Welsangeln Tipps: Angelstellen, Montagen, Ausrüstung

Angler, die es mit einem Wels aufnehmen wollen, brauchen vor allem Ausdauer und robuste Ausrüstung. Hier verraten wir die besten Angelmethoden, Ausrüstung und Köder fürs Wallerangeln.

Vormarsch der Welse in Deutschland

Wels

Wels

Der Wels bewohnte ursprünglich in großer Zahl vor allem südeuropäische Seengebiete und Flüsse. Aufgrund des Klimawandelns breitet er sich auch in Deutschland immer mehr aus und erreicht dabei Größen von über zwei Metern. Steigende Wassertemperaturen schaffen ideale Bedingungen für diesen Raubfisch. Durch zunehmend milde Winter und heiße Sommer können Welse auch hierzulande schneller wachsen und sich effektiver vermehren.

Die Anpassungsfähigkeit des Welses macht ihn zu einer dominanten Spezies in deutschen Flüssen und Seen, was langfristige Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben kann. Zugleich bietet die Ausbreitung der Welse in Deutschland Anglern neue Herausforderungen und Chancen. Die wachsende Population ermöglicht häufigere und größere Fänge, was besonders Sportangler begeistert. Wirtschaftlich profitieren auch lokale Anglergeschäfte durch den Verkauf spezialisierter Waller-Ausrüstung.

Wann ist die beste Angelzeit für Wels?

Am See

Am See

Tagsüber versteckt sich der Wels in verschlammten Vertiefungen und Löchern am Grund und wird in der Dämmerung und in der Nacht richtig aktiv. Wobei seine Aktivität auch von der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot abhängt. Die Angelsaison fürs Wels wird hierzulande mit Wassertemperatur ab 8-10°C angeläutet. Die Winterzeit verbringen Welse in den tiefen und strömungsfreien Gumpen und Löchern. Dabei sind sie lethargisch und nehmen nur sehr selten Nahrung zu sich.

Die besten Chancen auf einen Fang haben die Wallerangler hierzulande im späten Frühling, Sommer und dem frühen Herbst, mit einem besonderen Fokus auf das Nachtangeln und die Stunden um das Morgengrauen sowie Dämmerung. Wetterbedingungen wie kurzfristige Regenfälle und moderate Wassertemperaturen können die Aktivität der Welse steigern, besonders wenn das Wasser leicht trüb wird und der Sauerstoffgehalt steigt.

Was sind die besten Köder für Wels?

Die besten Köder fürs Welsangeln sind tote Köderfische, Fischfetzen und Tauwurm-Bündel. Es gibt allerdings viele Angler, die auch mit einem Kunstköder beim Spinnfischen erfolgreich Welse fangen. Dafür greift man am besten zu großen Blinkern, Gummifischen und Twistern, die nahe am Grund geführt werden. Vor allem Blinker gilt als überaus erfolgversprechend für Waller.

Mit Unterwasserpose auf Wels

Mit Unterwasserpose auf Wels

Mit Unterwasserpose auf Wels

Beim Angeln auf den größten Süßwasser-Raubfisch in Europa setzten die Angler am häufigsten Grundmontagen ein, weil sich die Welse meist in Grundnähe aufhalten. Eine der besten Angelmontagen auf Waller ist die sogenannte Unterwasserposen-Montage mit totem Köderfisch. Dabei wird der Köder nicht wie beim Grundangeln sonst üblich auf dem Boden sondern schwebend über dem Grund positioniert. Um das zu bewerkstelligen, setzt man eine spezielle Unterwasserpose ein. Mehr dazu im nächsten Beitrag: Unterwasserposen-Montage für Wels.

Abspannen auf Wels

Elbe

Elbe

Das Abspannen auf Wels ist eine weitere überaus effektive Methode auf Wels, die es erlaubt, den Köder in schwer zugänglichen Bereichen und über große Distanzen zu präsentieren. Dafür wird die Schnur an einem Baum, Pfeil etc. an der gegenüberliegenden Uferseite befestigt und straff gespannt, wobei am Ende der Schnur die Reißleine gebunden ist. Mittendrin in der Haupschnur wird an einer bestimmten Stelle, wo der Köder ins Wasser abgelassen werden soll, die Auslegeschnur samt Auslegepose, Haken und Köder angebracht.

Sobald der Wels anbeißt und der Angler den Anschlag setzt, löst die Reißleine die Befestigung am Ufer und der Wels kann gedrillt und gelandet werden. Diese Montage ist ideal für schwerzugängliche Uferbereiche und strömende, tiefe Wasserstellen. Durch das straffe Spannen der Schnur wird ein direkter Köderkontakt gewährleistet, was zu besseren Bisserkennung führt. Diese Technik erfordert jedoch Erfahrung und spezielle Ausrüstung für optimale Ergebnisse. Als Hauptschnur kommt hierbei eine 0,40 Geflochtene und als Reißleine 0,30er Monofile zum Einsatz.

Spinnangeln auf Wels

Neben den Naturködern lassen sich die Welse auch mit Kunstködern und einer Spinnrute beangeln. Vor allem breite, ausladende Blinker und voluminöse Gummifische stehen bei den Kolossen hoch im Kurs. Die besten Chancen hat man mit Kunstköder im Frühling und Herbst. Dabei lohnt es sich nicht nur vom Ufer aus die Hotspots anzuwerfen sondern auch mit einem Boot auf Pirsch zu fahren. Viele Angler setzen dabei gezielt Echolote ein, um die Waller zu lokalisieren und den Köder zielsicher zu platzieren, was die Fangchancen erheblich vergrößert.

Dass die guten alten Blechköder bei improvisierter Führung viel Potenzial haben, ist ein offenes Geheimnis. Dabei ist das Wichtigste bei der Führung eines Blinkers die richtige Geschwindigkeit, die bei weitem nicht alle Angler beherrschen. Je nach Strömungsverhältnissen wird der Blinker mal schneller mal langsamer eingeholt, darf sich aber währenddessen nicht zu oft um die eigene Achse drehen. Mit reichlich Übung kann man die Drehungen gerade bei großen Blinkern gut erspüren und die Einholgeschwindigkeit steuern.

Der berühmte Wallergriff

Walerangeln

Walerangeln

Große Welse werden beim Landen mit dem sogenannten Wallergriff aus dem Wasser gezogen, da sie schlicht in keinen Kescher passen. Dafür greift der Angler den Fisch mit speziellen Waller-Handschuhen direkt an der Kieferleiste und zieht ihn aus dem Wasser. In Anbetracht der sehr harten Bürstenzähne der Welse sind solche Handschuhe beim Wallerangeln Pflicht.

Lukrative Angelstellen fürs Wallerangeln

Um einen Wels zu fangen, muss der Angler nicht nur über den richtigen Köder und passende Ausrüstung verfügen sondern auch über das Wissen der Gewohnheiten des Welses und seine bevorzugten Standorte. Folgende eine Liste von potenzialträchtigen Angelstellen fürs Wallerfischen.

  • Löcher, Gumpen und Rinnen
    Ob im Fluss oder im See – tiefe Löcher und Gumpen sind ideale Verstecke für den Waller. Die Riesen ziehen sich tagsüber oft an diese Stellen zurück, um zu ruhen. Auch Rinnen im Flussbett mögen die Welse.
  • Unterspülte Ufer mit überhängender Vegetation
    Welse lieben unterspülte Ufer und überhängende Bäume und Büsche, die Ihnen nicht nur Schatten bieten, sondern auch Beutefische beherbergen. Die allerlei Insekten und andere Kleintiere fallen hier ins Wasser, die Friedfische anziehen.
  • Strömungskanten
    Bereiche, in denen sich schnelle und langsame Strömungen treffen, sind ebenso gute Angelstellen. Welse positionieren sich gerne an diesen Kanten, um Beute zu fangen, die von der Strömung herangetragen wird.
  • Übergänge zum Flachwasser
    Übergänge vom tiefen zum Flachwasser (die sogenannten Plateaus), sind attraktive Jagdgebiete für Welse. Hier können sie leicht auf Beute warten, die von den flacheren Bereichen ins tiefere Wasser wechselt.
  • Mündungen von Zuflüssen
    Mündungsgebiete von Nebenflüssen und Bächen sind ebenfalls interessante Angelstellen. Hier wird viel Nahrung den Kleinfischen angespült, was wiederum auch die Raubfische anzieht. Im Sommer haben Mündungen auch deutlich mehr Sauerstoff, ein Wohlfühlfaktor für alle Fische.
  • Seichtes Wasser in der Nacht
    Welse sind dämmerungs- und nachtaktiv und kommen in flache Uferzonen auf Nahrungssuche. Diese Bereiche sind besonders während der Nacht und frühen Morgenstunden interessant.
  • Dämme und Wehre
    Künstliche Strukturen wie Dämme und Wehre schaffen oft tiefere und strömungsreichere Bereiche, die mit viel Sauerstoff angereichert sind. An  solchen Strukturen tummeln sich häufig Friedfischschwärme, denen Welsen hinterher sind.
  • Kehrwasser und Strömungsschatten
    In Flüssen sind strömungsberuhigte Zonen hinter Hindernissen wie z.B. großen Steinen, Buhnenköpfen oder Brückenpfeilern überaus beliebt bei allen Räubern, auch bei Welsen. Hier sparen die Räuber Energie und können sich auf die Jagd konzentrieren.
  • Thermokline
    In Seen suchen Welse oft Bereiche mit Temperaturunterschieden auf, die durch thermische Schichten entstehen. Diese Schichten bieten unterschiedliche Nährstoffkonzentrationen und ziehen Beutefische an, denen wiederum die Welse folgen​.

Welche Ausrüstung braucht man fürs Welsangeln?

Gefangener Waller

Gefangener Waller

Um dem Wels erfolgreich nachzustellen, braucht man ausgesprochen robustes und stabiles Geschirr. Eine gute Welsrute muss nicht nur lang sondern auch sehr belastbar sein. Weiterhin sollte die Angel mit einer robusten Rolle bestückt sein, die über eine zuverlässig arbeitende Bremse verfügt. Aus diesem Grund verwenden viele Welsangler eine Meeresrolle. Zugleich können die Welse natürlich auch mit einer stabilen Stationärrolle sicher gelandet werden. Wie Sie die richtige Rolle und Rute fürs Wallerangeln auswählen und dabei keinen Fehler machen, erfahren Sie in nächsten Beiträgen: Wallerruten-Kaufratgeber, Wallerrollen-Ratgeber.

Weiterhin sollte man beim Welsangeln zu einer Flechtschnur greifen, die eine Mindeststärke von 0,35 mm aufweist. Minimale Hakengröße beträgt 6/0. Andere Kleinteile wie zum Beispiel Karabiner, Wirbel, Vorfach usw. sollten ebenso fürs Angeln auf die Süßwasser-Kolosse ausgelegt sein und entsprechend eine passende Tragkraft besitzen, sodass alle Details perfekt aufeinander abgestimmt sind. Fehler werden am Wasser mit unangenehmen Konsequenzen bestraft. Fischverlust wäre noch die glimpfliche davon. Viel schlimmer sind Verletzungen, die dem Angler durch gerissene Schnur oder gebrochene Rute hinzugefügt werden können. Leider passiert es öfter als man denkt, da beim Welsangeln immense Kräfte auf das Material ausgeübt werden.

Wie groß kann ein Wels werden?

Wels

Wels

In der Moderne gibt es dokumentierte Berichte über gefangene Exemplare mit knapp 3 Metern Körperlänge und zwischen 142-149 kg Gewicht. In Anbetracht der aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert überlieferten Berichte, erscheinen diese Fänge dennoch als bescheiden. In der Vergangenheit muss es wahre Monster unter Welsen gegeben haben, die bis zu 5 Meter Größe und über 300 kg Gewicht erreicht haben könnten. So wird in einer Überlieferung über ein 380 kg schweres Tier berichtet, das im Jahr 1731 in der Oder gefangen wurde. Die Vorstellung wie groß dieser Fisch und wie riesig sein Maul gewesen sein muss, möchte man sich bei einem Badeausflug nicht zumuten.

Schonzeiten und Mindestmaße für Wels

In Deutschland dienen Fischschonzeiten und Mindestmaße dem Schutz der gefährdeten Arten. Schonzeiten legen fest, dass bestimmte Fische innerhalb ihrer Laichzeiten nicht gefangen werden dürfen, um die Fortpflanzung zu gewährleisten. Mindestmaße definieren die Größe, ab der die Fische entnommen werden dürfen, um sicherzustellen, dass sie sich bereits fortgepflanzt haben oder ausreichend groß sind, um eine nachhaltige Population zu erhalten.
Letzte Aktualisierung: 05.03.2024

Bundesland Schonzeiten Mindestmaß
Bayern keine Schonzeit kein Mindestmaß
Baden-Württemberg keine Schonzeit kein Mindestmaß
Berlin keine Schonzeit 75 cm
Brandenburg keine Schonzeit kein Mindestmaß
Bremen keine Schonzeit kein Mindestmaß
Hamburg keine Schonzeit kein Mindestmaß
Hessen keine Schonzeit kein Mindestmaß
Mecklenburg-Vorpommern 1. Mai bis 30. Juni 70 cm
Niedersachsen keine Schonzeit 50 cm
Nordrhein-Westfalen keine Schonzeit kein Mindestmaß
Rheinland-Pfalz keine Schonzeit kein Mindestmaß
Saarland keine Schonzeit kein Mindestmaß
Sachsen keine Schonzeit kein Mindestmaß
Sachsen-Anhalt keine Schonzeit kein Mindestmaß
Schleswig-Holstein
  • Binnengewässer: keine Schonzeit
  • Meeresküste: keine Schonzeit
  • Binnengewässer: kein Mindestmaß
  • Meeresküste: 70 cm
Thüringen keine Schonzeit 50 cm

Weiter geht es um das Thema Herkunft und besondere Merkmale des Welses.