Papageifisch: Alle Infos zum Fisch

Der Papageifisch ist nicht nur für seine bunte Farbpracht bekannt sondern auch für seinen starken Kiefer, mit dem er sogar Korallen zermahlen kann.

Allgemeines über Papageifisch

Papageifisch

Papageifisch

  • Name: Papageifisch (auch Seepapagei genannt). Engl.: Parrotfish
  • Wissenschaftlicher Name: Scarinae
  • Ordnung / Familie: Labriformes / Lippfische
  • Vorkommen: tropische und subtropische Meere
  • Habitat: Korallenriffe
  • Max. Größe/Gewicht: 130 cm / 45 kg
  • Gefährdung: stark gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Papageifische bewohnen einzelgängerisch oder in Gruppen tropische und subtropische Meere. Die meisten Arten leben als Weidegänger an Korallenriffen. Einige bewohnen Seegraswiesen und die oberen Zonen an Felsriffen. Der Europäische Papageifisch (Sparisoma cretense) war die einzige im Mittelmeer vertretene Art der Papageifische, bis der Blauband-Papageifisch (Scarus ghobban) durch den Suez-Kanal in das östliche Mittelmeer einwanderte.

Bei den Papageifischen gibt es zehn Gattungen mit etwa 100 Arten. Die Farbmuster der Geschlechter innerhalb einer Art sind so unterschiedlich, dass die Forscher lange Zeit von verschiedenen Arten ausgegangen waren und somit etwa um die 350 Arten irrtümlich wissenschaftlich beschrieben wurden. Heute lassen sich innerhalb der Papageifische zwei Kladen unterscheiden: „Sparisomatinae“ und „Scarinae“.

Europäische Papageifisch (Sparisoma cretense)

Europäische Papageifisch (Sparisoma cretense)

Lebensweise des Papageifisches

Von Sonnenaufgang bis zur Abenddämmerung schwimmen die erwachsenen Papageifische gemächlich in kleineren Schwärmen von etwa 40 Tieren und bewegen dabei träge ihre Brustflossen. Sie ernähren sich von Algen, die an den Korallen wachsen. Ihre zusammengewachsenen Zahnplatten bilden eine Art Schnabel, der sehr praktisch ist, um Stücke des Korallenskeletts abzubeißen. Die Fische fressen immer mit dem Kopf nach unten.

Mit Einbruch der Dämmerung teilt sich der Schwarm auf, und die Fische kehren ihre Verstecke zurück, die sie in den Nischen im Korallendickicht ausgesucht haben. Dort angekommen, hüllt sich der Fisch in eine Schleimschicht, die von den speziellen Hautdrüsen abgesondert wird. Dieser Schleimkokon ist vorne und hinten offen, damit das Wasser durchfließen kann. Der Kokon dient der Abwehr blutsaugender Meeresasseln.

Interessante Fakten über Papageifisch

Masken-Papageifisch (Cetoscarus-bicolor)

Masken-Papageifisch (Cetoscarus-bicolor)

  • Ihren Namen haben Papageifische wegen ihrer bunten Färbung und der Form des Schnabels erhalten, der dem eines Papageis ähnelt. Natürlich hat er nichts mit dem Schnabel eines Vogels zu tun sondern besteht aus zusammengewachsen Zähnen.
  • Ein Papageifisch kann in einem Jahr bis zu einer Tonne Sand „produzieren“. Da sich die Fische von den Algen ernähren, die auf Korallenfelsen wachsen, beißen sie dabei auch Korallenstücke ab. Die Korallen werden zerkleinert und verschluckt, um als Sandpartikel ausgeschieden zu werden.
  • Die Zähne der Papageifische wachsen im Laufe ihres Lebens immer nach. Bei der Nahrungsaufnahme geben die Fische markante, schabende Geräusche von sich, die für Taucher deutlich hörbar sind.
  • Wissenschaftler schreiben diesen Fischen eine wichtige Rolle für die Existenz von Riffen zu. Die Fische kratzen mit ihrem Schnabel Algen von der Korallenoberfläche ab, die Riffwachstum hemmen. Ohne diese Fische würden die Korallenriffe in einer Art „Erstickungstod“ enden.
  • Mit Ausnahme von dem Marmorierten Papageifisch (Leptoscarus vaigiensis) sind alle Papageifische Hermaphroditen. Es handelt sich hierbei um proterogyne Zwitter, die beim Erreichen der Geschlechtsreife zunächst weiblich sind und sich später zu Männchen umwandeln.
  • Papageienfische sind meist freundlich und ruhig, was sie zu den am leichtesten zu fotografierenden Tieren macht. Taucher werden jedoch gewarnt, sich vor ihnen in Acht zu nehmen. Es gab Fälle, in denen verängstigte Fische unvorsichtige Taucher gebissen haben.

Anatomische Merkmale

Papageifisch

Papageifisch

Der Papageifisch hat ein sehr buntes Aussehen. Je nach Art können diese Fische rot, orange oder grün gefärbt sein, ganz wie die gleichnamigen Vögel. Der Körper des Papageifisches ist breit und an den Seiten leicht abgeflacht. Dank seinem kräftigen Seitenflossen und dem Schwanzes kann der Fisch Geschwindigkeit aufnehmen und sich unter Wasser recht schnell bewegen. Meist bewegen sie sich aber langsam.

Die Kieferzähne des Papageifisches sind zu einem Schnabel verwachsen. Der Unterkiefer enthält ein zusätzliches Gelenk zur Erhöhung des Quetschdruckes an den verschmolzenen Zähnen. Der Fisch besitzt auch Schlundzähne, die in Reihen angeordnet sind. Die Nahrung, die vorwiegend aus Pflanzen besteht, mahlen die Seepapageien zwischen dem oberen und unteren Schlundkiefer zu einer feinen Paste.

Wie groß wird ein Papageifisch?

Der Büffelkopf-Papageifisch (Bolbometopon muricatum) ist mit einer Länge von bis zu 130 cm und einem Gewicht von bis zu 45 kg der größte Vertreter der Papageifische.

Wie ernähren sich Papageifische?

Mit ihren schnabelartigen zusammengewachsenen Zähnen weiden die Papageifische die niedrige Pflanzendecke an den freien Kalkoberflächen der Korallenriffe ab. Dabei wird teilweise auch das Substrat entfernt. Einige Arten lassen das Substrat stehen und ernähren sich nur von Seegras, Makroalgen oder Fadenalgen.

Durch diese Ernährungsweise tragen Papageifische erheblich zur Bioerosion der Korallenriffe bei, sodass das Gleichgewicht zwischen Korallen, Seetang und Algen erhalten bleibt, gleichzeitig schaffen sie die Grundlage für das Wachstum neuer Korallen. Arten der Gattungen Sparisoma, Scarus sowie der Büffelkopf-Papageifisch (Bolbometopon muricatum) ernähren sich teilweise oder vor allem von lebenden Korallen.

Fortpflanzung der Papageifische

Papageifisch

Papageifisch

Das dominante Papageifisch-Männchen schart eine Gruppe erwachsener Weibchen um sich, die während der Laichzeit eine große Anzahl von Eiern legen, die dann vom Männchen befruchtet werden. Papageifische sind Hermaphroditen (Zwitter). Wenn ein dominantes Männchen stirbt, wechseln einige Weibchen ihr Geschlecht und werden zu Männchen. Anschließend konkurrieren sie miteinander um die Haremsführung.

Die befruchteten Eier treiben frei in der Wassersäule und werden von den Wellen ins offene Meer getragen. Nach einem Tag schlüpfen die Larven. Nachdem sie zu 12-15 cm großen Jungfischen herangewachsen sind, beenden die Papageienfische ihre Wanderungen in oberflächennahen Gewässern und kehren zu den Korallenriffen zurück, wo sie zum sehr wichtigen Teil des Ökosystems werden.

Quellenhinweise