Barschangeln im Sommer

Schnell geführte Köder bringen im Sommer wesentlich mehr Barsche an den Haken als viele Angler glauben. Sogar kapitale Stachelflosser kann man so überlisten.

Faktor Geschwindigkeit

Wenn das Wassertemperatur im Sommer 20 Grad überschreitet, sollte man bei der Führungsgeschwindigkeit unserer Barschköder den einen oder sogar zwei Gänge höher schalten.

Barsch, gefangen mit Cranky Minnow

Barsch, gefangen mit Cranky Minnow

Warum aber soll diese Methode auf ein Mal erfolgversprechender sein als das altbekannte und -bewährte Drop Shot Angeln, indem ein Gummiköder den Räubern sehr langsam präsentiert wird?

Die Antwort liefert das natürliche Verhaltensmuster der Barsche. Dabei sind die Gründe für den Erfolg von schnell geführten Ködern bei halbstarken Räubern und kapitalen Stachelrittern ganz unterschiedlich.

Futterneid bei kleinen Barschen

Insbesondere kleine und halbstarke Barsche jagen fast immer im Rudel. Dabei lassen sie sich gegenseitig durch den Konkurrenzdruck oft in einen regelrechten Rauschzustand versetzen. Das heißt dann für sie – wer einen Köder schneller attackiert, wird schneller satt. Nicht selten kann man im Sommer erleben, dass auf einen Wobbler gleich zwei kleine Barsche eingestiegen sind.

Somit schalten schnell geführte Wobbler* bei halbstarken Barschen alle Reflexe außer dem Futterneid aus. Manchmal putschen sich die kleinen Räuber bei der Verfolgung eines Köders so auf, dass sie bei einem bereits gehakten Artgenossen den Köder weg zuschnappen versuchen.

Temporausch für die Kapitalen

Ein kapitaler Barsch, der die magische 50 cm Grenze überschritten hat, trägt mindestens 20 Jahre auf seinem Buckel. Solch fossile Kolosse zu überlisten ist extrem schwierig. Durch ihre eigene Erfahrung sind sie sehr scheu und misstrauisch. Bevor sie einen Köder attackieren oder sich vor ihm abwenden, beäugen sie ihn sehr genau.

Barsch

Barsch

Es gibt allerdings eine gute Möglichkeit sich auch die Kolosse vorzunehmen. Sie bedeutet Temporausch. Wenn ein für den Barsch attraktiver Köder im hohen Tempo an dem Räuber vorbei rauscht, hat dieser keine Zeit ihn genau zu inspizieren. Wenn der Köder dabei farblich und größentechnisch in das Beuteschema des Räubers hineinpasst, arbeitet der Jagdreflex in solchen Fällen auch bei kapitalen Stachelrittern einwandfrei. Ein alter und erfahrener Barsch ist in so einem Fall nur der Sklave seiner Instinkte und muss einfach zupacken.

Barschköder mit Geschwindigkeit-Potenzial

Nicht jeden Kunstköder* kann man beliebig schnell führen. So beginnen z.B. viele Blinker bei hoher Geschwindigkeit sich um die eigenen Achse zu drehen und sind für schnelle Führung deshalb nicht geeignet. Die meisten der hochwertigen Wobbler, ob Cranks oder Minnows, lassen sich hingegen mit hoher Geschwindigkeit gut einholen.

Angeln mit Jigkopf

Angeln mit Jigkopf

Wie bei jeder anderen Führung, sollte man auch bei schnell geführten Ködern viel improvisieren: mal eine Pause anlegen und den Köder plötzlich für ein oder zwei Sekunden ganz anhalten, mal die Geschwindigkeit beschleunigen. Dadurch lassen sich die Räuber zu einer Attacke provozieren.

Sehr oft halten sich kapitale Barsche in größeren Tiefen auf, wo man am besten mit Gummiködern an sie ran kommt. Damit auch hier Faktor Geschwindigkeit effektiv eingesetzt werden kann, müssen die Gummiköder mit schweren Jiggs bestückt werden. 25 bis 30 Gramm bei 8-12 cm langen Gummis wären bei 7-10 Meter tiefem Wasser passende Gewichte, um beim Jiggen in der Tiefe hohes Tempo zu erreichen und die großen Stachelritter aus dem Gleichgewicht zu befördern.

Falls Sie Ihre bisherige Erfahrung beim Barschangeln weiter ausbauen wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch „Barschalarm“ von Johannes Dietel, einem annerkanten Barsch-Experten.

Bewertung: 4,80; Bewertungen: 5



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