Zingel: Alle Infos zum Fisch

Der Zingel ist eine endemische Fischart, die ausschließlich im Einzugsgebiet der Donau und ihren Nebenflüssen vorkommt.

Allgemeines über Zingel

  • Name: Zingel (Zingel zingel). Engl.: Zingel
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Unterordnung: Percoidei
  • Familie: Echte Barsche (Percidae)
  • Gattung: Spindelbarsche (Zingel)
  • Vorkommen: Einzugsgebiet der Donau
  • Max. Größe: 30 cm
  • Gefährdung: stark gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Zingel

Zingel. Bild: Zingel zingel

Vielen ist der Zingel praktisch unbekannt, da er ausschließlich in Donau und deren Nebenflüssen lebt. Dieser Fisch bevorzugt tiefere Flussbereiche mit schneller Strömung und kiesigem Grund. Barben- und Äschenregionen gehören zu seinen typischen Lebensräumen. Er braucht viel Sauerstoff und besitzt keine Schwimmblase. Stacheln auf seinen Schuppen, auf Kiemendeckeln und auf den Flossen schützen ihn vor Raubfischen.

Lebensweise des Zingels

Der Zingel hält sich bevorzugt im tiefen Wasser auf, wird aber manchmal auch in flachen Flussabschnitten gesehen. Diese Spezies braucht sauberes Wasser mit viel Sauerstoff und bleibt tagsüber auf dem Grund. Erst in der Abenddämmerung und nachts steigt der Zingel zum Fressen Richtung Oberfläche. Er ist ein Raubfisch, der sich von Jungfischen, Krebstieren und Würmern ernährt.

Anatomische Merkmale

Der Zingel hat einen länglichen, spindelförmigen Körper, der bräunlich-gelb gefärbt ist. Seine abgeflachte Flanken sind mit großen Flecken und dunklen Schrägstreifen von unregelmäßiger Form verziert, deren Farbsättigung von dem Habitat abhängt. Die Flossen des Zingels sind gelblich mit grauen Zusätzen, wobei die Schwanz- und Rückenflossen dunkler und intensiver gefärbt sind als die Bauchflossen.

Die Schuppen sind klein und feststehend, was typisch für Barschartige ist. Der Zingel hat eine ausgeprägte Seitenlinie, die bis zur Schwanzflosse deutlich sichtbar ist. Je nach Art zählt sie 70 bis 90 Schuppen. Der Kopf des Fisches ist klein und langgestreckt, mit einem breiten Maul. Der Oberkiefer ist deutlich länger als der Unterkiefer, der Fisch hat keine Reißzähne. Die Augen sind klein und konvex geformt.

Wie groß wird ein Zingel?

Im Durchschnitt wird der Zingel etwa 15 bis 20 cm lang, Männchen sind etwas größer als Weibchen. Manche Exemplare erreichen 30 cm Körperlänge. Die Lebenserwartung des Zingels beträgt etwa 10 Jahre.

Wie ernährt sich der Zingel?

Die Hauptnahrung des Zingels besteht aus benthischen Wirbellosen,  kleinen Fischen und Wasserinsekten. Auch Fischeier anderer Spezies stehen auf seinem Plan. Ausgewachsene Zingel ziehen in der Regel eine einsame Lebensweise vor. Bei Ortung größerer Nahrungsquellen können sich die Fische zu einem kleinen Schwarm von bis zu einem Dutzend Individuen zusammenschließen.

Fortpflanzung der Zingel

Donau

Donau

Geschlechtsreif werden die Zingel mit 3-4 Jahren, sobald sie etwa 13 cm groß werden. Die Laichzeit beginnt im April-Mai, wenn sich das Wasser auf 13-15 Grad Celsius erwärmt. Das Weibchen legt ca. 10 bis 18 Tausend Eier in Löcher am felsigen oder kiesigen Boden ab. Die Eier sind sehr klein, von leuchtend gelber Farbe und haften an Steinen und Kieseln.

Nach zwei Wochen schlüpfen die Jungfische und bilden sofort Schwärme. Die jungen Zingel ernähren sich zuerst von Plankton und kleinen Krebstierchen wie z.B. Daphnien und Hüpferlinge (Cyclops). Sobald sie auf mehrere Zentimeter angewachsen sind, schließen sie sich den erwachsenen Fischen und eignen sich deren Fressgewohnheiten an.

Gefährdung des Zingels

Die Population des Zingels ist sehr klein, was auf den Bau von Wasserbauwerken und die Verschmutzung seines Lebensraum zurückzuführen ist. Weiterhin ist der Bestandsrückgang auf die lange Reifezeit des Fisches zurückzuführen, der erst im Alter von 3-4 Jahren laichen kann. Zugleich ist der Zingel ein widerstandsfähiger Fisch, dessen Existenz noch nicht akut gefährdet ist.

Kulinarische Bedeutung

Selbst in Regionen mit stabilen Zingel-Populationen ist er als Speisefisch wenig beliebt. Der spindelförmige Körper, die vielen Stacheln, die kleinen, fest sitzenden Schuppen – all das macht ihn für die Verwendung in der Küche wenig attraktiv. Wenn man jedoch ein ausreichend großes Exemplar fängt, kann er wie ein normaler Barsch zubereitet werden und schmeckt genauso gut.