Angeln mit Krebsen

Krebstiere gehören in Süß- und Salzwasser auf den Speiseplan vieler Fische. Wie kommen sie am Haken zum Einsatz?

Krebse als Fischköder

Krebse haben sich beim Angeln auf Räuber wie z.B. Zander und Barsch oder auch auf Karpfenfische überaus bewehrt, da sie als einfache Nahrungsquelle zum Angebot in vielen Gewässern gehören. Mit etwa 20 bis 30 Prozent Proteingehalt und ihren langsame Bewegungsmuster ziehen sie viele Fischarten gerade zu magisch an. Krebstiere können in vielen heimischen Gewässern gefangen werden. Bevor Sie allerdings mit Krebsteller, Krebskorb oder Reuse auf die Jagd gehen, sollten Sie individuelle Bestimmungen des Bundeslandes gründlich prüfen, denn in vielen Ländern stehen bestimmte Krebsarten unter Naturschutz.

Angelmontagen mit Krebsen

Das Angeln mit Krebs auf Aal, Forelle, Zander, Barsch und diverse Karpfenarten erfolgt meist, indem das Fleisch großer Tiere abgezogen oder tote, kleine Krebse mit weicherer Schale direkt auf den Haken gefädelt werden. Beliebt sind Montagen, welche die Krebse in Grundnähe anbieten. Lauf- und Festbleimontagen sowie Boilie-Rigs mit Krebsaroma versprechen Erfolg. Selbst eine Posenmontage ist z.B. beim Krebsangeln auf Aal überaus zielführend und ermöglicht die Erkennung auch sehr leichten Bisse.

Unabhängig von der Montage sollte das Krebsfleisch roh und ungewürzt angeboten werden. Das natürliche Aroma allein ist für viele Räuber Grund genug, um beherzt zuzuschlagen. Gefrorene Krebse werden vor dem Einsatz aufgetaut. Das Krebsaroma hat sich aufgrund ihres Erfolges auch als Lockstoff bei Kunstködern durchgesetzt.

Angeln mit Krebsimitaten

Gummiköder - Krebsimitat (Tube)

Gummiköder – Krebsimitat (Tube)

Auch im Bereich Spinnfischen haben Krebse Konjunktur. So sind Krebsimitate sehr erfolgreiche Kunstköder beim leichten Spinnangeln. Das Zauberwort heißt hier Finesse-Rigs. Leichte Ruten und lange Vorfächer bestückt mit Bleigewichten bilden die Grundlage der Finesse-Montagen. Die besten Techniken heißen: Dropshot-Rig, Carolina-Rig oder Texas-Rig. Selbst Fliegenfischer binden für die Jagd auf Meerforellen immer wieder mal eigens produzierte Krebsimitate, die mit zusätzlichen Aromen versehen werden, um die Illusion noch realistischer zu gestalten.

Beim Angeln mit künstlichen Krustentieren wird versucht, die natürliche Bewegung der Krebse nachzuahmen. Eine langsame Führung und lange Absinkphasen bringen die Glieder der Gummikrebse verführerisch zum Zappeln. Skirted Jigs eignen sich besonders gut für eine bodennahe Führung der Krebse, da die Gummifransen zusätzlich für Aktion sorgen und sich am Grund verführerisch auffalten, als würde ein Krebs in der Nähe des Gewässergrundes weiden. Als Farben bieten sich die natürlichen gedämpfte Farben der Krebse oder Schockfarben für diesige Tage an.

Angeln mit Krebsimitat

Angeln mit Krebsimitat

Invasive Krebsarten

Neben heimischen Arten, wie Edelkrebs, Steinkrebs oder Dohlenkrebs, gibt es weltweit etwa 52.000 Krebsarten. Von 62 Neozoen, also invasiven Arten in Deutschland, listet die EU 23 Arten als gefährlich invasiv. Aggressive Einwanderer werden durch die Fischerei, Aquarienbesitzer oder Boote eingeschleppt. Kaliokrebs, Signalkrebs und andere sind vor allem gefährlich, weil sie die Krebspest verbreiten, gegen die sie selbst immun, heimische Arten allerdings schutzlos ausgeliefert sind. Gewässermanagement, wie das Anlegen von Kiesufern und natürlichen Wandersperren, sollen die Krebse und Krabben, die erstaunliche Strecken an Land zurücklegen können, an der Ausbreitung hindern. Viele der heimischen Krebsarten gelten als gefährdet.

Wie fängt man Krebse?

Krebse fangen mit Reuse

Krebse fangen mit Reuse

Bei Krebs-Fangen setzt man Krebskörbe, Krebsteller oder Reusen ein. Diese werden auf den Boden des Gewässers abgesunken, um dort die Krebse in der Umgebung anzulocken. Um geeignete Stellen zu finden, orientieren sich Krebsjäger anhand angespülter Tieren am Ufer oder suchen bei einem Spaziergang im Dunklen die Gewässer mit einer Lampe ab. Die Tiere reagieren oft scheu, weswegen eine Lockwirkung ausbleibt. Sind ein paar gute Plätze gefunden, fangen sich die Krebstiere dank Reuse und Co. im Prinzip von alleine während eines nächtlichen Ansitzes.

Die Krebse händisch zu sammeln ist eher Zeitaufwändig – Allgemein gilt: Vorsicht vor den Scheren! Um den Fangerfolg zu steigern, können spezielle Boilies oder Hundefutter in der Reuse oder auf dem Krebsteller die Tiere magisch anziehen. Wer darauf achtet, nur gefährlich invasive Arten zu verwenden und bedrohte Tiere zurücksetzt, tut so nebenbei auch noch etwas für den Schutz heimischer Arten.

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