Angelwetter für Zander

Einflussfaktoren auf das Beißverhalten der Zander sind nicht nur zahlreich sondern manchmal sogar widersprüchlich. Hier erläutern wir die Hintergründe.

Zander sind sehr lichtempfindlich

Bedeckter Himmel

Bedeckter Himmel

Zander sind Nachträuber, aus diesem Grund haben Sie sehr lichtempfindliche Augen. Die erste Voraussetzung für ein gutes Zanderwetter wäre schon mal ein bedeckter Himmel. Beim Sonnenschein verstecken sich die Raubfische am liebsten in gut geschützten schattigen Bereichen, wie z.B. unter den Brücken oder in großen Tiefen. An Flüssen bei üppiger Vegetation ist die schattige Uferseite aus demselben Grund immer der sonnenbestrahlten Seite vorzuziehen.

Wenn allerdings das Wasser sehr trüb ist, bedeutet es es ein gutes Zanderwetter trotz direkter Sonneneinstrahlung. Denn stark getrübtes Wasser stoppt die Lichtstrahlen und bietet Zandern gute Lebensbedingungen. Daraus folgt, dass das Angeln auf Zander tagsüber vor allem in den warmen Sommermonaten, wenn das Wasser oft getrübt ist, vielversprechend sein kann. Im Winter hingegen ist das Wasser fast immer kristallklar. In der kalten Jahreszeit ist es also nicht nur das Wetter sondern vor allem die Tageszeit (am besten Dämmerung), die für Zanderfang von großer Bedeutung sind.

Bestes Zanderwetter bei konstantem Luftruck

Zander

Zander

Wie alle anderen Fische, spüren auch die Zander sehr gut die kleinsten Luftdruckveränderungen. Dieser Wetterfaktor scheint einen großen Einfluss auf ihr Fressverhalten zu haben. Es gibt verschiedene Theorien, die diesen Einfluss zu erklären versuchen. Weit verbreitet ist die These, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser beim fallenden Luftdruck sich verringert, was bei manchen Fischarten zu Atemnot führt. Andere Theorie besagt, dass Fische bei verändertem Luftdruck mithilfe ihrer Schwimmblase einen Druckausgleich vollziehen müssen, um an ihrem gewohnten Standort bleiben zu können. Ob dieser Ausgleich sie tatsächlich Anstrengungen kosten, bleibt allerdings offen.

Ganz sicher ist, dass stabile Wetterlage über mehrere Tage hinweg und ohne starke Luftdruckveränderungen das optimale Wetter fürs Zanderangeln darstellen. Weitere Faktoren wie z.B. bedeckter Himmel oder Sonnenschein müssen im Kontext der Jahreszeiten betrachtet bzw. bewertet werden. Weiterhin gilt die Dämmerung – ob morgen früh oder beim Sonnenuntergang – bei jedem Wetter als die beste Voraussetzung fürs Nachstellen auf gestreifte Raubfische. Weitere Faktoren, die Einfluss auf das Fressverhalten der Zander nehmen, sind: sinkende Temperaturen, Windstärke etc.. Diese erklären wir im nächsten Beitrag: Zanderangeln Tipps.

Nichts geht über die eigenen Erfahrungen

Angelwetter

Angelwetter (Bild: Oleksandr Fediuk/Shutterstock.com)

Eins vorab: Auch wenn man beim Zanderangeln bereits oft die Enttäuschung hinnehmen musste, dass das Wetter nicht das gebracht hat, was es bringen sollte, lernt man bei konsequenter Beobachtung und Analyse der Witterungsbedingungen langsam aber ganz sicher immer mehr dazu. Zumindest ein Teilnehmer fängt aus diesem Grund bei jedem großen Anglerturnier immer! Ungeachtet des Wetters und dessen Einfluss auf dass Beißverhalten der Fische.

Neben der Wassertemperatur, die stark jahreszeitabhängig ist und somit einen vergleichsweise konstanten meteorologischen Parameter bildet, sind vor allem Luftdruck und Wind diejenigen Faktoren, deren Entwicklung schwer vorausschaubar ist und die das Beißverhalten der Zander sehr stark beeinflussen können. In weiteren unseren Beiträgen erläutern wir diese Aspekte ausführlicher: Luftdruck und das Fischverhalten, Windfaktor beim Angeln, Angeln bei der Hitze.



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