Angeln auf Graskarpfen

Hier verraten wir die besonderen Eigenheiten und geben praktische Tipps fürs Angeln auf Graskarpfen.

Graskarpfen: Herkunft und Verbreitung

Graskarpfen

Graskarpfen

Der Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), auch Weißer Amur genannt, gehört zu einem der großen Vertreter der Karpfenfamilie. Sein ursprüngliches Habitat sind die weitläufigen und langsam fließenden chinesischen Flüsse. Der Graskarpfen bevorzugt 22 und 26° warmes Wasser, verträgt aber auch kältere Temperaturen, wenn auch seine Fortpflanzung dabei gehemmt wird.

In Deutschland gibt es Graskarpfen-Populationen überwiegend in Vereinsgewässern durch Besatzmaßnahmen. Hier und wieder bekommen Karpfenangler auch in der Elbe und im Neckar eine Schönheit an den Haken. Für gewöhnlich erreicht der Graskarpfen eine Länge bis zu einem Meter und ein Gewicht bis zu 35 kg. Es wurden allerdings auch Exemplare von 130 cm gefangen.

Unterschied zu anderen Karpfen

Der Graskarpfen ist leicht vom gewöhnlichen Karpfen zu unterscheiden, da sein Körper länglicher und torpedoförmiger ist und er keine Schnurrhaare hat. Seine Schuppen sind großer, heller und silbriger als die vom gewöhnlichen Karpfen. Auch sein Maul ist sichtbar weniger unterständig.

Was frisst Graskarpfen?

Wasserpflanzen

Wasserpflanzen

Der Graskarpfen ernährt sich sowohl von allerlei kleinen Wassertieren, wie z,B. Schnecken und Insektenlarven wie auch von Wasserpflanzen. Dabei wird sein Fressverhalten stark von der Temperatur beeinflusst. Ab 10 Grad beginnt er aktiv zu fressen und kann in Hochform m Sommer an einem Tag soviel Pflanzen vertilgen, die seinem Gewicht entsprechen.

Diese Spezies ist ein hervorragender biologischer Bekämpfer von Vegetation und Blüten in Teichen. Wegen seinem großen Appetit wurde er in vielen Ländern speziell zur Bekämpfung von Wasserpflanzen importiert. Ein Übermaß an Graskarpfen-Population kann allerdings zur völligen Zerstörung aller Wasserpflanzen und zum Absterben anderer Teichbewohner führen.

Welche Köder für Graskarpfen?

Pellet

Pellet

Der Köder schlechthin beim Angeln auf Graskarpfen ist Mais. Da diese Karpfenart ausgesprochene Vegetarier sind, die Unmengen an Wasserpflanzen aufnehmen aber nur wenig davon behalten und sehr viel wieder ausscheiden, lieben sie Köder, die besonders viel Energie mit sich bringen. So viele Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß und Mineralstoffen bietet kein anderer Köder als Mais. Weiterhin brauchen die Gräser bei diesem Köder keine Zeit für die Angewöhnung.

Ob als Zusatzreiz direkt am Haken neben dem Boilie oder in eingeweichter Form als Futtermischung – Mais ist und bleibt der absolute Lieblingköder der Graskarpfen. Daneben sind auch Boilies oder Pellets auf Mais-, Weizen- oder Hanf-Basis sowie Tigernüsse ebenso hervorragend zum Nachstellen von Graskarpfen geeignet. Insgesamt bevorzugen die Gräser eine leichte süße Note im Futter.

Graskarpfen angeln mit Pop-Up-Boilie

Anatomische Beschaffenheit seines Mauls gibt Aufschluss darüber, mit welcher Montage der Graskarpfen am besten zu beangeln ist: Da sein Maul nur leicht unterständig ist, wühlt er nicht wie gewöhnlicher Karpfen im Grund herum, sondern schaut nach Nahrung, die dicht über dem Grund schwebt und die er mit seinem Maul sofort aufnehmen kann. So greift man beim Angeln auf Graskarpfen zur sogenannten Pop-Up-Boilie-Montage.

Beim Pop-Up-Bolie handelt es sich um einen speziellen Boilie, der ans Haar befestigt wird und nach oben treibt, sodass der Köder nicht im Schlamm versinkt sondern über dem Grund schwebt und somit stets in der Reichweite des Fisches bleibt. Zusammen mit dem Boilie können Sie dem Graskarpfen am Haar auch paar Maiskörnchen anbieten, was die Fangchancen erhöht.

Pop-Up-Boilie

Pop-Up-Boilie

Richtige Futtermischung für Graskarpfen

Da Graskarpfen aufgrund ihres Metabolismus nur wenig von der Menge der Wasserpflanzen verwerten, die sie zu sich nehmen, und den Rest ausscheiden, fressen sie oft und sehr viel. Dementsprechend braucht man einen reichen Futtertepich für die geschmeidigen Kolosse. Mais eignet sich nicht nur zur Befestigung am Haken sondern auch zum Anfüttern von Graskarpfen sehr gut.

Um Hartmais zum Anfüttern vorzubereiten, wird er z.B. in einem Eimer mit Wasser eingeweicht und für 2 Tage in der Wohnung beim verschlossen Deckel quellen gelassen. Der dadurch entstehende leichte Gärungsgeruch ist beim Angeln überaus förderlich, denn die Graser lieben ihn. Auch die Beimischung der leicht eingeweichten Pellets auf pflanzlicher Basis ist empfehlenswert.

Wie oft soll man Graskarpfen anfüttern?

Drei bis vier Tage vor dem Angelausflug anzufüttern, reicht für Graskarpfen voll und ganz. Da die Kolosse Unmengen Futter zur sich nehmen, sollten schon mal 7-10 kg Futter pro Tag drin sein. Am Angeltag reduziert man die Futtermenge um 70 %.

Die besten Angelplätze für Graskarpfen

Angeln auf Graskarpfen

Angeln auf Graskarpfen

Die Graskarpfen bevorzugen flache Wasserbereiche mit reichlich Pflanzenbewuchs und harten Böden. Anders wie normale Karpfen meiden die Gräser schlammigen Untergrund. Weiterhin sollten Sie Ihren Köder möglichst weiter auswerfen, wo sich die Fische in Sicherheit fühlen und entsprechend stärker zubeißen.

Da Graskarpfen harte Mäuler haben aber zaghaft zubeißen, sollte man auf sehr kurzes Haarvorfach setzen und auch mal ein gewichtigeres Grundblei von 100- 120 Gramm wählen. So erhöhen Sie die Chance, dass der Fisch beim Biss am Haken bleibt und nicht bereits davon schwimmt, sobald Sie den Bissanzeiger gehört haben.

Drill und Landung der Graskarpfen

Graskarpfen beißen zaghaft. Hat man allerdings einen Koloss gehakt, lässt er sich fast schon verdächtig widerstandslos zum Ufer bugsieren. Sobald der Fisch allerdings den Kescher sieht, explodiert er förmlich und kämpft um sein Leben mit unglaublicher Kraft und Ausdauer. Man sollte den Fisch also nicht mit einem Kescher „abholen“ sondern ihn vorsichtig aber geradlinig darein bugsieren.

Das sichere Keschern von Graskarpfen ist allerdings nur nach ausreichend Drill möglich, der auch für die anschließende Behandlung auf der Abhakmatte ebenso dringend zu empfehlen ist. Nicht richtig ausgedrillte Fische legen ihre immensen Energiereserven auf der Abhakmatte frei und können so, insbesondere bei ungeübten Anglern, sich selbst schlimme Verletzungen zufügen.

Im nächsten Beitrag finden Sie einen Ratgeber für Karpfenkescher.



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