Wettereinfluss aufs Angeln

Wenn über der Wasseroberfläche das schönste Wetter herrscht, kann es für die Fische genau das Gegenteil bedeuten. Die Einflussfaktoren sind dabei nicht nur zahlreich sondern häufig sogar widersprüchlich.

Kein Verlass auf Wetterprognose

Angelwetter

Angelwetter (Bild: Alexei Novikov/Shutterstock.com)

Nichts ist so frustrierend wie eine auf den ersten Blick günstige Wetterprognose und anschließendes Fiasko am Wasser. Auch wenn scheinbar alle wichtigen Parameter stimmen, wie z.B. günstige Wassertemperatur, moderater Gegenwind, konstanter Luftdruck über mehrere Tage hinweg etc., kann es immer noch sein, dass irgendwas unter Wasser den Fischen nicht passt und der Schalter doch noch kompromisslos auf „nicht beißen“ umgelegt wurde.

Wenn man bedenkt, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Wettervorhersage in unserer gewohnten Umgebung (also über der Wasseroberfläche) proportional der vorausgesagten Zeit ansteigt, kann man sich vorstellen, dass die Witterungsentwicklung unter Wasser nicht minder komplex und zugleich weniger vorausschaubar sein muss. Nichtsdestotrotz kann man die eigenen Erfahrungen mit denen von anderen Anglern vergleichen und gewisse Regelmuster aufstellen. Solche Muster werden zwar im Laufe der Zeit immer komplexer, dafür steigt aber auch unsere Fähigkeit das Wetter richtig zu interpretieren. Als Folge verbessern sich auch unsere Fangchancen.

Angelwetter aus wissenschaftlicher Sicht

Das Thema Angelwetter interessiert nicht nur Angler sondern auch Wissenschaftler. So spricht Fisch&Fang Autor Stephan Höferer während eines entspannten Angelausflugs in einem Brandenburger See mit dem passionierter Angler und Wissenschaftler Prof. Dr. Arlinghaus, der zusammen mit seinen Kollegen an dem Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) forscht. Neben den allgemeinen Angel-Themen geht es dabei konkret um das Hechtangeln. Welchen Einfluss hat die Ködergröße beim gezielten Hechtfischen, wie hoch ist Sterblichkeitsrate bei zurückgesetzten Fischen, wie unterscheidet man bei den Hechten Männchen von Weibchen? Das sind nur Paar Beispiel-Themen, die bei diesem Ausflug angesprochen wurden.

Folgend die kurze Zusammenfassung der wissenschaftlichen Studien von Herrn Arlinghaus in Bezug aufs Hechtangeln, die manch einen Angler überraschen dürfen: Beim starken Wind, Voll- und Neumond, sowie in der Dämmerungsphase steigt die Wahrscheinlichkeit eines Fanges. Andere Faktoren, die von vielen Anglern als stark Einfluss nehmend bezeichnet werden, wie Regen, Luftdruck-Veränderungen oder Windrichtung, üben keinen messbaren Effekt auf das Beissverhalten der Hechte aus.

Nichts geht über die eigenen Erfahrungen

Angelwetter

Angelwetter (Bild: Oleksandr Fediuk/Shutterstock.com)

Eins vorab: auch wenn man bereits oft die Enttäuschung hinnehmen musste, dass das Wetter nicht das gebracht hat, was es bringen sollte, lernt man bei konsequenter Beobachtung und Analyse der Witterungsbedingungen langsam aber ganz sicher immer mehr dazu. Zumindest ein Teilnehmer fängt aus diesem Grund bei jedem großen Anglerturnier immer! Ungeachtet des Wetters und dessen Einfluss auf dass Beißverhalten der Fische.

Neben der Wassertemperatur, die stark jahreszeitabhängig ist und somit einen vergleichsweise konstanten meteorologischen Parameter bildet, sind vor allem Luftdruck und Wind diejenigen Faktoren, deren Entwicklung schwer vorausschaubar ist und die das Fischverhalten sehr stark beeinflussen können. In folgenden Artikeln erläutern wir diese und andere Angewetter-Aspekte:

Luftdruck und das Fischverhalten
Windfaktor beim Angeln
Angeln bei der Hitze

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