Wozu taugt der Beißindex?

Beißindex ist eine Metrik, die anhand von natürlichen Umwelt-Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Fischfanges beim Angeln berechnet.

Was versteht man unter Beißindex?

Hasel

Hasel

Der Beißindex zeigt dem Angler in einer Skala von eins bis zehn die Aktivität der Fische an, wobei zehn der höchsten Aktivität entspricht. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Grad der Aktivität bei günstigen Umweltbedingungen mit dem Fressverhalten der Fische gleichzusetzen sei.

Jeder Angler sollte dennoch bedenken, dass der Beißindex keinen Angelerfolg garantieren kann, weil es zu viele Faktoren in zu vielen Kombinationen gibt, die Einwirkung auf ein bestimmtes Gewässer und das Fischverhalten ausüben. Als ein Indikator für eine generelle Tendenz taugt der Beißindex allerdings.

Einflussfaktor Mond

Laut der Solunar-Theorie (abgeleitet von den lateinischen Wörtern sol = Sonne und luna = Mond) von John Alden Knight haben Mond und Sonne einen relevanten Einfluss auf die Aktivität der Fische. Steht der Mond hoch über oder unter dem Angelplatz, spricht man von den Hauptzeiten, also den aktivsten Zeiten des Tages. Genau dazwischen, also um 90 Grad verdreht, liegen die abgeschwächten Nebenzeiten.

In etwa zwei Stunden um die besten Mondstände herum kann man mit vermehrter Aktivität der Fische rechnen. Hauptursache dafür stellt nach der Solunar-Theorie die Gezeitenkraft durch den Mond dar, die seit Anbeginn der Entwicklung des Lebens eine Wirkung auf die Erde und ihre Bewohner ausübt. Diese Wirkung ist überall auf der Erde relativ gleich groß, unabhängig davon, ob es in der Nähe Wasser gibt oder nicht.

Einflussfaktor Sonne

Einfluss der Sonne

Einfluss der Sonne

Auch die Sonne spielt bei der Beißindex-Berechnung eine wichtige Rolle, denn auch sie verursacht Gezeitenkräfte. Wegen der großen Entfernung sind diese zwar nur halb so groß wie die des Mondes, aber immer noch stark genug, um in Addition mit der Mondkraft bei Neu- und Vollmond für noch mehr Aktivität unter Fischen zu sorgen.

Da der Mond von Tageshöchststand zu Tageshöchststand zirka 24 Stunden und 50 Minuten braucht, bedeutet es, dass sich die besten Mond-Beißzeiten jeden Tag um etwa 50 Minuten verschieben. Aus diesem Grund überschneiden sich die besten Mond-Beißzeiten mit denen der Sonne relativ selten. Diese Zeitpunkte gelten als besonders vielversprechend für den Fischfang und werden bei der Beißindex-Berechnung besonders gewichtet.

Weitere Witterungs-Faktoren im Beißindex

Das Wetter übt mit verschiedenen Faktoren weitere Einflüsse auf das Fischverhalten aus. So wirkt sich zum Beispiel steigender wie auch fallender Luftdruck starkt auf die Aktivität der Fische aus. Ein möglicher Grund dafür liegt in der Schwimmblase der Flossenträger. Mit diesem wichtigen Organ vollziehen die Fische Druckausgleich unter Wasser, sodass sie damit auch Luftdruck-Veränderungen gut wahrnehmen können.

Weitere Witterungs-Faktoren, die das Fressverhalten der Fische zum Teil stark beeinflussen können, sind UV-Einstrahlung, Windstärke, Regen, Wassertemperatur, Wassertrübung, Jahreszeit und einige andere. Diese Faktoren werden allerdings bei der Beißindex-Berechnung anders (also weniger) gewichtet als der Einfluss des Mondes.

Wozu taugt nun Beißindex?

Wenn über der Wasseroberfläche das schönste Wetter herrscht und der Mond, wie auch die Sonne, die beste Phase bzw. den Höchststand aufweisen, können Fische unter Wasser immer noch von anderen Witterungs-Gegebenheiten geplagt sein und Beißhemmung haben. Die Einflussfaktoren auf die allgemeine Aktivität und das Fressverhalten der Fische sind nicht nur zahlreich sondern häufig sogar widersprüchlich.

Wer sich nun auf den Beißindex verlässt und am Wasser immer wieder eine Enttäuschung erlebt, wird das Angeln früher oder später verfluchen. Die Natur ist nun mal wesentlich komplexer, als, dass sie sich auf eine Skala von 10 Beißindex-Punkten reduzieren lässt. Der Beißindex kann allerdings dazu dienen, die Anhaltspunkte für ein mögliches Fischverhalten zu liefern, die im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie z.B. Windstärke, Regen, Wassertemperatur, Wassertrübung, Jahreszeit etc. mehr oder weniger gewichtet werden können.

Quellen:

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