Köder für klares Wasser

Die Wahl der richtigen Köderfarbe ist besonders beim klaren Wasser immens wichtig. Leider ist dabei auch die Fehlerquelle sehr groß.

Natürliche Dekors

Sipsey Caperlan

Sipsey Caperlan

Klares Wasser stellt jedem Angler vor einer ernst zu nehmenden Herausforderung. Wenn die Sichttiefe unter der Wasseroberfläche über einem Meter beträgt, kommt jeder nur noch so kleiner Fehler sehr schnell zur Geltung. Aus diesem Grund sind Köder in natürlichen Dekors, die den echten Fischen möglichst ähnlich aussehen, der erste und wichtigste Grundsatz fürs Angeln im klaren Wasser.

Darüber hinaus hängt die Köderwahl bei sehr geringer Trübung stark vom Lichteinfall ab: Während bei Dämmerung und beim bedeckten Himmel Köder mit schwarz-grünem Stich vielversprechende Farbkombination für klares Wasser darstellen, sind es beim Sonnenschein perlmuttgefärbte Köder.

Köder in realistischen Farben

Köder in realistischen Farben

Überwiegend dunkle Töne

Generell gilt – je klarer das Wasser und je mehr Licht vorhanden ist, desto mehr muss man mit verschiedenen Farben experimentieren, allerdings überwiegend mit dunklen Tönen wie Violett, Dunkelblau, Dunkelgrün oder Schwarz. Weiterhin können die in den Köder eingebauten Glitterpartikel die Schuppen eines echten Fisches vortäuschen und für mehr Reiz sorgen. Dennoch sollten die Glitterpartikel beim Einsatz im klaren Wasser sehr dezent und eher gedämpft im Köder eingearbeitet sein.

Delalande Shad GT9

Delalande Shad GT9

Spezialfall Violett

Violett beansprucht den kürzesten Wellenbereich des sichtbaren Lichtspektrums und ist sehr energiegeladen. Somit ist diese Farbe für sehr tiefes klares Wasser insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen gut geeignet. Mehr darüber im folgenden Artikel: UV-aktive Köder.

Oberflächenköder – weniger Farbe, mehr Kontur

Einige Raubfische suchen nach Beute, indem sie seitlich die Gegend scannen, wie es z.B. die Barsche tun, andere hingegen – indem sie zur Wasseroberfläche aufblicken. Ein Rapfen, der von unten auf einen an der Oberfläche laufenden Köder heranstürmt, sieht die Farbe des Köders kaum – seine Silhouette dafür umso deutlicher. Bei den Oberflächenködern ist die Farbe somit weniger wichtig als die Größe, die Form oder  das Spiel. Der Kontrast zwischen dem Köder und seiner Umgebung ist beim Angeln direkt an der Oberfläche hier ein klarer Erfolgsfaktor.

Oberflächenköder

Oberflächenköder

Zielfisch-Taktik ist wichtig!

Bei der Farbenwahl der Köders ist es wichtig, den Zielfisch nicht aus den Augen zu verlieren. Der Zander z.B. beißt am besten auf Köder, die möglichst genau in sein Beuteschema passen. Zugleich halten sich diese Räuber meist im tieferen Wasser. Da sich aber die Lichtmenge mit zunehmender Tiefe verringert, kann man beim Zanderangeln im klaren Wasser sogar mit Fluo-Ködern erfolgreich sein. Ein Fluo-Köder würde zwar im klaren Wasser durch den Fluoreszenz-Effekt stark auffallen, seine Leucht-Wirkung wäre dennoch durch die Wassermasse und dadurch bedingte Verringerung des Lichteinfalls gedämpft. Das Resultat – der Köder fällt auf, ohne unnatürlich zu wirken. Die Chancen einen Zander zu überlisten steigen. In einem anderen Artikel finden Sie weiter Infos zum Thema Fluo-Köder.

Hecht

Hecht

Der Hecht wiederum legt ein anderes Beissverhalten zutage. So kann er einen leuchtenden Köder aus reiner Aggression attackieren, selbst dann, wenn er keinen Hunger hat. So ist im klaren Gewässer mit Hechtbestand besonders im Sommer ein Versuch mit einem knall-grünen Köder häufig eine Beissattacke wert!

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