie zur Umwälzung und Belüftung des Gewässerbodens bei, was wiederum das Gleichgewicht des Ökosystem stützt.

Welche Angelstellen für Brassen?

In Flüssen sind vor allem Bereiche mit langsam fließendem Wasser und reichlich Unterwasservegetation gute Hotspots für Brassen. Besonders gute Angelstellen befinden sich in ruhigeren Flussabschnitten, die häufig hinter Inseln, Buhnen und Sandbänken entstehen. Auch Flussmündungen und Altarme beherbergen zum Teil sehr große Brassen-Populationen. Darüber hinaus lieben die Fische Strömungskanten, an denen im Sommer zahlreiche wirbellose Tiere angespült werden.

In kleinen Seen stehen die Brassen gerne mal an der windzugewandten Uferseite, da der Wind dort das Wasser aufwühlt und Futterpartikel anschwemmt. In weitläufigen Stillgewässern sind die Fische im Sommer meist entfernt vom Ufer anzutreffen in den Tiefen ab 2 m. Gibt es in einem großen See ein Unterwasserplateau, so halten sich die Brassen dort mit Sicherheit in großem Schwärmen auf. Auch Stellen in der Nähe von Dämmen und Staumauern sind vielversprechend, da sich dort oft Nährstoffe ansammeln und die Wasserzirkulation für eine konstante Sauerstoffzufuhr sorgt.

Brassen angeln mit Futterkorb

Brassenangeln mit Futterkorb-Montage

Brassenangeln mit Futterkorb-Montage

Da die Brassen typische Bodenbewohner sind, die sehr gut mit diversen Futtermischungen angelockt werden können, ist eine Futterkorb-Montage das Mittel zum Zweck beim Nachstellen dieser Fische. Dabei muss man nicht lange nach einer passenden Methode suchen und greift am besten zu einer Schlaufenmontage. Ihr Kernstück macht eine etwa 40 cm lange Schlaufe, in die das Futterkorb eingefädelt wird und von der ein Seitenarm mit dem Haken abzweigt.

Durch eine ausgeklügelte asymmetrische Form, verwickelt sich die Schlaufenmontage praktisch nie und kommt darüber hinaus ohne den lästigen Kleinkram aus, wie z.B. Stopper, Perle etc. Die Montage erlaubt es, dass selbst vorsichtige kapitale Brassen den Köder nehmen und zuerst ein mal ohne Wiederstand abziehen können. Sobald der Fisch etwas Leine gemacht hat, stoppt das Schlaufenende den Zug. So kann der Angler nicht nur die Rutenspitze als Bissanzeiger einsetzen sonder auch den Fisch sich selbst haken lassen.

Brassen richtig anfüttern

Brassen reagieren gut auf aromatische und süße Futtermischungen. Eine bewährte Rezeptur besteht aus Paniermehl, gemahlenem Mais und zerkleinerten Pellets. Zusätzlich kann das Futter mit Vanillezucker, Anis, Melasse oder auch mit Naturködern wie Maden und Würmern verfeinert werden. Letztere verstärken durch ihre Bewegungen die Attraktivität des Futters erheblich. In Südeuropa gelten darüber hinaus Kümmel, Dill und Zimt als sehr attraktive Düfte für Brassen.

Beim Anfüttern wird zunächst eine größere Futtermenge eingebracht (etwa 1-2 kg) und später in kleineren Mengen an exakt derselbe Stelle nachgeworfen, wobei die Nachwurf-Frequenz von der Wassertemperatur und der Strömung abhängt. Weiterhin sorgt im stehenden Wasser eine lockere Futterkonsistenz für gleichmäßige Verteilung der Futterpartikel, sodass sich eine Futterwolke bilden. Beim Angeln im Fluss sollte wiederum etwas Lehm ins Futter beigemischt werden, damit es durch den Strom nicht so schnell zersetzt und weggetragen wird.

Wie funktioniert Posenangeln auf Brassen?

Matchangeln-Montage für Brassen

Matchangeln-Montage für Brassen

Neben dem Grundangeln können Brassen auch beim Posenfischen gefangen werden. Da diese Fische oft weit entfernt vom Ufer stehen, braucht man dafür eine Posenmontage, die sich weit auswerfen lässt, sich nicht verwickelt und auch die Fischbisse zuverlässig anzeigt. Am besten erfüllt diese Voraussetzungen ein Waggler. Dabei handelt es sich um eine Gleitpose, die sehr weite Würfe erlaubt und eine Schnurführung unter der Wasseroberfläche begünstigt. Beides sind wichtige Aspekte beim Angeln auf lange Distanz. Am besten funktioniert eine Waggler-Montage in Kombination mit einer Matchrute.

Was sind die besten Köder für Brassen?

Maden und Mistwürmer gehören zu den klassischen Ködern für Brassen, nicht nur weil sehr sehr proteinhaltig sind sondern auch weil sie sich im Wasser bewegen und die Aufmerksamkeit der Fische auf sich ziehen. Man kann sie einzeln oder in Kombination mit anderen Ködern am Haken präsentieren. Oft werden die Würmer auch in Stücke geschnitten, um den Duft im Wasser besser zu verteilen.

Darüber hinaus gehört auch Mais, ob frisch oder aus der Dose, zu den Lieblingsködern von Brassen. Seine leuchtende Farbe und der süße Geschmack haben es den Fischen angetan. Weiterhin sind Boilies und Pellets ebenso gute Brassen-Köder, vor allem in solchen Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Anis, Zimt oder Karamell. Viele Angler zerkleinern und mischen sowohl Boilies als auch Pellets ins Futter bei.

Beste Fangzeiten für Brassen

Köder für Brassen

Köder für Brassen

Im April-Mai unmittelbar vor und nach dem Laichen sind die Brassen besonders aktiv und gefräßig. Zu dieser Jahreszeit kommen sie nah an die Ufer und fressen viel. im Sommer muss man dann deutlich weiter auswerfen, um sie zu erreichen. Auch im Herbst sind die Chancen gut, da Brassen sich auf den Winter vorbereiten und reichlich fressen. September und Oktober sind hierbei die besten Monate. Im Winter hingegen sind Brassen sehr schwer zu fangen, da sie sich in tiefere, ruhigere Gewässer zurückziehen und kaum fressen.

Weiterhin spielt die Tageszeit eine entscheidende Rolle beim Brassenangeln. Die frühen Morgenstunden und der späte Abend, bieten die besten Bedingungen. Bei Dämmerung und in der Nacht kommen Fische in die Uferzonen, um nach Futter zu suchen. Tagsüber, besonders bei starker Sonneneinstrahlung, ziehen sie sich oft in trübe und tiefere Bereiche zurück. Bei bedecktem Himmel oder leichtem Regen bestehen die Erfolgsaussichten wiederum auch tagsüber.

Welche Angelrute für Brassen?

Bei der Wahl der richtigen Grundrute für Brassen macht es Sinn, auf bewährte Sachen aus der Karpfenangelei zu setzen, nur eben etwas feiner. So wäre eine 3,5-4,5 m lange Grundrute mit 80 bis 120 g Wurfgewicht eine gute Wahl für Brassen. Folgend haben wir 4 Angel ausgesucht, die diese Anforderungen erfüllen.

Abbildung*
Preis-Leistungs-Tipp
Daiwa Black Widow Carp
Greys Apex Rod
FOX EOS Rute
Daiwa Tornado-Z
ModellDaiwa Black Widow CarpGreys Apex RodFOX EOS RuteDaiwa Tornado-Z
Rutenlänge3,60 m3,66 m3,6 m3,90 m
Wurfgewichtca. 120 g85 gca. 90 g75-120 g
Transportlänge188 cm203 cm127 cm137 cm
Rutengewicht355 g 491 g 380 g 386 g
RutenaktionTestkurve: 2,75 lbsTestkurve: 3 lbsTestkurve: 3 lbssemiparabolisch
Anzahl Teile2233
Eigenschaften/ Ausstattung
  • gute Stalker-Rute für den Kurzansitz
  • Schrumpfschlauch um Rollenhalter
  • 50mm Starter-Ring
  • nicht billig aber sehr hochwertig
  • kraftvolle progressive Aktion
  • Japanischer Shrink-Wrap-Griff
  • kompakte Bauart
  • Kohlefaserkonstruktion
  • mit Slik-Ringen
  • leicht & robust
  • für das Grund- und Posenfischen geeignet
  • Titanium-Oxyd Ringe
  • hochwertiger Korkgriff
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Beim Posenangeln auf Brassen kommt man wiederum, wie bereits beschrieben, an einer Matchrute nicht vorbei. Sie ist zwar ursprünglich fürs Angeln auf kleinere Weißfische konzipiert, erfüllt aber in Kombination mit einer Wagglerpose auch die Voraussetzungen für Brassen. Man kann mit einer Matchrute nicht nur den Köder sehr weit auswerfen sondern auch dank ihrer parabolischen Aktion recht große Fische ausdrillen und landen.

Immer wieder Beifang beim Spinnangeln

Seine hochrückige Form hat der Brassen im Laufe der Evolution als natürliche taktische Prävention gegen die Raubfisch entwickelt. Ab dem Alter von 5 Jahren passt er schlicht in keinen Rachen mehr hindurch. So geben sich die Kolosse im hohen Alter nicht mehr die Mühe den Spinnködern auszuweichen, weil sie so gut wie keine natürlichen Feinde mehr haben. Der Brassen ist somit die von Raubfischanglern am häufigsten gefangene Friedfischart. Meist wird er im Bereich der Rückenflosse gehakt. Sein großflächiger Körper bietet einfach zu viel Angriffsfläche für einen vorbei laufenden Köder bzw. Drilling.