Sprotte: Alle Infos zum Fisch

Die mit dem Hering verwandte Sprotte hatte vor 100 Jahren immense wirtschaftliche Bedeutung. Auch heute ist sie ein bedeutender Speisefisch.

Allgemeines über Sprotte

Sprotten

Sprotten

  • Name: Europäische Sprotte. Engl.: European sprat
  • Wissenschaftlicher Name: Sprattus sprattus
  • Ordnung / Familie: Heringsartige / Heringe
  • Vorkommen: Europäische Meere
  • Habitat: Küstengewässer und offenes Meer
  • Max. Größe: 18 cm
  • Gefährdung: moderat gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Spricht man hierzulande über Sprotten, gemeint wird die Europäische Sprotte „Sprattus sprattus“. Sie ist die einzige der fünf Sprotten-Arten, die auf der nördlichen Halbkugel vorkommt. Der kleiner Schwarmfisch bewohnt die Meere West- und Südeuropas, angefangen von Gibraltar bis zu den Lofoten.

Auch in der Ostsee, im nördlichen Mittelmeer und im Schwarzen Meer gibt es Sprotten-Populationen. Die Körperlänge dieses typischen Schwarmfisches übersteigt selten 15 cm. Sie lebt pelagisch je nach Jahreszeit entweder in Küstennähe oder im offenen Meer.

Lebensweise der Sprotte

Während der warmen Jahreszeit führt die Sprotte Tageswanderungen innerhalb der Wassersäule durch: Sie steigt nachts in die Oberflächenschichten auf, um Zooplankton zu fressen, und taucht tagsüber ins tiefere Wasser ab. Während erwachsene Sprotten im offenen Meer anzutreffen sind, bleiben die Jungfische in der Küstenzone.

Im Winter begeben sich große Sprotte-Schwärme in tieferen Schichten mit einer Temperatur von mindestens 2-3°C. In besonders kalten Wintern finden sich die größten Konzentrationen von Sprotten in den Tiefen von 70 bis 100 Metern.

Anatomische Merkmale

Sprotte

Sprotte

Die Sprotte hat einen länglichen und etwas seitlich zusammengedrückten Körper mit einer kielartigen Schuppenreihe entlang des Bauchs. Ihr dunkler Rücken schimmert bläulich oder grünlich und die Flanken sind silbrig. Der Unterkiefer ist vorstehend (oberständiges Maul).

Der hintere Rand der Kiemendeckel der Sprotte ist glatt abgerundet. Die Rückenflosse ist stachellos und hat 19 bis 20 Strahlen. Auch die Afterflosse ist stachellos und weist 17 bis 22 Strahlen auf. Die Rückenflosse beginnt gleich am Ansatz der Brustflossen und die Schwanzflosse ist auffällig gegabelt.

Was ist der Unterschied zwischen Hering und Sprotte?

Erfahrene Fischer unterscheiden Sprotte und Hering anhand der Färbung: Sprotten sind silbrig-bläulich, während Heringe grünlicher Schimmern. Auch am stark oberständigen Maul der Sprotte sind die Arten zu unterscheiden. Die sicherste Bestimmung bei der Frage Sprotte oder kleiner Hering sind allerdfings die Kielschuppen am Bauch der Sprotte.

Wie ernährt sich die Sprotte?

Zooplankton

Zooplankton

Die Sprotte ernährt sich hauptsächlich von Meeresplankton. Darüber hinaus stehen Kieselalgen, Geißelalgen, Fischeier anderer Arten sowie diverse Molluskenlarven ebenso auf ihrem Speiseplan.

Fortpflanzung der Sprotte

Das Laichen der Sprotte findet in den Küstenzonen statt. Um diese zu erreichen, wandern die Fische von ihren Weidegründen zu Laichplätzen. In den südlichen Gebieten laicht die Sprotte von April bis August, in den nördlichen – von Juni bis September. Die optimale Wassertemperatur fürs Laichen liegt je nach Region zwischen 6 und 12°C.

Die laichenden Tiere halten sich in kleinen Schwärmen in den Oberflächenschichten auf. Das Ablaichen erfolgt schubweise. Die Fische schlüpfen alle 7-10 Tage aus den Eiern. Während der Laichzeit brütet das Weibchen zwischen 5.000 und 15.000 Eier aus. Geschlechtsreif werden die jungen Sprotten nach etwa 2 Jahren.

Kulinarische Bedeutung

Kieler Sprotten

Kieler Sprotten

Die Sprotte wird in Dosen, geräuchert, gesalzen oder pikant eingelegt verzehrt. Vor allem kleine Fische, etwa einen Finger lang, sind sehr beliebt. Die hierzulande hoch geschätzte Kieler-Sprotte ist eine seit Jahrhunderten bekannte Delikatesse, die aus geräucherten Fischen eingelegt im Öl besteht. Für gewöhnlich wir die Sprotte nicht als Hauptgericht sondern als Snack oder leckere Bestandteile für Vorspeisen und Salate verwendet.

Sprotten haben eine reiche chemische Zusammensetzung und daher einen hohen Nährwert. Die kleinen Silberfische bestehen aus großen Mengen Proteinen und Fetten (einschließlich Omega-3- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren), sowie enthalten zahlreiche Mineralstoffe (Kalzium, Phosphor, Fluor, Eisen, Schwefel, Nickel) und Vitaminen B, A, E, PP und D. In der Industrie werden Sprotten als Rohstoff für die Herstellung von Fischmehl oder -fett verarbeitet.

Fischlexika und -Atlanten

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  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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