Adlerfisch (Umberfisch): Alle Infos zum Fisch

Adlerfische sind nicht nur begehrte Speisefische sondern gehören auch zu den wenigen Fischarten, die Geräusche erzeugen können.

Allgemeines über Adlerfisch

Adlerfisch (Umberfisch)

Adlerfisch (Umberfisch)

  • Name: Adlerfisch (auch Umberfisch genannt). Engl.: Meagre
  • Wissenschaftlicher Name: Argyrosomus regius
  • Gattung / Familie: Argyrosomus / Umberfische
  • Vorkommen: Ostatlantik
  • Habitat: Küstennähe in Tiefen 15 – 300 m
  • Max. Größe/Gewicht: 2,3 m / 100 kg
  • Gefährdung: stark gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Junge Adlerfische

Junge Adlerfische

Adlerfische gehören zu den weit verbreiteten und begehrten Speisefischen. Sie leben überwiegend im Ostatlantik, in den Gewässern des Persischen Golfs, in der Karibik, im Golf von Mexiko, im Schwarzen Meer und im Roten Meer. Auch im Mittelmeer gibt es Adlerfisch-Populationen. Darüber hinaus tauchen einzelne Exemplare bei Wanderungen aus den südlichen Gebieten in den Meeren Nordeuropas auf.

Adlerfische leben in küstennahen Schelfgewässern sind sind typische Raubfische. Sie stellen ihrer Beute entweder auf dem Grund oder auch im Mittelwasser nach. Adlerfische sind fast nie außerhalb des Kontinentalschelfs anzutreffen und kommen besonders häufig im Brackwasser der Mündungen großer Flüsse vor. Im Mittelmeer leben sie in flachen, sandigen Gewässern. Jungfische findet man oft in Lagunen mit niedrigem Salzgehalt.

Wie schmeckt der Adlerfisch?

Der Adlerfisch schmeckt delikat und etwas süßlich. Sein Fleisch hat eine dichte Struktur und ist zugleich sehr zart, ähnlich dem Lammfleisch. Auch die Haut des Fisches ist essbar. Adlerfische haben praktisch keinen charakteristischen fischigen Geschmack und auch keinen solchen Geruch.

Anatomische Merkmale

Adlerfisch

Adlerfisch

Kennzeichnend für den Adlerfisch ist der etwas gebogene, hochrückige braune Rücken, eine gut sichtbare Seitenlinie sowie eine zweigeteilte Rückenflosse. Sein Körper ist vollständig mit Schuppen bedeckt. Das Maul ist groß, die Kiefer und die fleischigen Lippen stark ausgeprägt. Die Färbung des Adlerfisches ist auf dem Rücken und an den Seiten des Körpers silbrig-braun mit einem leichten Perlmutt-Stich.

Fähigkeit Geräusche zu erzeugen

In manchen Regionen wird der Adlerfisch volksmündig „Grunzer“ genannt, weil er ein grunzendes Geräusch von sich gibt, das er durch das Zusammenziehen der an seiner Schwimmblase befestigten Muskeln erzeugt. Durch dieses Geräusch schlägt er Alarm oder lockt die Fische anderes Geschlechts während der Laichzeit an. Die Fische nehmen diese Schallwellen mittels ihrer über 3 cm großen Otolithen. Weil die Schwimmblase dabei wie ein Resonanzraum wirkt, ist das Geräusch selbst für die Menschen gut hörbar.

Wie ernährt sich Adlerfisch?

Sardinen

Sardinen

Als typische Raubtiere ernähren sich Adlerfische hauptsächlich von kleinen pelagischen Fischen (Sardinen, Meeräschen etc.) sowie Kopffüßern und Krustentieren. Je nach Region und Jahreszeit jagen sie sowohl pelagisch wie auch direkt auf dem Grund.

Fortpflanzung der Adlerfische

Adlerfische laichen in küstennahen Gewässern sowie in Flussmündungen und bilden zu dieser Zeit dichte Ansammlungen. Während der Laichzeit stoßen die Männchen ein charakteristisches Grunzen-Geräusch aus, das bis zu 30 m weit im Wasser zu hören ist. Diese Töne werden durch die Kontraktion der Bauchmuskeln erzeugt, wobei die Schwimmblase als Resonanzkörper dient.

Das Laichen findet bei einer Temperatur von 17-22°C statt. Die Weibchen legen mehrere hunderttausend kleinen Eiern, die sich in der Mitte der Wassersäule entwickeln. Die geschlüpften Larven leben zunächst pelagisch und wechseln zu einer benthischen Lebensweise, sobald sie eine Länge von etwa 4 cm erreichen und zu Jungfischen werden.

Küstennahe Gewässer

Küstennahe Gewässer

Adlerfisch und der Mensch

Adlerfische sind wertvolle Speisefische, wobei vor allem kleinere Exemplare bis zu 60 cm sehr gefragt sind, weil sie ein zarteres Fleisch haben. Der Fang erfolgt überwiegend mit Schlepp- und Grundnetzen. Die Fische werden frisch, gefroren oder in Konserven verkauft. Darüber hinaus ist ihre Blase in der traditionellen orientalischen Medizin sehr gefragt. Auch unter Sportanglern sind Adlerfische wegen ihres Kampfgeistes sehr begehrt.

Infolge der intensiven Fischerei sind die weltweiten Bestände der Adlerfische inzwischen deutlich zurückgegangen. Aus diesem Grund wird diese Spezies zunehmend mehr in den Aquakulturen gezüchtet. So gibt es z.B. in Israel zahlreiche Betriebe, die sich auf die Züchtung von Adlerfischen spezialisiert haben. Die Israelis bezeichnen ihn als „königlichen Fisch“, weil er in der Esskultur des Landes tief verwurzelt ist.

Kulinarische Qualität

Adlerfische

Adlerfische

Der Adlerfisch hat nur wenige Knochen, dichtes und fettes Fleisch und lässt sich schnell und einfach zubereiten. Man sollte ihn nicht zu lange kochen, damit das Fleisch saftig und zart bleibt und seinen einzigartigen Geschmack sowie gesundheitlichen Nährwerte behält. Im Mittelmeerraum wird dieser Fisch oft mit den Kräutern im Ofen gebacken. Während große Steaks sich fürs Grillen optimal eignen, lassen sich aus Kopf und Schwanz sehr leckere und reichhaltige Fischsuppen zubereiten.

Auch in Bezug auf das Thema gesunde Nahrung punktet der Adlerfisch in vielen Bereichen. So ist sein Fleisch reich an gesättigten Fettsäuren und Proteinen. Es enthält zahlreiche Mikro- und Makroelemente wie z.B. Kalium, Phosphor, Kupfer, Kalzium, Magnesium, Natrium, Selen und die Vitaminen PP und B12. Dem Adlerfisch wird eine positive Wirkung zur Aufrechterhaltung einer ausgezeichneten Blutzusammensetzung, Verbesserung des Stoffwechsel und Regulierung der elektrochemischen Prozesse in verschiedenen Muskeln und im Herzgewebe nachgesagt.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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