Angeln mit Licht

Angeln mit künstlichen Lichtquellen ist weitestgehend verboten. Warum es so ist, erklären wir in diesem Beitrag.

Wie reagieren Fische auf Licht?

Angeln mit Licht

Angeln mit Licht

Licht zeigt eine anziehende Wirkung auf viele Fischarten. Die älteste Erklärung dafür besagt, dass der Lichtkegel Käfer, Mücken und andere Insekten anlockt, diese auf das Wasser fallen und dadurch Friedfische anziehen. Die letztere bringen ihrerseits die Raubfische in Wurfweite. Auch moderne Forschungsergebnisse unterscheiden sich von dieser These kaum: Mikroorganismen und Plankton leben dank des Lichteinfalls auf. Am Rand des Lichtkegels finden nachtaktive Fische, die sich auf ihre Sehkraft verlassen, schnell einen schimmernden Leckerbissen. Schließlich werden auch die Seitenlinienorgane von raubenden Spezies durch das aktive Getümmel der Kleinfische im Lichtkegel gereizt.

Die Meinungen dazu, ob Licht auf entsprechende Arten eine Lock- oder Scheuchwirkung hat, gehen allerdings auseinander. Am umstrittensten ist der Lichteinfluss auf nachtaktive Arten wie zum Beispiel Aale und Zander. Hektisch über Wasser streifende Lichtkegel dürften eher eine Scheuchwirkung zeigen, während fest installierte und ruhende Lichtquellen eine Lockwirkung nachgesagt wird. Zu den Fischen, die mit gesteigerter Aktivität auf Lichtquellen reagieren, gehören: Lachse, Forellen, Aale, Hechte, Zander, Welse, Stint und weitere Kleinfische.

Angeln mit Licht in Deutschland

Nachtangeln

Nachtangeln

Ein Licht als Lockmittel beim Angeln einzusetzen ist in Deutschland allgemein verboten. Als nicht erlaubte Lichtquellen gelten hierbei alle Lampen, welche einen Lichtkegel gezielt auf das Wasser strahlen. Auch Lichtquellen, die unter Wasser zum Einsatz kommen, sind verboten. Sollte es Ausnahmen geben, sind diese in den Bestimmungen der Bundesländer zu finden.

Deutsche Angler können sich allerdings am Lichtkegel von Straßenlaternen in der Nähe von Gewässern bedienen. Da diese regelmäßig Kleintiere anlocken, gewöhnen sich die Fische an die zuverlässige Futterquelle und so mancher Schein der Laterne wird zum wahren Hotspot fürs Angeln in der Dunkelheit und bei Nacht. Übrigens wirkt der Effekt des lockenden Lichtkegels auch beim Eisangeln: Fällt das Sonnenlicht durch ein gebohrtes Loch, wird das Interesse vieler Fische geweckt und der Weg auf den Haken geebnet.

Angeln mit Licht in anderen Ländern

Kommerzieller Fischfang

Kommerzieller Fischfang

Es gibt zahlreiche Videos, in denen Fische in Schwärmen dem Licht folgen und von industriellen Fischern per Netz gefangen werden. In Jinshan (Taiwan) wird die Praxis Jahr für Jahr mit dem so genannten Sulphuric Fire Fishing Festival gefeiert. Sinn des Festivals, welches neben nächtlichen Ausfahrten auch Konzerte und andere Showacts bietet, ist die langsam aussterbende Tradition – Fire-Fishing – wieder aufleben zu lassen. Im Schein des grell verbrennenden Schwefels springen die Fische fast von allein in die Netze der Fischer.

Die Verbote in vielen Ländern Europas und diversen Staaten der USA sprechen für eine starke Lockwirkung von künstlichen Lichtquellen. In Gebieten, in denen der Nachtfang mit Licht erlaubt ist, werden künstliche Lichtquellen in grünen Farbspektren unter und über Wasser eingesetzt, um so manch stattlichen Fang ans Band zu bekommen. Hierzulande bleiben Straßenlaternen und beleuchtete Docks oder Häfen eine Alternative bei der Jagd auf nachtaktive Flossenträger.

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