Barschangeln Tipps

Manche Angler können bereits etliche kapitale Hechte und Zander vorweisen, während es mit einem kapitalen Barsch noch nicht geklappt hat. Warum es so ist, wird in diesem Artikel erklärt.

Verhaltensmuster verstehen

Barschangeln

Barschangeln (Bild: FedBul/Shutterstock.com)

Obwohl Barsche fast in allen unseren Gewässern vorkommen und keine besonders hohen Ansprüche an die Wasser- bzw. Umweltqualität haben, sind dennoch nur kleinere Exemplare einfach zu fangen. Die richtig großen Stachelritter sind sehr wählerisch und vorsichtig, denn anders als die meisten Raubfische wachsen die Barsche sehr langsam. Ein Exemplar von 45 cm Länge hat mindestens 10 Jahre auf dem Buckel. Man kann sich also vorstellen, dass so ein Fisch in seinem Leben viele Köder vorbei schwimmen sehen hat und auch schon mal den einen oder anderen Drill heil überstand.

Aufgrund ihres hohen Alters und damit verbundener Erfahrung sind kapitale Barsche nicht einfach auszutricksen. Anders als z.B. Hechte oder Zander, die auch mal mit großen Ködern und robustem Requisit gefangen werden können, lassen sich die Barsche nur mit sehr feiner Ausrüstung und ausgefeilter Köderpräsentation verführen. Den gestreiften Räubern reicht es nicht, den Köder mit ihrem Seitenlinienorgan zu spüren, sie müssen ihn genau unter die Lupe nehmen. Das ist auch der Grund warum Barsche „kompliziert“ sind und fast niemals nachts gefangen werden.

Techniken zum Barschangeln

Blinker-Montage für Barsch

Blinker-Montage für Barsch

Eins ist ganz sicher – nur wer es versteht, seinen Köder möglichst realistisch und fehlerfrei zu präsentieren, hat auch Chancen früher oder später einen Großbarsch zu landen. Generell können beim Barschangeln verschiedene Angelmethoden in Frage. Die am weitesten verbreiteten sind: Posenangeln mit Wurm, Spinnfischen mit Kunstködern und Jiggen mit Gummifischen. Mit all diesen Techniken wurden schon solide Barsche an Land gezogen. Während bei diesen Angelmethoden eine große Rolle das berüchtigte „am richtigen Ort zur richtigen Zeit“ zu spielen scheint, gibt es allerdings noch eine andere Technik, die sich seit Jahrzehnten auf allen Kontinenten hinweg als die Barschangeln-Methode schlechthin bewährt hat  – der sogenannte Drop-Shot-Rig.

Dropshotting beim Barschangeln

Was das Drop-Shotting beim Barschangeln so erfolgreich macht, ist die Möglichkeit den Köder an einem bestimmten Hot-Spot sehr lange und zugleich absolut naturgetreu zu präsentieren, sodass sogar Barsche, die keinen Hunger haben, irgendwann mal genervt zupacken müssen. Das andere Erfolgsattribut dieser Technik ist die Tatsache, dass der Köder ohne Blei unter Wasser präsentiert wird und von Barschen entsprechend leichter inhaliert werden kann, als es z.B. beim Jiggen oder beim Twitchen der Fall ist. Wichtig ist auch die Größe des Angelhakens, der genau ins Maul passen muss, aber wiederum nicht zu klein sein darf. Für die DropShot-Angelmethode bietet sich ein Offset-Haken an, der mit seinem breiten Bogen ideal für diese Angeltechnik geeignet ist. Im folgenden Artikel finden Sie weitere Informationen über das Drop-Shot-Angeln.

Dropshot-Montage für Barsch

Dropshot-Montage für Barsch

Weitere Tipps und Tricks zum Thema Barschangeln finden Sie im folgenden Buch, das von Johannes Dietel geschrieben wurde, einem anerkannten Barsch-Profi: Barsch-Alarm*.

Angelplätze und Fangzeiten

Wer Flussbarsche mit einer Länge von über 40 cm fangen möchte, sollte in großen Gewässern angeln. Auch wenn diese Spezies dank ihrer Anpassungsfähigkeit in riesigen Populationen vorkommt, geschieht es immer zu Lasten der Körpergröße. Daher muss man nach großen Barschen, die nicht selten Einzelgänger sind, an tiefen Stellen direkt am Grund suchen und genau dort den Köder präsentieren. Weiterhin gehört der Barsch zu den tagesaktiven Fischarten, so kann er sowohl über den ganzen Tag als auch über das ganze Jahr hindurch geangelt werden, wobei der Herbst die besten Fang-Aussichten bietet.

Welche Köder sind für Barsch am erfolgversprechendsten?

Da der Flussbarsch ein Raubfisch ist, springt er sehr gut auf kleine Kunstköder an, wie z.B. Spinner, Blinker, Gummifische und Wobbler. Diese sollten nicht zu massiv ausfallen und am besten 4 bis 8 cm groß sein. Sehr gut funktionieren auch Barsch-Dekors, da der Flussbarsch ein Faible für seine eigenen Artgenossen hat. Bei Naturködern sind es Würmer, die zuverlässig Barsche fangen – hier sind sich die meisten Experten einig.

Nehmen Sie an unserer Umfrage nach den besten Ködern fürs Barschangeln teil und erfahren Sie wie unsere Leser abgestimmt haben:

Welcher Köder ist beim Barschangeln am fängigsten?

Barschangeln mit Mini-Wobblern

Flussbarsche jagen allen Tieren nach, die sie in ihr Maul aufnehmen können. Deshalb stehen Miniwobbler hoch im Kurs bei dieser Spezies. Dabei sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass alle Details in der Ausrüstung möglichst filigran ausfallen und ganz genau aufeinander abgestimmt sind, damit kein Teil den Lauf des Miniwobblers nicht negativ beeinflusst. Als Schnur empfiehlt sich eine 0,14-0,16 Monofile oder auch die 0,08-0,10 Nanofil von Berkley. Weiterhin sollte zwecks besserer Köder-Präsentation auf den Gebrauch eines Wirbels oder Karabiners verzichtet werden. Das Vorfach und der Wobbler werden direkt mit dem richtigen Knoten gebunden, wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist. In einem anderen Artikel finden Sie mehr Informationen zum Thema Angeln mit Mini-Wobblern.

Barschangeln mit Mini-Wobbler

Barschangeln mit Mini-Wobbler

Anforderung an die Ausrüstung

Bei Materialauswahl fürs Barschangeln sollte man vor allem auf feine und exakt aufeinander abgestimmte Komponenten setzen. Egal ob vertikal vom Boot oder traditionell vom Ufer, beim Barschangeln braucht man eine sehr feinfühlige Rute, die idealerweise das Wurfgewicht von 5-15 Gramm aufweist, damit die sehr vorsichtigen Barsch-Bisse überhaupt erspürt werden können. Die Schnur sollte ebenso sehr filigran sein und einen möglichst kleinen Durchmesser aufweisen. Darüber hinaus ist ein unter Wasser unsichtbares Vorfach aus Fluocarbon von einem Meter Länge Pflicht beim Barschangeln.

Zum Schluss kommen allerlei Kleinteile wie z.B. Einhänger oder Wirbel*, die in die gesamte Ausrüstung organisch passen müssen. Barsch ist ein Augenräuber, daher sollten alle unter Wasser befindlichen Elemente möglichst klein sein und unscheinbar erscheinen. Deshalb ist die Beachtung der richtigen Größe und der annähernd selben Tragekraft bei allen Einzelteilen in der Ausrüstung von entscheidender Bedeutung – angefangen mit der Schnur bis hin zum Sprengring und dem Haken.

Barsch

Barsch

In einem anderen unseren Artikel finden Sie einen Barschruten-Kaufratgeber.

Flussbarsch-Schonzeiten und -Mindestmaße

In folgender Tabelle sind Schonzeiten und Mindestmaße für Flussbarsche aufgeführt, die nur in den einzelnen Bundesländern gelten. Obwohl wir uns bemühen unsere Daten ständig aktuell zu halten, übernehmen wir dennoch keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Bundesland Schonzeit Mindestmaß
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen 01.02. – 15.05. 20 cm
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern Binnegewässer: 17 cm
Küstengewässer: 20 cm
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Weiter geht es um das Thema wie schnell wachsen Barsche und Herkunft und besondere Merkmale dieser Spezies.

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