Riesenzackenbarsch (Judenfisch)

Riesenzackenbarsche werden bis zu 3 Meter lang und 350 kg schwer. Die sanften Riesen verhalten sich den Menschen gegenüber selten aggressiv.

Allgemeines

  • Name: Riesenzackenbarsch (auch Judenfisch genannt) (Engl.: Giant Grouper)
  • Wissenschaftlicher Name: Epinephelus lanceolatus
  • Familie / Unterfamilie: Sägebarsche / Zackenbarsche
  • Vorkommen: indischer Ozean und westlicher Pazifik
  • Habitat: felsige riffreiche Lagunen in 10 bis 100 Meter Tiefe
  • Max. Größe / Gewicht: 3 m / 400 kg
  • Gefährdung: moderat gefährdet
Riesenzackenbarsch (Epinephelus lanceolatus)

Riesenzackenbarsch (Epinephelus lanceolatus)

Lebensraum des Riesenzackenbarsches

Riesenzackenbarsche kommen sowohl im Indischen Ozean als auch im westlichen Pazifik vor. Es gibt sie an der gesamten südlichen Küste der Vereinigten Staaten, der Karibik und im Roten Meer. Auch in den hawaiianischen und südjapanischen Küstenregionen sind sie heimisch. Sie gehören zu den typischen einzelgängerischen Riffbewohnern und bevorzugen bis zu 100 Meter tiefe Lagunen.

Auch in den Mangrovenfeldern, die an der Floridas Südwestküste eine natürliche Brutstätte für Myriaden von Kleinfischen bilden, füllt sich der Riesenzackenbarsch in seinem Element. Nach Einschätzung einiger Wissenschaftler haben die Artenschutzmaßnahmen in den letzten zwei Jahrzehnten sehr effektiv zur Erholung der Judenfische beigetragen, sodass vielerorts in den USA sogar über die Aufhebung des Fangverbots debattiert wird.

Warum heißt der Riesenzackenbarsch Judenfisch?

Bis zum Jahr 2001 nannte man den Riesenzackenbarsch in vielen angelsächsischen Ländern Judenfisch, danach wurde er umbenannt, obwohl sein alter Name immer noch geläufig ist. Die Herkunft des Namens „Judenfisch“ ist nicht ganz klar, da er sehr tief in der Geschichte verwurzelt ist. Die erste Aufzeichnung datiert auf das Jahr 1697. Heute geht man davon aus, dass sein schönes weißes Fleisch als koscher galt und besonders beliebt unter den Menschen jüdischen Glaubens war.

Anatomische Merkmale

  • Der Körper des Riesenzackenbarsches ist hochrückig und von beiden Seiten abgeflacht.
  • Sein Kopf ist sehr groß und das endständige Maul mit auffällig dicken Lippen versehen.
  • Der Riesenzackenbarsch hat dunkelbraune Körperfarbe, die meist mit zahlreichen kleinen Punkten versehen ist.
  • Die Kiemen sind am Deckelrand gezackt (diesem Merkmal verdankt die gesamte Zackenbarsch-Familie ihren Namen).
  • Die Rückenflosse ist lang und in der Mitte gekerbt.
  • Die Bauchflossen sind sehr groß und brustständig.

Ernährung des Riesenzackenbarsches

Riesenzackenbarsche sind eingefleischte Räuber, die schon in sehr jungem Alter kleine Fische erbeuten. Auch mit ihren Verwandten gehen sie nicht gerade zimperlich um. Weiterhin gibt es dokumentierte Berichte über das koordinierte Jagdverhalten zwischen Riesenzackenbarschen und Muränen. Dabei treibt die Muräne kleine Fische aus ihren Verstecken im Riff direkt auf die Zackenbarsche zu. Am Ende profitieren beide Spezies durch diese Technik.

Generell scheinen Muränen und Zackenbarsche ein überaus freundschaftliches Verhältnis miteinander zu haben. Dass die Muräne als eine ausgesprochen nachtaktive Spezies damit anfängt, tagsüber gemeinsam mit dem Zackenbarsch zu jagen, ist ein deutlicher Hinweis auf diese Beziehung.

Fortpflanzung des Riesenzackenbarsches

Der Riesenzackenbarsch ist ein protogyner Hermaphrodit (auch Zwitter genannt). Das bedeutet, dass er zunächst als weibliches Tier erkennbar ist und sich erst mit zunehmendem Alter zum Männchen entwickelt. Über den Fortpflanzungsvorgang des Riesenzackenbarsches ist nur wenig bekannt. Die Geschlechtsreife erreicht diese Spezies im Alter von 5-6 Jahren. Die Paarungszeit dauert je nach Region von Juni bis Dezember. Wissenschaftler schätzen, dass Generationswechsel bei Riesenzackenbarschen ca. 14 Jahre dauert.

Verhalten dem Menschen gegenüber

Unter Wasser

Unter Wasser

Während bereits das bloße Erscheinungsbild den Riesenzackenbarsch einmalig und unverwechselbar macht, gibt es noch ein Verhaltensmerkmal, das diese Spezies zusätzlich auszeichnet: Obwohl Riesenzackenbarsche für den Menschen ungefährlich sind und sich dem gegenüber selten aggressiv verhalten, stoßen sie dennoch bei Annäherung eines Menschen Luft aus ihrer Schwimmblase raus, was unter Wasser sehr markante Geräusche produziert, die sich dem weit entfernten Donner gleichen.

Gefährdung des Riesenzackenbarsches

Obwohl Riesenzackenbarsche weit verbreitet sind, ist ihre Population vielerorts gefährdet. Aufgrund der enormen Größe und hochwertigem Fleisch dieser Kolosse wurden ihre Bestände in vergangenen Jahren stark dezimiert. Seit 1990 sind sie in den USA und dem gesamten atlantischen Südosten unter Artenschutz gestellt.

Fischlexika und -Atlanten

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  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
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