Angeln mit Gummifisch

Die Anzahl der Gummiköder auf dem Markt ist enorm. Doch nur wer die richtige Angeltechnik beherrscht, wird mit Gummifischen auch die echten Fische fangen können.

Warum ist das Angeln mit Gummifischen so erfolgreich?

Das Angeln mit den Gummifischen ist nicht alt. Erst Anfang 90er wurde diese Methode von den USA nach Europa exportiert, wo sie sich in der Raubfisch-Szene sehr schnell etabliert hat. Einsteiger, die mit dem Gedanken spielen, das Gummifischangeln auszuprobieren, fragen sich zurecht, warum diese Köder gerade beim Zanderangeln (aber auch nicht nur) so erfolgreich sind? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich das Funktionsprinzip der Gummifisch-Montage und die Gummifisch-Führungstechnik ganz genau anschauen.

Gummifisch

Gummifisch

Beim Angeln mit den Gummifischen wird die sogenannten Jiggen-Angeltechnik verwendet, die auch speziell dafür entwickelt wurde. Dabei lässt man den Gummifisch zuerst auf den Boden absinken und hebt ihn anschließend mit der Rutenspitze ruckartig auf 30-80 cm über dem Grund an, dann wieder sinken lassen, wieder ruckartig anheben usw. Der Gummifisch wird also direkt über dem Grund hüpfend geführt. Das ist auch das Erfolgsgeheimnis des Gummifischangelns.

Sinkphase ist entscheidend

Bevor die „Gummis“ erfunden wurden, fische man mit Kunstködern fast ausschließlich an der Oberfläche oder im Mittelwasser. Auf dem Grund zu fischen, war bis dato so gut wie unmöglich, weil die Köder sich sehr schnell in den zahlreichen Hindernissen verfingen und dadurch verloren gegangen sind. Bei einer Gummifisch-Montage guckt der Haken immer Richtung Oberfläche, sodass der Köder beim Aufschlag auf dem Grund sich nicht sofort in den Hindernissen verfangen muss.

Sinkphase beim Jiggen

Sinkphase beim Jiggen

Weiterhin waren die Sprünge, die ein Gummifisch beim Jiggen vorführt, bis zu der Einführung dieser Angelmethode den Fischen gänzlich unbekannt. Kein anderer Kunstköder – ob Wobbler, Blinker oder Spinner – wurde über dem Grund in Sprüngen geführt. Um so enthusiastischer reagierten die Raubfische, wenn sie einen zum Boden purzelnden Gummifisch gesehen haben. Insbesondere Zander haben eine Schwäche für Gummiköder. Da diese Räuber die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Gewässergrund verbringen, müssen sie sich mit den Beutefischen in Grundnähe gut auskennen. Ein Gummifisch muss sie an einen angeschlagenen Beutefisch erinnern, wie er krampfartig vom Boden aufzusteigen versuchen, um im nächsten Augenblick wieder darauf zu fallen.

Köderkontrolle ist das wichtigste Erfolgskriterium

Die absolute Mehrheit der Bisse passiert beim Angeln mit Gummifischen in der Sinkphase. Deshalb muss man dafür sorgen, dass die Angelschnur immer straff und dadurch kontrollierbar bleibt. Nur so überträgt sich jeder Fisch-Anfasser direkt in die Rute und somit in unser Handgelenk.

Da die Rute beim Jiggen nach jedem Anheben sofort in ihre Ausgangsposition zurück gesenkt wird, wird die Schnur dadurch schlaff und sackt ab. Jetzt muss man dafür sorgen, dass sie schnell mit der Rolle aufgenommen wird. Auf dieser Weise bleibt die Schnur immer auf Spannung. Leider ist es selbst bei gespannter Schnur nicht immer einfach, einen Biss zu merken: Mal ist es ein unmissverständlicher Tock oder gar ein kleiner Einschlag in die Rute, mal ist es sehr diffus und kaum wahrnehmbar, wie z.B. ein plötzliches Verharren des Köders, obwohl er noch gar nicht auf dem Grund sein kann.

Auf und ab – die richtige Jiggen-Technik

Fische reagieren beim Jiggen am besten auf die zum Boden fallenden Köder und nicht auf die emporsteigenden. Wann weißt man aber, dass der Köder schon am Grund liegt und wieder nach oben „gejiggt“ werden kann?

Jiggen-Technik

Jiggen-Technik

Ist der Köder am Grund angekommen, kann man es z.B. durch das plötzliche Absacken der Schnur über der Wasseroberfläche sehen. Deshalb ist der Einsatz einer gut sichtbaren geflochtenen Schnur (z.B. in Neon-Farbe) sehr hilfreich beim Angeln mit Gummifisch. Zusätzlich kann man das Aufschlagen des Köders mit einer guten Jigrute erspüren. Das funktioniert allerdings am besten auf dem steinigen Boden. Bei schlammigen Böden ist das Aufschlagen des Jigkopfes kaum spürbar. In einem anderen Artikel vergleichen wir einige Jigruten und geben Empfehlungen zum Kauf.

Kopfsache

Ein Gummifisch entfaltet sein Spiel beim Jiggen am besten dann, wenn er mit einem optimalen Jigkopf bestückt wurde. Welcher Jigkopf für die gegebenen Umstände optimal ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Während im Sommer alle Fische aktiv sind und deshalb schnell geführte bzw. auf den Grund hart aufschlagende Köder bevorzugen, ist es im Winter anders herum. In der kalten Jahreszeit sind die Räuber (wie auch die Friedfische) aufgrund des kalten Wassers träge und bewegen sich kaum, um die eigenen Energiereserven nicht unnötig zu verbrauchen. Deshalb sollten die Jigköpfe im Sommer schwer und die Köderführung schnell sein, im Winter aber genau umgekehrt.

Angeln mit Jigkopf

Angeln mit Jigkopf

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Übung macht den Meister

Um die Köderführung beim Angeln mit Gummifischen zu beherrschen, muss man durch viel Übung ein Gefühl dafür entwickeln, wie hoch der Köder über dem Grund gerade hüpfen mag, ohne ihn dabei sehen zu können. Wer diese Sprünge zu kontrollieren und sogar zu variieren gelernt hat, wird regelmäßig Fische fangen. Bis es allerdings soweit ist, wird man beim Jiggen gelegentlich der Verzweiflung sehr nahe sein. Denn es gibt noch andere Faktoren, wie z.B. Wind oder Strömung, die diese Technik wesentlich erschweren und eine kontrollierte Köderführung sehr schwierig machen. Mit viel Übung und Ausdauer schafft man allerdings früher oder später auch diese Hürden.

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