Riesenantennenwels

Antennenwels, auch Piraiba genannt, zählt zu der größten Welsart der Welt und kommt hauptsächlich in den Flusssystemen des Amazonas vor.

Allgemeines

  • Name: Riesenantennenwels (auch Goliath Piraiba genannt) Engl.: Goliath Catfish
  • Wissenschaftlicher Name: Brachyplatystoma filamentosum
  • Ornundg / Familie: Welsartige / Antennenwelse
  • Vorkommen: Südamerika im Amazonas-System
  • Habitat: Stark strömende große Flüsse
  • Max. Größe / Gewicht: 3.5 m / 320 kg

Der Riesenantennenwels (Brachyplatystoma filamentosum) aus dem Amazonassystem gehört zu den größten Vertretern der Antennenwels-Familie. In lokalen Sprachen wird er auch Piraiba oder Kumakuma genannt, der englische Name bezieht sich mit Goliath Catfish ebenso auf die enorme Größe des Fisches.

Lebensraum und Lebensweise

Mekong Fluss in Thailand

Mekong Fluss

Die größten Ströme Südamerikas gehören zum natürlichen Habvitat der Riesenantennenwelse. Neben dem Amazonas und dessen Nebenflüsse ist er auch im Orinoco und im Rio Paraná heimisch. Damit erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet in Südamerika von Guyana im Norden des Kontinents bis nach Argentinien im Süden. In den Mündungsgebieten dringt er teilweise sogar bis ins Brackwasser vor. Ansonsten bevorzugt er starke Strömung und ist in großen Tiefen zu finden.

Als Wanderfisch kann der Riesenantennenwels auf der Suche nach Nahrung große Distanzen zurücklegen. Er ist hauptsächlich nachtaktiv und lauert dann in Bodennähe seiner Beute auf. Wie bei großen Raubtieren üblich, ist auch der Riesenantennenwels vorwiegend als Einzelgänger unterwegs. In Acht nehmen muss sich ein ausgewachsener Riesenantennenwels nur vor Menschen. In seiner Heimat gilt er nämlich als Delikatesse und wird als Speisefisch begehrt.

Merkmale und Größe des Piraibas

Riesenantennenwels

Riesenantennenwels

Der Riesenantennenwels ist der größte Vertreter seiner Gattung. Exemplare von 250 cm Länge bringen schon einmal 200 kg auf die Waage. Das größte bekannte Tier wies gar eine Länge von 350 cm auf. Beeindruckend sind auch die extrem langen Barteln, die bis zur Schwanzflosse oder sogar darüber hinaus reichen können.

Jungtiere besitzen eine attraktive gefleckte Färbung, die sich mit steigendem Alter zu einem einfarbigen Dunkelgrau verwandelt. Die Haut ist lederartig und die Rückenflosse stachelig, um etwaige Fressfeinde abzuhalten. Mit zunehmenden Wachstum hat der Riesenantennenwels aber kaum mehr andere Raubfische zu fürchten. Für einen Bodenfisch typisch ist das unterständige Maul. Hinter der Rückenflosse sitzt eine kleine Fettflosse.

Nahrung der Riesenantennenwelse

Als Raubfisch ernährt sich der Piraiba von anderen Fischen, Wasservögeln und in Ausnahmefällen von kleinen Säugetieren. Aber auch Wirbellose wie Muscheln oder Krebstiere landen in seinem Maul. Zwar wurden vereinzelt menschliche Leichenteile in Mägen von Riesenantennenwelsen gefunden, Angriffe auf Menschen sind dennoch nicht bekannt. Der Fisch gilt als Aasfresser.

Fortpflanzung

Auf dem Weg in seine Laichgründe legen Riesenantennenwelse über 5000 km zurück. Die Eier werden in Quellnähe gelegt und dort vom Männchen bewacht. Die geschlüpften Jungfische werden anschließend bis in die Flussmündungen gespült, wo sie ihre ersten Jahre verbringen. Erst später im Leben erfolgt die Wanderung zurück an die Quellen der Flüsse.

Angeln auf Piraibas

In ihrem Habitat stehen die Piraibas, die 3,5 Meter lang werden können, unangefochten an der Spitze der Nahrungskette. Obwohl sie geschickte und sehr große Raubfische sind, gibt es keine Überlieferungen von den Angriffen auf Menschen. Es sollen sich dennoch tödliche Unfälle ereignet haben, indem Fischer von kräftigen Tieren ins Wasser gezogen wurden, weil sie sich in der Leine verheddert haben. In Anbetracht der Szenen aus folgendem Video, klingt es überaus plausibel.

Fischlexika und -Atlanten

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  2. Gefährliche Meeresfische
  3. Was lebt im Mittelmeer?
  4. Süßwasserfische Europas
  5. Fische Krebse Muscheln
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