Sevruga-Stör (Sternhausen): Alle Infos zum Fisch

Mit einer Durchschnittslänge von 80 Zentimetern gehört Sevruga-Stör zu den mittelgroßen Vertretern der Störfamilie.

Allgemeines Über Sevruga-Stör

  • Name: Sevruga-Stör (Sternhausen). Engl.: starry sturgeon
  • Wissenschaftlicher Name: Acipenser stellatus
  • Familie / Gattung: Störe / Acipenser
  • Vorkommen: Schwarzes Meer, Asowsches Meer und Kaspisches Meer
  • Habitat: Küstengewässer und Fluss-Mündungen
  • Max. Größe / Gewicht: 220 cm / 70 kg
  • Gefährdung: stark gefährdet
Sternhausen

Sternhausen

Lebensraum des Sternhausens

Der Sternhausen Stör ist ein Wanderfisch, der im Schwarzen,  Kaspischen und im Asowschen Meer sowie in den dort einmündenden Flüssen lebt. In Deutschland bewohnte der Sternhausen einst die Donau bis Preßburg. Doch diese letzte natürliche Population ist seit dem Bau des Stauwerks am Eisernen Tor in Rumänien verschwunden, weil der Fisch den Fluss nicht mehr weiter aufsteigen kann. Wie die meisten Störarten sind auch Sternhausen langlebig und können das stolze Alter von 50 Jahren erreichen.

Merkmale des Sevruga-Störs

Sternhausen

Sternhausen

  • Der Körper dieser Stör-Art ist sehr lang und endet mit einer langen und schmalen Schnauze.
  • Stirnpartie ist eher konvex, die Barteln sind schmal und die Unterlippe nur schwach entwickelt.
  • Auf seinem Rücken trägt Sevruga-Stör 30 bis 40 kleine Knochenplatten.
  • Der Rücken ist blauschwarz und der restliche Körper ist rötlich. Die weiße Bauchseite schimmert silbrig.
  • Die Seiten des Körpers sind mit charakteristischen sternförmigen Seitenschilden bedeckt.

Wie ernährt sich Sevruga-Stör?

Sternhausen ernähren sich meist von kleinen, wirbellosen Organismen wie Insektenlarven, Krebse und Würmer. Je nach Region gibt es allerdings Abweichungen im Speiseplan der Sevruga-Störe: Während die im Kaspischen Meer lebenden Störe sehr gerne Muscheln, Seewürmer und Krebstiere fressen, haben ihre Verwandten aus dem Asowschen Meer ein Faible für Kleinfische wie z.B. Grundeln.

Fortpflanzung des Sevruga-Störs

Unter Wasser

Unter Wasser

Sternhausen ist ein Wanderfisch, es gibt es zwei Unterformen dieser Spezies. Die Sommerform wandert zum Ablaichen zu den Fluss-Unterläufen und laicht dort im Juni. Die Winterform laicht hingegen flussaufwärts im September. Geschlechtsreife erreichen Männchen mit 6-12 und Weibchen mit 8-14 Jahren. Zuerst ziehen die Männchen die Flüsse entlang zu den Laichplätzen, ihnen folgen die Weibchen.

Als Laichplätze wählt Sevruga-Stör felsige Böden mit Strömung. Die Weibchen legen ihre 3mm kleine Eier auf dem Grund ab, der aus kleinen Steinen vermischt mit grobem Sand besteht. Die Fische mögen saubere Böden und Flussabschnitte mit hoher Strömungsgeschwindigkeit. Auf dem Höhepunkt der Laichzeit kommen auf ein Weibchen 5-7 Männchen. Ältere Weibchen laichen nur noch alle 2 Jahre.

Sevruga in Aquakulturen

In Europa werden Störe in Aquakulturen gezüchtet. Dabei ist der vorrangige Ziel die Produktion des Kaviars. Das Fleisch ist wirtschaftlich weniger relevant und wird als Nebenprodukt vertrieben. Sevruga Stör kommt in europäischen Aquakulturen selten vor und meist nur als Hybridform, die durch Kreuzung mit anderen Arten entstehen.

Kulinarische Qualitäten

Das Fleisch des Sternhausens schmeckt hervorragend und der Sevruga-Kaviar gilt als absolute Delikatesse. Der Stör kann gekocht, gegrillt, gebacken oder gebraten werden. In Russland wurde er zu Zarenzeit zur Überraschung der Gäste oft im Ganzen gekocht. Auf diese Weise angeboten sieht er sehr spektakulär und appetitlich aus. Heute werden die in Aquakulturen gezüchteten Fische bevorzugt im Backofen zubereitet.

Sevruga enthält eine beträchtliche Menge an Proteinen mit hohem Kollagenanteil. Dadurch werden alle Nährstoffe des Fisches leicht und vollständig verdaut. Außerdem enthält Sevruga eine große Menge von A-, D-, E- und B-Vitaminen, sowie wertvolle Mikro- und Makroelemente wie z.B. Jod, Magnesium, Kalium, Phosphor, Zink, Fluor und viele andere.

Das Fleisch des Sternhausens zeichnet sich durch hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6. Trotz des beträchtlichen Fettgehalts des Sevrugas hat sein Fleisch verhältnismäßig wenig Kalorien und trägt zur Gewichtsabnahme sowie zur Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Die im Fleisch des Sevrugas enthaltenen Stoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Im nächsten Beitrag finden Sie alle Infos zum Beluga-Stör.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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