Angeln auf Sprotte

Die mit dem Hering verwandte Sprotte hatte vor 100 Jahren große wirtschaftliche Bedeutung. Auch heute ist sie ein beliebter Speisefisch.

Speisefische mit besonderer Tradition

Sprechen Deutsche über Sprotten, meinen sie meist die Europäische Sprotte „Sprattus sprattus“. Sie ist die einzige der 5 Sprotten-Arten, die auf der nördlichen Halbkugel vorkommt. Über Buchenholz gegart, auf Erlenspänen geräuchert – seit Jahrhunderten ist unsere „Kieler Sprotte“ ein Gaumenschmaus. Deutsche Angler finden den Fisch in der Nord- und Ostsee, wo sie lange mit Netzen befischt wurde und auch heute noch gern mit dem Heringspaternoster befischt wird.

Doch die Bedeutung der Sprotte als Speisefisch hat in den letzten Jahrzehnten stark nachgelassen. Der Grund dafür liegt in den stets fallenden Preisen für den kleinen Brüder der Heringe. Trotzdem: Sollten Sie Platz im Räucherofen oder in der Tiefkühltruhe haben, kann der sommerliche Angelausflug mit einem einfachen Setup bestehend aus einer Rute mit sehr weicher Spitze und einem Heringspaternoster lohnend sein. Denn nichts schmeckt besser als eine selbst gefangene und zubereitete Sprotte!

Lebensraum der Sprotte und Unterschied zum Hering

Nordsee. Die Brücke über den Großen Belt

Nordsee. Die Brücke über den Großen Belt

Sprotten leben pelagisch, also etwas über dem Gewässergrund in den Tiefen der Meere. Im frühen Sommer treibt das Laichgeschäft die mindestens zwei Jahre alten und somit geschlechtsreifen Exemplare in die Küstenregionen, wo sie sich gern im Brackwasser an Flussmündungen und in Hafenregionen aufhalten. Sprotten-Hotspots finden sich mit Boot und Echolot, auf welchem die bis zu 16 cm langen Fische als Schwarm erscheinen.

Erfahrene Fischer unterscheiden Sprotte und Hering anhand der Färbung: Sprotten sind silbrig-bläulich, während Heringe grünlicher Schimmern. Auch die Stellung der Bauchflosse, welche bei der Sprotte vor der Rückenflosse beginnt und am stark oberständigen Maul der Sprotte sind die Arten zu unterscheiden. Die sicherste Bestimmung bei der Frage Sprotte oder kleiner Hering sind die Kielschuppen am Bauch der Sprotten.

Angelplätze und Köder fürs Sprotten-Angeln

Nicht nur vom Boot sondern auch vom Ufer gibt es Chancen auf Sprotte: An Spundwänden in Hafenregionen finden die Fische genug Zooplankton und die Brut genug Algen. Üblicherweise stehen die Sprotten während der Laichzeit in Tiefen von wenigstens 10 Metern, bevor sie wieder in über 100 Meter Gewässertiefe abtauchen und nur bei Dunkelheit den Weg in Richtung Oberfläche antreten.

Paternoster

Paternoster

Bei der Wahl des Paternosters fürs Sprotten-Angeln sollten Sie auf scharfe Haken und etwas farbliche Abwechslung achten. Oft beißen Fische an sonnigen Tagen auch auf die leicht reflektierenden Haken, manchmal muss mit schimmernden Folieelementen oder flimmernden Härchen nachgeholfen werden. Eventuelle Schonzeiten und Mindestmaße für Sprotten sind in den Bestimmungen der Bundesländer zu finden.

Wie angelt man auf Sprotte?

Um Sprotten zum Anbiss zu verlocken, wird die Paternoster-Montage ausgeworfen, auf den Grund abgesenkt und anschließend langsam eingeholt. Da Sprotten ein sehr weiches Maul haben, darf nach einem Biss auf keinen Fall gedrillt werden, als hätte man den Blackbass seines Lebens am Haken. Im Gegenteil: Langsam kurbeln und abwarten, ob während des Drills noch weitere Fische einsteigen.

Auch ein paar Jigbewegungen während der Absinkphasen können die Fische aufmerksam auf die Köder machen. Viele Sprottenangler greifen bei Patternoster oft statt zu einem normalen Blei zu einem schweren Blinker. So hat man die Chance, dass neben den Sprotten auch mal eine Meerforelle oder ein anderer Flossenträger am Haken hängt.

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